Haftstrafe nach Überfall auf Mini-Markt in Brackel

Urteil am Landgericht

Bei einem Überfall auf einen Mini-Markt in Brackel wurde der Räuber mit Melonen beworfen. Jetzt hat ihn das Landgericht zu einer Haftstrafe verurteilt.

Dortmund

, 13.09.2018, 15:44 Uhr / Lesedauer: 1 min

Drei Jahre und acht Monate Haft verhängten die Richter. Viel wichtiger ist für den Angeklagten jedoch eine weitere Entscheidung: Wegen seiner Drogensucht soll der Dortmunder sofort in eine geschlossene Therapieeinrichtung wechseln. Steht er die dortige Behandlung erfolgreich durch, winkt ihm eine vorzeitige Entlassung auf Bewährung.

Die Tat hatte sich im August 2017 ereignet. Um sich Geld für neues Kokain zu beschaffen, hatte der Angeklagte am Nachmittag den kleinen Supermarkt in Brackel betreten. Der Inhaber war gerade damit beschäftigt, Ware in die Regale zu räumen. Die Kasse war entsprechend nicht bewacht.

Diesen Umstand nutzte der Angeklagte sofort aus. Er versuchte, die Schublade mit einem Brotmesser aufzuhebeln. Als der Ladeninhaber auf ihn aufmerksam wurde, sprühte der Räuber ihm eine Ladung Pefferspray ins Gesicht.

Kunden halfen, den Täter zu überwältigen

Dennoch war die Gegenwehr des Geschäftsmannes irgendwann erfolgreich. Nachdem er dem Täter auch noch mit einem Besen und einer Schüppe auf die Pelle gerückt war, hatten zum Glück auch noch einige Kunden helfend eingegriffen. Mehrere warfen Melonen auf den Räuber, zwei Männer halfen, den Täter zu überwältigen. Dann kam die Polizei.

Im Prozess hatte der Angeklagte sofort ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Tat sei völlig aus dem Ruder gelaufen. "Ich wollte niemandem wehtun, aber plötzlich ist die Sache total eskaliert", hatte der Räuber den Richtern gesagt.

Der Ladeninhaber hatte die anschließende Entschuldigung des Mannes angenommen. Allerdings nur mit dem Zusatz: "Ich hoffe trotzdem, dass ich sie nie wiedersehe."

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Der Ladeninhaber wehrte sich mit Schüppe und Besen, die Kunden bewarfen den Räuber derweil mit Melonen: Ein bemerkenswerter Überfall in Brackel beschäftigt seit Mittwoch das Landgericht. Von Martin von Braunschweig

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