Hamsterkäufe: Lebensmittel-Engpässe auch bei Dortmunder Tafel spürbar

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Die Dortmunder Tafel hilft hungrigen Bedürftigen in der Not. Spätestens seit den ersten bestätigten Coronavirus-Infektionen in Dortmund bekommt auch die Tafel das Virus zu spüren.

von Nick Kaspers

Dortmund

, 08.03.2020, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel sind knapp in Dortmunder Supermärkten. Das kann auch für Bedürftige zum Problem werden. Denn Engpässe bei Discountern sorgen dafür, dass die Dortmunder Tafel weniger Produkte verteilen kann.

Durchschnittlich vergibt die Dortmunder Tafel in der Woche 80.000 bis 100.000 Kilogramm Lebensmittel an benachteiligte Menschen. Die Hauptlieferanten sind dabei die großen Supermärkte und Discounter, die sonst täglich große Mengen an qualitativ einwandfreien Lebensmitteln wegschmeißen würden.

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Seitdem das Coronavirus in NRW angekommen ist, sind die Supermärkte teilweise von Versorgungsengpässen betroffen. Die Regale mit Hygieneartikeln, aber auch haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln, Reis und Konserven werden mancherorts leergekauft.

„Seit etwa drei Wochen spüren wir, dass auch bei uns die Lebensmittel etwas knapper werden“, erklärt Wolfgang Burkhardt, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Dortmunder Tafel. Dies betreffe nicht nur haltbare Produkte, sondern die komplette Lieferung.

„Wer Hunger hat, der kommt“

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„Menschen, die sonst mit drei Körben nach Hause gehen, gehen jetzt nur noch mit zwei“, beschreibt Burkhardt weiter. Ein besorgniserregendes Problem sei es bei den Bedürftigen jedoch noch nicht. Sie würden mit Gelassenheit auf die Verbreitung des Virus reagieren.

„Wer Hunger hat, der kommt“, verdeutlicht Wolfgang Burkhardt. Menschen, die vor kurzem aus den Hochrisikogebieten gekommen seien, würde man bei der Tafel nicht sehen. Daher herrsche keine Angst - weder bei Mitarbeitern, noch bei den Bedürftigen.

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Die Tafel unterliegt Hygienevorschriften. Diese sollen für eine unbedenkliche Qualität der weiter gegebenen Lebensmitteln sorgen. Dennoch hat die Dortmunder Tafel besondere Maßnahmen getroffen, um gesondert gegen die Verbreitung des Coronavirus vorzugehen.

Beispielsweise habe man Aushänge in mehreren Sprachen an den Ausgabeorten angebracht, die unter anderem an gründliches Händewaschen und ausreichend Abstand erinnern. Zudem würde man Kontaktstellen wie Stühle oder Türklinken noch häufiger reinigen als bisher.

Hohe Hygienevorschriften sichern Schutz vor Coronavirus

„Die Tafeln unterliegen sowieso schon hohen Hygienevorschriften“, erklärt die Tafel Deutschland. Welche Maßnahmen zusätzlich getroffen werden, würde man den Einrichtungen vor Ort überlassen. Schließlich unterscheide sich die Situation rund um das Virus je nach Standort.

Dem Dachverband der Tafeln sei bereits aufgefallen, dass vielerorts die Lebensmittel knapper werden. Die Berliner Stelle berichte, dass bis zu 50 Prozent weniger Lebensmittel für Bedürftige zur Verfügung stehen. Das betreffe nicht nur haltbare Lebensmittel, sondern auch Obst und Gemüse.

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Einen Notfallplan für den Fall, dass die Ressourcen noch weiter sinken, gebe es bei der Tafel Deutschland nicht. „Wir hoffen, dass sich die Situation nicht noch weiter verschlimmert“, erläutert die Pressestelle auf Anfrage unserer Redaktion.

Großspender versorgen die Tafel Deutschland ab und zu mit Lieferungen direkt vom Hersteller. Diese könne man auf einzelne Tafeln verteilen. Von einem Lebensmittel-Notstand könne noch nicht die Rede sein.

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