Hallenbad Hörde – 300.000 Euro machen Bad fit für die Zukunft

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Das Corona-Virus hat vielerorts für Stillstand gesorgt. Im Hallenbad Hörde nicht. Hier wird seit der verordneten Zwangspause schwer gewerkelt. Die Besucher dürfen sich auf viel Neues freuen.

Hörde

, 19.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Wochen lang hatte das Hallenbad Hörde nach der Corona-Zwangspause geöffnet – für Vereinsmitglieder. Es war eine Art Testbetrieb für den SSC Hörde, der das Bad betreibt. Es hat funktioniert, das ist die beruhigende Erkenntnis.

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Jetzt, während der Sommerferien, wenn das Bad alljährlich eine Zeit lang geschlossen hat, laufen die Arbeiten weiter. Auswirkungen auf die Arbeiten hat das Virus allerdings doch: Es wird länger dauern als gedacht, es gibt Lieferschwierigkeiten, sagt SSC-Vorsitzender Benny Bartel.

Also wird das nach Besucherzahlen zweitgrößte Bad Dortmunds (mehr als 100.00 Besucher im Jahr) nicht - wie ursprünglich geplant - am 3. August wieder öffnen können, sondern erst am 11. August.

Das Bad bekommt eine neue Außenverkleidung und eine neue Dämmung.

Das Bad bekommt eine neue Außenverkleidung und eine neue Dämmung. © Britta Linnhoff

Bartel ist die gesamte Zeit über am Ball, oder besser am Becken. Man muss gar nicht ins Gebäude rein, um zu sehen, dass hier offenbar ordentlich investiert wird: Nahezu die komplette Außenfassade des Baus aus den 1970er-Jahren ist verschwunden. Die alten Platten ebenfalls, die den Bau verkleidet haben.

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Nun wird die gesamte Fassade neu gedämmt und verkleidet, mit sogenannten „Trespa-Platten“ in Grau und Blau. „Dieser Kunststoff ist extrem hitze- und kältebeständig“, sagt Bartel.

Und er erspart dem Verein den Anstrich der Fassade, die zuvor alle fünf bis zehn Jahre habe gestrichen werden müssen – je nach Witterung. Etwas mehr als 100.000 Euro sind für die Fassaden-Sanierung veranschlagt worden. Die Rechnung bezahlt die Stadt.

Die Umkleidekabinen haben Nummern. Besucher bekommen quasi mit dem Körbchen am Eingang eine Nummer zugewiesen.

Die Umkleidekabinen haben Nummern. Besucher bekommen quasi mit dem Körbchen am Eingang eine Nummer zugewiesen. © Britta Linnhoff

Aber es ist nicht nur das, auch der SSC investiert wie schon in den vergangenen Jahren ordentlich Geld in das Bad, es geht um weitere 200.000 Euro. Auch drinnen wird noch an allen Ecke und Enden gewerkelt. Für den an die Corona-Pandemie angepassten Badebetrieb ist längst gesorgt. 25 Menschen dürfen gleichzeitig in dem Becken schwimmen, das in drei große Bereiche unterteilt ist.

So läuft das Schwimm-Prozedere ab

Besucher können telefonisch ihren Besuch für eine bestimmte Zeit reservieren. Eine Stunde lang dürfen sie schwimmen. Am Eingang bekommen die Badegäste einen Korb mit einer Nummer. Die Nummer auf dem Korb gibt die Nummer für die Umkleidekabine vor.

Duschen vor dem Schwimmen ist nötig, nach dem Schwimmen allerdings verboten. So sind die Vorschriften - und natürlich muss man seine Daten hinterlassen. Den Zettel kann man vor Ort ausfüllen oder im Netz herunterladen und gleich zuhause ausfüllen.

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Die, die demnächst unter diesen Umständen kommen, dürfen sich auf neu geflieste Sammelumkleiden freuen. Der alte Fußboden war noch in Ordnung. Auch die Heizkörper werden zum großen Teil erneuert. Nach der Sanierung gibt es deutlich mehr Platz in den Räumen. Erneuert wurde auch ein Teil der Rohre.

SSC-Vorsitzender Benny Bartel in einer der Sammelumkleiden, die neu gefliest wurde.

SSC-Vorsitzender Benny Bartel in einer der Sammelumkleiden, die neu gefliest wurde. © Britta Linnhoff

Für die Duschen und sanitären Anlagen gibt es außerdem eine neue Lüftungsanlage. Die alte, so sagt Bartel, sei 15 Jahre alt gewesen. Durch die neue könne künftig viel Geld gespart werden.

Neben den Mitarbeitern der Firmen packen auch immer wieder Schwimmmeister mit an. „Wir haben Quereinsteiger, die mal Maler oder Schlosser gelernt haben“, berichtet Benny Bartel. Leute, die prädestiniert sind, mit anzupacken - und das tun sie.

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Noch etwas ist neu: Der Kassenautomat in der Eingangshalle „kann“ demnächst nicht nur Münzen und Scheine, sondern auch EC-Karten. „Lange vorbestellt“ sei das, so Bartel, aber die Corona-Pandemie habe die Lieferzeiten deutlich nach oben schnellen lassen.

Noch ist Bargeld nötig. Auch in der benachbarten Cafeteria hatte man übrigens tüchtig geräumt. So hängt die Leinwand jetzt so, dass fast alle Gäste gut sehen können: Live-Bilder zum Beispiel von ihren Kindern, die oben demnächst hoffentlich wieder ihre Schwimmkurse absolvieren können. „Vor Corona haben wir hier 600 bis 700 Kinder pro Woche in den Kursen durchgeschleust“, so Bartel.

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