„Hab ich doch gleich gesagt“: Der Initiator der Cityring-Konzerte im Interview

rnDirk Rutenhofer

Die dritten Cityring-Konzerte faszinierten auf dem Friedensplatz das Publikum. Im Interview spricht deren Initiator, Dirk Rutenhofer, über Bedenkenträger und das „ganz große Rad“.

Dortmund

, 03.09.2018 / Lesedauer: 3 min

Eine Operngala als Nacht der Luxusstimmen. Elektronische Musik traf ein philharmonisches Orchester und faszinierte das Publikum. Ein Familienkonzert und ein umjubelter Musical-Abend – die dritten Dortmunder Cityring-Konzerte haben die Festival-Messlatte ganz hoch aufgelegt. War alles töfte? Redakteur Peter Bandermann stellte dem Cityring-Vorsitzenden Dirk Rutenhofer Fragen zu einer persönlichen Bilanz.

Herr Rutenhofer, vor vier Jahren, als Sie erstmals die Idee für die Cityring-Konzerte ausgesprochen haben, hat Sie jemand für verrückt erklärt. Am Wochenende gab es für die dritten Cityring-Konzerte überwältigenden Applaus. Wie fühlt es sich für einen Verrückten an, derartig belobigt zu werden?

Ganz ehrlich: Es waren ja viele, die der Idee und dem Projekt äußerst kritisch gegenüber gestanden und mich auch davor gewarnt haben, ein so großes Rad anzuschieben. Im Übrigen sind es genau die, die jetzt sagen: „Hab ich doch gleich gesagt. Das hat uns gefehlt in Dortmund.“ Aber das ist nach meiner Erfahrung ein normaler Vorgang. Ein wunderbares Gefühl, was wir allesamt, die dieses Rad seit Beginn an mit Begeisterung drehen, nun verspüren.

Als Sie am Sonntagabend auf dem Friedensplatz mit einem Bierchen in der Hand unter den Gästen standen, wirkten Sie tiefenentspannt. War das wirklich so?

Aber ja! In einem solchen Augenblick fällt doch irgendwie alle Last und der Druck ab. Und vor allem, in die glücklichen Gesichter von fast 8000 Besuchern blicken zu dürfen, das entspannt doch sehr.

Mit den Cityring-Konzerten ist ein für Dortmund sehr wertvolles Veranstaltungsformat entstanden. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Weil es uns gelungen ist, gleich zu Beginn mit Herzblut und Leidenschaft zu überzeugen und uns zu vertrauen. Damit meine ich auch, den Oberbürgermeister als Schirmherren zu gewinnen und gleich nach den ersten Konzerten zu einem Fan gemacht zu haben. Unsere Sponsoren, die im Übrigen seit 2016 allesamt dabei waren und es hoffentlich auch bleiben, unsere City-Marketing-Gesellschaft, die das Festival als Veranstalter minutiös plant und nichts dem Zufall überlässt, und insbesondere doch das Publikum, das wir mit dem Orchester, den Solisten und Protagonisten und dem vielseitigen Programmen in den drei Jahren so begeistern konnten.

Freitag, Samstag und Sonntag wurde das Publikum bestens unterhalten, es wirkte ausgesprochen zufrieden und verließ den Friedensplatz mit einem Lächeln. Haben Sie dennoch Kritik vernommen?

Selbstverständlich. Die häufigste Kritik war, dass der Freitagabend „etwas frisch“ war. Im Ernst, für jede Kritik, jeden Verbesserungsvorschlag sind wir dankbar und nehmen das auch auf. Es gibt ja nichts, was man nicht noch besser machen kann.

Ist jetzt erst einmal lange Pause oder planen Sie bereits die Cityring-Konzerte für 2019 – und was bieten Sie Dortmund dann an?

Nach den Konzerten ist vor den Konzerten. Nächste Woche bereits treffen wir uns gemeinsam mit allen Beteiligten, um Feldkritik zusammenzutragen und die ersten Skizzen für die Cityringkonzerte 2019 zu entwerfen. Und bis dahin lassen wir alle unsere Freude am vergangenen Wochenende in uns nachklingen.

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