Hannes Wader über sein jüngstes und zugleich ältestes Album

Konzert in Dortmund

"Nah Dran" heißt das neue Album von Liedermacher Hannes Wader. Am Donnerstag (4. 10.) spielt Hannes Wader im Konzerthaus. Wir haben ihn angerufen und mit ihm über seine Musik und das Alter.

DORTMUND

25.09.2012, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hannes Wader kommt nach Dortmund.

Hannes Wader kommt nach Dortmund.

Infos zum Konzert
Das Konzert beginnt am Donnerstag (4. 10.) um 20 Uhr im Konzerthaus an der Brückstraße 21. Karten kosten zwischen 6 und 34 Euro und sind erhältlich unter Tel. 22 69 62 00.

 

Ja, Scheitern ist sogar überbetont im Titelsong „Nah dran“. Anfangs hatte ich vor, mein Verhältnis zu Frauen aufzuarbeiten. Aber dann wurde mir das zu mulmig, zu persönlich. Daher habe ich es verfremdet. Es ist die Geschichte, oder besser ein Katalog des Scheiterns geworden. Aber ich lasse im Dunkeln, was ich selbst erlebt habe und was ich erlogen habe.  

 

Freut mich, wenn das so wirkt – manchmal wird der ironische oder sarkastische Unterton nicht erkannt, und das finde ich schade. Aber darauf kann ich als Künstler keine Rücksicht nehmen. Ich muss beim Publikum voraussetzen, dass es in meinen Texten Humor für möglich hält.

Ja, die Liebe, natürlich. Sie ist ja für Vieles, was man tut, der Grund, gerade für die Dummheiten. Trotzdem ist sie so wichtig...

Ja. Bei dem Thema kann ich nicht anders.

Die sind eine zentrale Sache. Vor allem, wenn man die 70 überschritten hat, gibt es eine Menge davon, da bauen sich Türme auf, der Verrat, den man begangen hat, die ganzen Sauereien. Mit über 70 muss man sich das klarmachen, nur Psychopathen tun das nicht. Man muss sich fragen: Wie geht man um mit dem ganzen Rucksack voller Schweinereien? Darauf habe ich nur eine Antwort: Man muss sich verzeihen.

Das ist für mich eine wichtige Marke. Ich will bewusst alt sein. Aber ich sage Ihnen: Das Alter taugt nichts. Ab 70 geht es nur in eine Richtung: nach unten.

 

Ja, aber das ist etwas anderes. Das Lied ist ein großes Vergnügen für mich. Dafür fallen mir täglich weitere Verse ein. Ein Gedanke bei dem Lied ist, dass das Leben mir so viel Spaß gemacht hat, dass ich dabei gar nicht über meine Verantwortung als alter Mann reflektiert habe. Zum Beispiel, wie ich beerdigt werden will. Es wird Zeit, mir solche Fragen zu stellen.

Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Darüber könnte ich auch noch einen Vers schreiben. Ich glaube, ich wäre dann gern spontan und schlagfertig. Ich bin meistens nicht spontan, und erst lange danach fällt mir eine passende Antwort für eine Situation ein. Aber beim Tod wäre ich es natürlich gern.

Rundum zufrieden. Glücklich nicht, das war ich noch nie. Immer höchstens für ein paar Sekunden. Aber ich werde das Konzert sehr genießen, das tue ich immer.

Infos zum Konzert
Das Konzert beginnt am Donnerstag (4. 10.) um 20 Uhr im Konzerthaus an der Brückstraße 21. Karten kosten zwischen 6 und 34 Euro und sind erhältlich unter Tel. 22 69 62 00.

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