„Ein ständiger Kampf“: Hafenkantine schließt auf unbestimmte Zeit

rnGastronomie am Phoenix-See

Es ist diese großartige familiäre Atmosphäre. Die Geselligkeit, das Zusammenrutschen, das Essen mit Seeblick. Doch die Hafenkantine am Phoenix-See zieht die Notbremse.

Hörde

, 04.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eines gibt es zur Beruhigung für die Fans der Hafenkantine: das Versprechen von Jan Möller. „Wir werden auf jeden Fall wieder eröffnen. Nur wann können wir derzeit nicht sagen“, sagt die Geschäftsleitung der muto heimatgastronomie GmbH.

Am Freitag vor Pfingsten (29.5.) war das beliebte Szene-Lokal direkt am See das letzte Mal geöffnet. Nach der Zwangs-Corona-Pause machte das Team den Versuch, trotz der strengen Auflagen die Hafenkantine wieder mit Leben zu füllen.

Ein vorerst letzter Blick aus der Hafenkantine.

Ein vorerst letzter Blick aus der Hafenkantine. © Jörg Bauerfeld

Gut drei Wochen später musste erst einmal wieder geschlossen werden. Die Sicherheitsabstände und die strengen Hygieneauflagen ließen keinen lohnenden Betrieb mehr zu. „Ja, es ist leider teuer, das Auflassen. Es kostet mehr Geld, die Kantine aufzuhalten, als das, was reinkommt“, sagt Möller.

Nur 30 bis 40 Prozent Umsatz

Aufgrund der wenigen Gäste, die sich im Innen- und Außenbereich an den Tischen aufhalten dürfen, habe man lediglich 30 bis 40 Prozent des normalen Umsatzes erzielen können. „Dazu kommt noch, dass wir aufgrund des Hygienekonzeptes praktisch einen Mitarbeiter mehr beschäftigen mussten. Tja, das können wir uns im Moment nicht erlauben“, sagt Möller.

Schilder und Außenmöbel wurden erst einmal eingemottet.

Schilder und Außenmöbel wurden erst einmal eingemottet. © Jörg Bauerfeld

Dazu kommt, dass aufgrund der Home-Office-Situation vieler Beschäftigter im Bereich des Phoenix-Sees auch das Mittagsgeschäft nicht so richtig ins Laufen kam.

„Es war in den letzten Wochen ein ständiger Kampf“, sagt Heidi Hankel. Sie ist die „Gute Seele“ der Hafenkantine und führt den Laden seit der Eröffnung Ende 2017. Am Mittwoch (3.6.) machte sie zum letzten Mal „Klar Schiff“. Packte zusammen, was noch mit musste, und schloss die Tür erst einmal ab.

„Gegen meine Maxime arbeiten“

„Es macht ja auch den Gästen keinen großen Spaß“, sagt Hankel. „Ich musste in der letzten Zeit immer gegen meine Maxime arbeiten“. Normalerweise lautet das Motto: „Ihr seid alle willkommen, nehmt Euch in den Arm“. In Corona-Zeiten geht davon eben nichts.

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Dazu komme noch ein weiteres Problem. Die Sache mit dem Einkauf. „Die Lieferanten liefern erst ab einer bestimmten Menge. Wenn du also unterfährst, zahlst du noch einmal oben drauf“, sagt Heidi Hankel. Kosten, die aufgrund der niedrigen Einnahmen dann nicht mehr zu stemmen seien.

Wann geht es weiter?

Und wie geht es jetzt weiter? Vermutlich wird man jetzt abwarten, bis es sich mit der Abstandsregel erledigt hat. „Ich denke mal, dass wir vor August 2020 die Hafenkantine nicht wieder eröffnen“, sagt Jan Möller. Die Fans der Hafenkantine am Phonix-See müssen also noch ein wenig warten – auf den kühlen Wein und das leckere Essen mit Seeblick.

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