Hansa-Theater wieder da: „Es fühlt sich wie zu Hause an"

rnTheater in Dortmund

Nach dem verheerenden Brand im Mai 2018 kehrte Familie Strothmüller Ende September 2019 ins angestammte Hansa-Theater in Hörde zurück. Wie es ihr seit dem ergangen ist, erzählt sie hier.

Hörde

, 28.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang Mai 2018 brannte das Hansa-Theater in Hörde ab, ging der Spielbetrieb zuerst an wechselnden Orten, schließlich im ehemaligen Luna-Varieté in Hombruch weiter. Seit Ende September ist es wieder zurück in der Eckardtstraße 4a. Dietmar Bock sprach mit Chefin Inga Strothmüller sowie ihren Eltern und Theatergründern Theresia und Rudi Strothmüller, wie es ihnen im neu gestalteten Theater an alter Stätte bisher ergangen ist und was noch vor ihnen liegt.

Wie war das Ankommen in Hörde nach über einem Jahr ?
Rudi: Es fühlt sich wie zu Hause an.

Inga: Wir haben uns schnell eingefunden, einzig die Technik war ein Problem.

Inwiefern?
Inga: Sie ist komplett neu und digital. Jede Show muss bezüglich Ton und Licht neu eingestellt werden. Das ist ein enormer Aufwand.

Theresia: Zudem ist das Servicepersonal fast komplett neu. Wir haben gut zwei Monate gebraucht, um hier richtig anzukommen.

Wie wird das neue Programm angenommen?

Inga: Sehr gut. Die meisten Veranstaltungen im Januar, Februar und März sind so gut wie oder bereits ausverkauft. Für die erste Premiere in 2020, „A Tribute to Rod Stewart“ von und mit Robin Stone, gibt es aber noch Karten.

Hansa-Theater wieder da: „Es fühlt sich wie zu Hause an"

Robin Stone wird am 24. Januar als Rod Stewart in der gleichnamigen Tribute-Show die erste Premiere des Jahres 2020 feiern. © Dietmar Bock

Rudi: Neben der laufenden Spielzeit haben wir parallel das Programm für 2020/21 zusammengestellt. Im März werden wir es veröffentlichen.

Theresia: Die Musikwerkstatt, die gut mit Betriebs- und Familienfeiern angelaufen ist, legt am 26. Januar mit der Gruppe „Sackville Street“ wieder los. Am 10. Mai bietet Tirzah Haase einen Chansonabend mit Liedern deutsch-jüdischer Komponisten. Da dieser Event von der Bezirksvertretung und dem Werk- und Begegnungszentrum Hörde gefördert wird, ist der Eintritt frei.

Hansa-Theater wieder da: „Es fühlt sich wie zu Hause an"

Tirzah Haase bietet am 10. Mai 2020 in der Musikwerkstatt des Hansa-Theaters einen ganz besonderen Chansonabend mit ausschließlich Werken deutsch-jüdischer Komponisten. © Dietmar Bock

Wie war der Zuspruch im Hansa-Theater nach der Rückkehr?

Inga: Es lief schleppend, wenn auch besser als vor einem Jahr in Hombruch an. Wir sind von der Auslastung her aber noch nicht da, wo wir vor dem Brand waren.

Theresia: Unsere Stammgäste kommen wieder, doch ganz scheint es sich in Hörde noch nicht herumgesprochen zu haben, dass wir wieder zurück sind.

Im Theater selbst hat sich auch optisch vieles getan. Wie kommt das beim Publikum an?

Rudi: Vom neuen Ambiente sind alle begeistert. Schon im Eingangsbereich kommt der große Leuchter aufgrund der höheren Decke besser zur Geltung.

Theresia: Das Foyer wirkt jetzt größer, was unsere Gäste ebenso sehr schätzen wie den behindertengerechten, ebenerdigen Zugang und das verlängerte Dach vor dem Eingang, das Schutz vor Regen bietet.

Rudi: Die Zeit mit den sturmbedingt auch mal abhebenden Pavillons ist glücklicherweise vorbei.

Was hat sich sonst noch verändert?

Inga: Das Theater hat seinen Charme behalten, wirkt jedoch innen durch die neue Aufmachung sowie außen durch die aufgelockerte Fassade edler als vorher. Ferner sorgt die neue Klimaanlage für einen angenehmen Aufenthalt.

Hansa-Theater wieder da: „Es fühlt sich wie zu Hause an"

So sieht der Saal nach dem Brand im Mai 2018 sowie dem Wiederaufbau in Rekordzeit jetzt aus. © Dietmar Bock

Theresia: Vor allem hat das nervige Hin und Her zwischen Hörde und Hombruch ein Ende. Das war eine große Belastung. Für Hombruch jedoch tut es mir leid. Einige Besucher sind uns sogar nach Hörde gefolgt.

Wie war der Kraftakt mit Wiederaufbau und zwei Umzügen so schnell zu bewältigen?
Rudi: Dass wir dies alles so schnell stemmen konnten, haben wir vor allem dem Werk- und Begegnungszentrum und der Bezirksvertretung Hörde zu verdanken. Ohne sie und ihre unermüdliche Hilfe wäre das nicht möglich gewesen. Vielen Dank dafür!

Auf was darf sich Ihr Publikum 2020/21 freuen?
Rudi: Neu werden vor allem Workshops für Kinder und Jugendliche sowie Seminare für Erwachsene sein. Diese inhaltlich noch nicht festgelegten Veranstaltungen werden wir in enger Zusammenarbeit mit dem WBZ umsetzen, wie auch gemeinnützige Konzerte.

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