Hansa-Theater: Trotz Corona nimmt Musical-Express volle Fahrt auf

rnPremiere in Hörde

Die neue Eigenproduktion des Hansa-Theaters wird unter umfangreichen Präventionsmaßnahmen und trotz kleinerer Schwächen gefeiert. Viel Fantasie, Humor und eine Elfjährige tragen dazu bei.

Hörde

, 28.09.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch in Corona-Zeiten geht im Hansa-Theater die Post ab. Seit Samstag mit neuer Eigenproduktion. 100 Zuschauer feiern den „Musical Express“ mit lang anhaltendem Beifall. Fast so, wie vor Corona. Bei gedämpfterer Lautstärke.

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Wo sonst für 199 Besucher Stuhlreihen stehen, gibt es jetzt Bistro-Tische mit je zwei Stühlen – für 100 Gäste. So bleibt der notwendige Abstand gewahrt. Die nach dem Brand vor zwei Jahren neu eingebaute Lüftungsanlage sorgt für Luftaustausch.

Umfangreiche Corona-Maßnahmen

Fünf Ausgänge lassen in der Pause gut Abstand halten. Wie das Café Sinatra, das während der Pandemie geöffnet ist und den Andrang am Tresen im Saal entzerrt. Viel mehr Prävention, neben dem Maskentragen bis zum Platz und obligatorischem Abstandhalten, geht kaum. Die Zuschauer honorieren dies, auf Nachfrage von Theaterchefin Inga Strothmüller, wie das Empfinden im Saal gewesen sei, mit lautem Applaus.

Für Sexappeal und Anrüchiges sorgen (v.l.) Ariane Fischer, Inga Strohmüller und Lisa Graff in „Chicago“.

Für Sexappeal und Anrüchiges sorgen (v.l.) Ariane Fischer, Inga Strohmüller und Lisa Graff in „Chicago“. © Dietmar Bock

Inga Strothmüller sorgte neben den umfangreichen Corona-Maßnahmen auch für die Idee und Umsetzung des Express. Gemeinsam mit Tim Erlmann, der die Video-Einspielungen kreierte, die jedoch noch nicht alle reibungslos klappen. Zugleich interpretiert er als Spieler der Handpuppen Flamingo, Katze und Hits wie „Dir gehört mein Herz“ (aus Tarzan), „Erinnerungen“ (Cats) und „Kann es wirklich Liebe sein“ (König der Löwen) in humoriger Weise.

Heitere Momente

Durch überzeichnetes Mienenspiel sorgen auch Ariane Fischer und Markus Psotta für Heiterkeit. Psotta präsentiert den Conférencier aus Cabaret im fahrenden Zug, oben nur mit Unterhemd und Hosenträgern bekleidet, ein Trockentuch durch die Luft kreisend. Eine Hommage aus dem surrealen Showbusiness an die Malocher des Ruhrpotts.

Die erst elfjährige Lina Strothmüller (l.) führt durch die Geschichte des Musical-Express´. Hier in einer Szene mit ihrer leiblichen wie auch Theater-Mutter Nadine Strothmüller.

Die erst elfjährige Lina Strothmüller (l.) führt durch die Geschichte des Musical-Express´. Hier in einer Szene mit ihrer leiblichen wie auch Theater-Mutter Nadine Strothmüller. © Dietmar Bock

Derlei Verbindungen gibt es in der Geschichte um das Mädchen Charlotte, das im Zug ihr „Köfferchen“ und ihre Eltern sucht. Von Bottrop bis Chicago wird eine fast weltumspannende Musikreise geboten, durch die die elfjährige Lina Strothmüller führt.

Schlagfertige Elfjährige

Gemeinsam mit dem „Ohne-mich-fährt-kein-Zug-ab“-Schaffner Günter Burchert, der die Texte zu dieser magischen Reise schrieb, liefert sich die Tochter von Nadine Strothmüller, welche als „Roxy“ (Chicago) brilliert, schlagfertige Dialoge. So entführen sie per Musical-Best-of, das historisch bis ins 18. Jahrhundert reicht und in Anlehnung an die Epochen mit bunten Kostümen daherkommt, in Traumwelten.

Zurück ging es auch in die 1970er-Jahre: Mit (v.l.) Inga Strothmüller, Ariane Fischer und Nadine Strothmüller beim Abba-Musical „Mamma Mia!“.

Zurück ging es auch in die 1970er-Jahre: Mit (v.l.) Inga Strothmüller, Ariane Fischer und Nadine Strothmüller beim Abba-Musical „Mamma Mia!“. © Dietmar Bock

Wie jene von Mozart, Österreichs Kaiserin Elisabeth („Sissi“) und dem Broadway. Dazu passen die fantasievollen Tanz-Choreografien, die vor allem Lisa Graff und Isabel Zuhl auf die Bühne bringen. Am 28. November 2020 und 7. März 2021 hält der Express wieder in Hörde. Tickets und weitere Informationen gibt es unter: www.hansa-theater-hoerde.de

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