Bahnunterführung marode – doch sie muss noch bis 2023 halten

rnDeutsche Bahn

Die alte Bahnunterführung an der Hagener Straße ist marode, ziemlich marode sogar. Eigentlich sollte 2020 ein Neubau kommen. Doch daraus wird nichts.

Kirchhörde

, 10.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Mai 2018 gab es eine große Bürgerinformationsveranstaltung. Der Grund: der Neubau der Bahnunterführung an der Hagener Straße. Die ist nicht mehr zeitgemäß und vor allem ziemlich marode.

Schon vor vielen Jahrzehnten wurden Verstrebungen aus Stahl an der Decke befestigt, die das Bauwerk zusammenhalten. Auch der Deutschen Bahn war und ist der Zustand dieser Unterführung bewusst. Deshalb ist auch ein Neubau geplant.

2018 liefen schon vorbereitende Arbeiten

Der sollte eigentlich im Jahr 2020 beginnen. Die Vorbereitungen dafür liefen auf Hochtouren. So hat die DEW21 in einer großen Baumaßnahme die Versorgungsleitungen im Bereich der Bahnunterführung verlegt, um mögliche Schäden an der großen Wassertransportleitung zu vermeiden, die in diesem Bereich in der Straße liegt. In offener Bauweise wurde diese, bei Vollsperrung der Straße, aus dem geplanten Baubereich herausgelegt.

Schon vor einiger Zeit musste das Bauwerk stabilisiert werden.

Schon vor einiger Zeit musste das Bauwerk stabilisiert werden. © Jörg Bauerfeld

Wochenlang wurde daher der Verkehr großräumig umgeleitet, damit die Deutsche Bahn mit ihren Arbeiten beginnen konnte. Die DEW21 war fertig und es tat sich – nichts.

Und es wird sich in der nächsten Zeit auch nicht viel tun an dem heruntergekommenen Bauwerk. „Aktuell befinden wir uns in der Abstimmung zum geplanten Neubau der Brücke; voraussichtlich im Jahr 2023“, so ein Bahnsprecher auf Anfrage unserer Redaktion.

Regelmäßige Inspektion durch die Bahn

Erstaunlich, da die Bahn um den Zustand der Unterführung weiß und ein Gutachten eines Fachbeauftragten über die regelmäßige Inspektion an dem Bauwerk die Schäden noch einmal dokumentiert hat.

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Aber statt eines Neubaus in der nächsten Zeit wird erst einmal geflickt. So wird es laut Bahn in diesem Jahr erst einmal eine kleine Instandhaltungsmaßnahme mit Spritzbeton geben.

Wenn diese Maßnahme nicht ausreicht, um der Unterführung die notwendige Stabilität zu geben, ist Weiteres geplant. „Eine weitere Maßnahme könnte der Einbau einer Hilfsbrücke im Jahr 2021 sein“, so ein Bahnsprecher.

Ob die Unterführung dann bis ins Jahr 2023 durchhält, wird sich zeigen. Fakt ist, dass die Unterführung erneuert werden muss. Geplant ist ein Ausbau auf eine Durchfahrtshöhe von 4,20 Meter und breite Gehwege an den beiden Fahrbahnseiten.

Optisch wie die neue Unterführung in Sölde

Optisch wird sie der neuen Unterführung an der Sölder Straße ähneln. Das Problem bei einem Neubau: Bisher konnten keine großen Lkw die Unterführung passieren. Nach einem Neubau sieht das anders aus.

Die Kirchhörder scheinen aber durchaus entspannt zu sein. Ein Politikum wie in Sölde, wo die Bürger wegen der Durchfahrtshöhe von 4,20 Metern auf die Barrikaden gingen, erwartet Bezirksbürgermeister Hans Semmler in Kirchhörde nicht.

Bezirksbürgermeister: Neubau hat auch Vorteile

„Der Neubau hat auch Vorteile, beispielsweise für den Busverkehr“, so der Bezirksbürgermeister. Man können sicher nicht verneinen, dass nach dem Neubau mehr Lkw die Hagener Straße nutzen werden. „Aber wir müssen erst einmal abwarten, was passiert.“

Zumal es noch gar nicht sicher ist, ob die Deutsche Bahn den geplanten Neubau der Unterführung 2023 auch wirklich angeht. Vielleicht erweist sich die eventuelle Hilfsbrücke auch als einigermaßen stabil.

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