Wolfgang Merz und seine Mitarbeiterin Antonia Lanza betreiben an jedem ersten Samstag im Monat einen kleinen Käsestand. Dafür kommen sie extra aus dem Allgäu nach Dortmund. © Maximilian Konrad
Käse-Spezialitäten

Händler reist durch ganz Deutschland für einen Tag auf Dortmunds Wochenmarkt

Käsestände auf dem Wochenmarkt am Hansaplatz gibt es viele. Aber nur einer nimmt regelmäßig hunderte Kilometer Fahrt auf sich. Ein Käse-Händler aus dem Allgäu präsentiert speziellen Bergkäse.

Auf dem samstäglichen Wochenmarkt in der Dortmunder Innenstadt herrscht regelmäßig großer Trubel. Marktschreier versuchen ihre Produkte unter die Besucher zu bringen. Mit einer großen Auswahl an Obst, Gemüse, Käse, Fleisch, Fisch, Backwaren und vielem mehr hat der Markt einiges zu bieten.

Bei all dem bunten Treiben kann man einen Stand fast übersehen. Zwischen den großen Wagen steht ein Mann in Lederhose und hat ein großes Schneidemesser in der Hand. Damit teilt er die riesigen Rundstücke des Bergkäses in die jeweilige Größe, die die Kunden wünschen.

Drei Sorten Bergkäse

„Allgäuer Bergkäse“ steht auf dem Werbebanner am Rand des Standes. Wolfgang Merz stammt aus Bezigau im Landkreis Oberallgäu und steht jeden ersten Samstag im Monat auf dem Dortmunder Wochenmarkt.

Sein Sortiment: verschiedene Berg- und Ziegenkäse. Den Ziegenkäse gibt es als Schnitt- und Weichkäse. Vom Bergkäse hat er drei Varianten parat: einen jungen, der ein halbes Jahr alt ist, einen mittelalten, der ein Jahr alt ist und einen alten, der zwei Jahre alt ist.

Anfang in den 1990er Jahren

„Es ist Rohmilchkäse aus unserer eigenen Käserei“, erzählt der Bayer und fügt an: „Die Kühe sind glücklich und nehmen nur Gras und Heu zu sich.“ Sein bayrischer Dialekt ist trotz des Stimmengewirrs auf dem Markt gut zu verstehen. Er begrüßt seine Kunden mit einem „Servus“ und verabschiedet sie mit einem „Pfiat di“ (Auf Wiedersehen, Anm. d. Red.) – ein fröhlicher und aufgeschlossener Typ.

Und wie kommt ein Allgäuer ins Ruhrgebiet? „Vor 28 Jahren war ich das erste Mal in Dortmund. Freunde von mir wohnen hier. Der Käse wurde gut angenommen. Die Nachfrage war groß – es lohnt sich.“ In der Anfangszeit hätte er den Käse noch allein verkauft. Mittlerweile hat er mit Antonia Lanza eine Mitarbeiterin.

„90 Prozent sind Stammkunden.“

Jeden ersten Samstag im Monat nimmt er eine Reise auf sich: Aus dem Oberallgäu geht es nach Hannover über Braunschweig nach Dortmund. In den niedersächsischen Städten betreibt er auch jeweils einen Marktstand. Samstagnacht fährt er meistens zurück. Er übernachtet bei Freunden. Jede Woche zu fahren, wäre zu weit, meint der Stand-Betreiber. Aber für ein Mal im Monat passe es gut.

Durch die lange Zeit, die Merz seinen Stand hat, hat sich der Bergkäse mittlerweile rumgesprochen: „90 Prozent sind Stammkunden. Zu vielen habe ich ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt.“

Haben Sie noch Tipps, wo Käse-Fans in Dortmund auf ihre Kosten kommen? Dann melden Sie sich gerne per Mail an maximilian.konrad@lensingmedia.de.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad