Der Dorstfelder Hannibal muss endlich saniert werden, findet unser Autor. © Dieter Menne
Meinung

Hannibal-Sanierung: Neuer Eigentümer muss nun auch Taten folgen lassen

Für die Sanierung des Dorstfelder Hannibal wird es höchste Eisenbahn, meint unser Autor. Je länger der Leerstand, desto teurer die Sanierung - und die 412 Mietwohnungen werden dringend benötigt.

Die Skepsis wollte nicht recht weichen, als der Frankfurter Finanzinvestor Forte im Februar den Dorstfelder Hannibal übernahm. Der 1972 bis 1975 erbaute Wohnkomplex, einst als vorbildlich gefeiert, ist mit den Jahren von Käufer zu Käufer gereicht worden – und hatte zuletzt seinen Nimbus als Spekulationsobjekt weg. Sämtliche Ankündigungen, in den Wohnkomplex zu investieren, hatten sich als Luftblasen entpuppt.

Eigentum verpflichtet

Mit der Forte-Gruppe scheint nun ein Käufer gefunden, der sich an den Satz „Eigentum verpflichtet“ erinnert. Die Frankfurter sind offenbar gewillt, in die Sanierung des Objektes einzusteigen.

Dabei wird der Hannibal weitaus mehr Geld verschlingen als Forte in seine rund 1600 Mietwohnungen in Lanstrop und Scharnhorst investiert. Der Riese in Dorstfeld ist eine andere Hausnummer. Er könnte bei der Sanierung noch für unangenehme Überraschungen sorgen. Je länger der Bau leer steht, desto teurer wird’s.

9 Euro/qm? Kein Beinbruch

Dass Forte seine Investitionen wieder einspielen will, liegt auf der Hand. Sozialwohnungen wird es nicht mehr geben. Je nach Art und Umfang der Sanierung, schweben Forte teilweise Mieten zwischen 7,50 Euro und 9 Euro pro Quadratmeter (kalt) vor.

Das ist kein Beinbruch und für Dortmund längst kein ungewöhnliches Niveau mehr. Wichtig ist, dass der Hannibal endlich wieder auf den Markt kommt. Die 412 Wohnungen werden auch 2024 dringend benötigt werden.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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