Wie Blume 2000 suchen aktuell viele Läden in der Dortmunder Innenstadt nach Aushilfen für Weihnachten. © Wilco Ruhland
Weihnachtsgeschäft

Handel sucht Verstärkung – die ist nicht immer leicht zu finden

Zu Weihnachten wird es in den Läden wieder voll. Um dem Kundenansturm gerecht zu werden, braucht es ausreichend Personal. Doch das ist dieses Jahr knapp.

In der Dortmunder Innenstadt findet man sie überall: Schilder im Schaufenster oder Aufsteller vor den Ladentüren. „Wir suchen Aushilfen für das Weihnachtsgeschäft“, heißt es an zahlreichen Läden. Doch die zu finden, ist dieses Jahr gar nicht so einfach. Corona sorgt für Personalnot.

Konkurrenz um Aushilfen

Auf dem Westenhellweg sucht zum Beispiel die idee-Filiale, ein Bastelmarkt, nach saisonaler Hilfe für den Verkauf. Das sei in diesem Jahr eine größere Herausforderung als sonst, so Frank Meissner, Vertriebsleiter des Unternehmens.

„Es gab eine Umorientierung vieler Aushilfskräfte während der Pandemie“, erklärt er. Viele seien in Testzentren oder den Lebensmittelhandel abgewandert. Das setzt die Branche unter Druck: „Momentan suchen alle Mitbewerber und auch die Gastronomie.“ Das erschwere die Suche nach den Aushilfen erheblich.

Können die angebotenen Stellen dann überhaupt besetzt werden? „Grundsätzlich sind wir optimistisch“, sagt Meissner, gibt aber auch zu: „Gegebenenfalls wird es regional nicht überall gelingen.“

„Nicht so einfach“

„Aushilfen zu finden ist in diesem Jahr nicht so einfach“, sagt auch die Pressestelle der Parfümerie Douglas auf Anfrage der Redaktion. Die Dortmunder Filiale am Westenhellweg wirbt mit einem Aushang um Hilfe für das Feiertagsgeschäft. Bei der Suche bemerke man „natürlich“ die Auswirkungen von Corona.

Das bestätigt auch Marion Schreiber, Leiterin des stationären Verkaufs bei der Stadt-Parfümerie Pieper. Das Unternehmen betreibt sechs Filialen in Dortmund.

„In der Corona-Krise haben sicherlich viele Menschen erkannt, wie wichtig es ist, eine Festanstellung zu haben. Aushilfen werden in der Regel nur für eine Saison eingestellt – vermutlich ist dies vielen zu ungewiss“, erklärt sie. Dabei sei der Bedarf im gesamten Handel „in dieser außergewöhnlichen Zeit“ besonders groß.

Unternehmen machen unterschiedliche Erfahrungen

Die Buchhandlung Thalia dagegen gibt sich auf Anfrage zufrieden mit dem Verlauf der Suche nach Hilfskräften. Zu dem Konzern gehört unter anderem die Filiale der Mayerschen Buchhandlung am Westenhellweg.

Dort habe man in diesem Monat bereits sieben Aushilfen eingestellt, teilte die Pressestelle auf Anfrage mit, Stand: 21. Oktober. Für das anstehende Weihnachtsgeschäft ab Dezember würden noch weitere Aushilfen gesucht.

Weitere Hürde neben Corona

Der Blumenhändler Blume 2000 hat schon vor einigen Wochen einen Aufsteller herausgestellt. „Wir suchen dich! Zu Weihnachten als Aushilfe!“, steht dort in großen Lettern über aufgemalten Tannenbäumen und Weihnachtskugeln.

„Das Interesse ist groß“, sagt eine Mitarbeiterin der Filiale. Es seien schon einige Dortmunder in den Laden gekommen und hätten sich nach den Jobs erkundigt. Doch Hilfe wird weiter gesucht. Denn neben den Corona-Auswirkungen gibt es ein zweites Hindernis.

Das Geschäft stelle erst Aushilfen ab 18 Jahren ein, erklärt sie. Das schränkt die Auswahl ein, denn viele Bewerber seien erst 16 oder 17 Jahre alt. Aufgrund der langen Öffnungszeiten dürften sie jedoch nicht als Hilfe eingestellt werden.

Kaum Stellen über Agentur für Arbeit gesucht

Marion Krohn, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Dortmund, stellt derzeit keine besonderen Aktivitäten des Handels bei der Suche nach Aushilfen fest.

„Unseren Vermittlungsfachkräften liegen kaum Stellenangebote für das Weihnachtsgeschäft vor“, erläutert sie. Entsprechende Nachfragen von Kunden gäbe es aber auch nicht.

Arbeitskräfte fehlen nicht nur über Weihnachten

Doch nach Hilfe wird definitiv gesucht – nicht nur für die Zeit vor Weihnachten. Ein Rundgang durch die Innenstadt zeigt: Es sind offenbar auch viele Stellen offen, die nicht an dem Feiertagen hängen. Mit Aushängen werben zum Beispiel Hollister, Superdry, oder Kraemer in der Thier-Galerie um Personal.