Hansa-Salzlager mausert sich zur Veranstaltungshalle - dem Montantrödel fehlt nur Licht

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Die rustikale Kulisse des alten Salzlagers der Kokerei Hansa passt stilistisch perfekt zum Montantrödelmarkt. Da waren sich Verkäufer und Besucher am Donnerstag einig. Nur eine Sache störte.

Huckarde

, 31.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Salzlager des Industriedenkmals Kokerei Hansa mausert sich immer mehr zu der Veranstaltungshalle, die sie mal werden soll. Deshalb verlegte die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur den Montantrödelmarkt nach 16 Jahren in der Waschkaue und der Kompressorenhalle am Vatertag ins Salzlager.

Ein logischer Schritt, denn im vergangenen Jahr hatte es noch Probleme mit dem Brandschutz gegeben und Veranstaltung wurde erst kurz vorher genehmigt. Diese Probleme gab es diesmal nicht. Dafür ein anderes.

Nicht besonders helle Halle

Das Salzlager hat hohe Backsteinmauern und schmale Fenster unter dem Dachansatz. Im Inneren werden die gereinigten und konservierten Maschinen stilvoll angestrahlt. Eine Deckenbeleuchtung gibt es aber noch nicht. Deshalb ist es in der Halle nicht besonders hell.

Das fiel am Donnerstag besonders auf, weil die Sonne nicht schien. Mehrere Händler bemängelten das. „Ganz schön duster hier“, sagte ein Verkäufer von Grubenlampen, der seine Tische an der Südseite aufgestellt hatte.

Auch Buchhändler Peter Nicolai sah seine Auslage nicht angemessen beleuchtet: „Das ist noch nicht optimal, aber die Halle ist ja noch nicht fertig.“

Einig waren sich die Händler allerdings in der Einschätzung, dass die Halle als Kulisse für den Montantrödel ideal sei.

Hansa-Salzlager mausert sich zur Veranstaltungshalle - dem Montantrödel fehlt nur Licht

Peter Nicolai sammelt Literatur zum Thema Bergbau. Beim Montantrödelmarkt war er der größte Bücheranbieter. © Holger Bergmann

Stiftung meldet 1200 Besucher - ein guter Wert

Und dass sich zumindest die Stimmung aufhellte, lag daran, dass der Andrang so groß war. 1200 Besucher meldet Anna Gerhardt, Sprecherin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur: „Ein toller Wert.“

Auch für diese gute Nachfrage hatten die Händler eine Erklärung. „Das offizielle Ende des Bergbaus in diesem Jahr hat viele Menschen dafür sensibilisiert, dass man sich noch schnell ein Andenken anschaffen sollte“, sagte Michael Giga, der Teile seiner eigenen Sammlung verkaufte.

Hansa-Salzlager mausert sich zur Veranstaltungshalle - dem Montantrödel fehlt nur Licht

Michael Giga verkaufte sogenannte Froschlampen, die er einst als Lehrling gefertigt hatte. © Holger Bergmann

Nebenbei erklärte Giga, wie es sein kann, dass es nach den Jahren immer noch soviele Grubenlampen auf dem Markt gibt. Die Lampen, die er anbot - mit Öl, Docht und offener Flamme, sogenannte Frösche - hat er alle selbst hergestellt. „Ich war Lehrling auf der Zeche Hansa. Ich habe im Rahmen meiner Lehre zig solcher Lampen hergestellt. Und die anderen Lehrlinge auch alle.“

Es gibt noch echte Bergleute

Und dann gab es sie doch noch. Echte Bergmänner. An einem großen Informationsstand machte das Netzwerk Altbergbau unter anderem darauf aufmerksam, dass es doch noch Bergbau gibt: im Besucherbergwerk Graf Wittekind in Syburg. „Die Nachfrage ist riesig, wir sind bis Oktober ausgebucht“, berichtet der Bergbauexperte Hans Ludwig Bücking.

Er bestätigt, dass das Interesse an dem Thema steigt: „Jeder,der einen Bergmann in der Familie hatte, findet im Bergbau seine Wurzeln“.

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