Hallenbad öffnet wieder – Bauzäune und Schwimmen im Kreis

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Nur 30 Personen gleichzeitig, keine Dusche nach dem Schwimmen und überall nur Einbahnstraßen. Die Badegäste in Aplerbeck müssen sich auf Corona-Neuerungen einstellen. Nichts ist, wie es war.

Aplerbeck

, 18.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor drei Monaten war die Schwimmwelt im Aplerbecker Hallenbad noch in Ordnung, dann stand sie still. Wegen der Corona-Pandemie. Und jetzt, wo das Bad wieder öffnen darf, ist nichts mehr wie zuvor. Nur noch das Wasser, das ist nass wie immer.

Es ist eine Testwoche, die am Montag (15.6.) begonnen hat. „Wir haben in dieser Woche erst einmal nur den Vereinen Wasserzeiten gegeben“, sagt Günter Miele, Kassierer der SG-Dortmund-Süd, die das Hallenbad in Aplerbeck in Eigenregie führt.

Bei mehr als 30 Besuchern kommt das Schild vors Becken.

Bei mehr als 30 Besuchern kommt das Schild vors Becken. © Jörg Bauerfeld

Und der ist um seinen Job nicht zu beneiden. Denn seit Mitte März gibt es eigentlich nur noch Ausgaben – Einnahmen Fehlanzeige. „Dazu kommen jetzt noch die Sachen, die der Verein aufgrund der Hygienevorschriften anschaffen muss“, sagt Miele. Ein großes Flächen-Desinfektionsgerät, das mit über 1000 Euro zu Buche schlägt. Hygienespender, die auch nicht gerade billig sind.

Ab Montag wieder Badebetrieb

Alles Anschaffungen, die die SG Dortmund-Süd zähneknirschend machen muss, damit das Bad endlich wieder seine Türen öffnen kann. Für die breite Öffentlichkeit geht das am Montag (22.6.) ab 6 Uhr wieder. Nur die Badegäste müssen sich auf einiges gefasst machen.

Vor dem Schwimmen darf geduscht werden, danach nicht.

Vor dem Schwimmen darf geduscht werden, danach nicht. © Jörg Bauerfeld

Denn ein Schwimmbadbesuch in Coronazeiten hat mit einem Schwimmbadbesuch vor vier Monaten nicht mehr viel zu tun. Das fängt mit dem Kauf der Eintrittskarten an. Die gibt es nicht mehr an der Schwimmbadkasse, sondern nur noch online.

„Für uns hat das den Vorteil, dass wir nicht beim Eintritt noch einmal die Daten aufnehmen müssen. Das müssen die Besucher schon beim Kartenkauf tun“, sagt Thorsten Burbach, zweiter Vorsitzender der SG.

30 Personen dürfen zeitgleich ins Bad

Und der Online-Verkauf hat noch einen weiteren Grund – das Abzählen. Denn es dürfen nur 30 Personen zeitgleich im Bad sein. Und die, die kommen, müssen sich auf einen Einbahnverkehr einstellen. Und das nicht nur auf dem Weg zum kühlen Nass, sondern auch im selbigen.

Immer nur den Schildern nach.

Immer nur den Schildern nach. © Jörg Bauerfeld

Die Schwimmer müssen nämlich immer im Kreis schwimmen – natürlich unter Einhaltung des Mindestabstandes. Es gelten bestimmte Zeitregeln, damit jeder die Möglichkeit hat, das Bad zu betreten. Nach dem Schwimmen ist das Bad sofort zu verlassen. Kein Sitzen am Rand mehr, kein Pläuschchen mit dem Mitschwimmer.

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Auch die Duschen dürfen nach dem Schwimmvergnügen nicht mehr benutzt werden, denn da führte der Weg zum Wasser wegen der Einbahnstraßenregelung schon durch.

Ach ja – die „Straßensachen“ können nicht wie gewohnt in Schließfächer gepackt werden. Die sind im Moment nicht benutzbar. Also alles in eine Tasche packen und am Beckenrand abstellen. „Wir können es leider im Moment nicht anders machen“, sagt Thorsten Burbach.

Immer auf den Mindestabstand achten.

Immer auf den Mindestabstand achten. © Jörg Bauerfeld

Und was ist mit den Kursen wie Babyschwimmen? Schulterzucken. „Im öffentlichen Badebetrieb ist Bahnenschwimmen angesagt. So steht es in der Verordnung“, sagt Miele. „Aber wie mache ich in einem Lehrschwimmbecken Bahnenschwimmen?“, fragt sich der SG-Süd-Kassierer. Wann die SG-Dortmund-Süd also wieder ihre beliebten Schwimm-Kurse anbieten kann, steht noch in den Sternen.

Auch was das Schulschwimmen angeht. Zwar seien schon für die Zeit nach den Sommerferien Wasserzeiten an die Schulen verteilt worden. Aber ob die Schülerinnen und Schüler ab dem 12. August wieder in das Aplerbecker Hallenbad dürfen, steht ebenfalls in den Sternen.

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