Hausdurchsuchung bei Polizist, der bei Dortmunder Corona-Demo auftrat

Rede auf dem Hansaplatz

„Es liegt an euch, ob der Wandel friedlich oder gewaltsam abläuft“, sagte ein Polizist aus Hannover bei einer Demo in Dortmund. Jetzt sollen Kollegen seine Wohnung durchsucht haben.

Dortmund

, 28.08.2020, 17:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Polizist aus Hannover sprach vor rund 2800 Zuhörern aus ganz Deutschland auf dem Hansaplatz.

Der Polizist aus Hannover sprach vor rund 2800 Zuhörern aus ganz Deutschland auf dem Hansaplatz. © Oliver Schaper

„Ich bin Patriot, kein Idiot.“ Das war die Überschrift der Rede, die ein niedersächsischer Polizist am 9. August in Dortmund hielt. Der Beamte hat darin die Grundlage des Corona-Schutzes angezweifelt und zum Protest aufgerufen.

Unter anderem richtete er an die anwesenden Polizisten: „Es liegt an euch allen und unseren Soldaten, ob der anstehende gesellschaftliche Wandel friedlich oder gewaltsam abläuft.“ Er verglich die Maskenpflicht und andere heutige Maßnahmen mit der Zeit des Dritten Reiches, „als die breite Masse der Bevölkerung geschwiegen und dadurch selbst zu Unterstützern der Gräueltaten“ geworden sei.

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Jetzt hat es übereinstimmenden Medienberichten zufolge eine Wohnungsdurchsuchung bei dem inzwischen suspendierten Polizisten gegeben. Der Mann zweifelte unter anderem die Gewaltenteilung an. In der Vergangenheit sei er für den Schutz jüdischer Einrichtungen betraut gewesen, berichtet die Neue Presse Hannover.

Polizei Hannover äußert sich nicht

Auf dem Dortmunder Hansaplatz sagte der Mann, seine Loyalität gelte zwar dem Land Niedersachsen, er habe seinen Eid aber nicht auf ein politisches Programm geleistet. „Wegen des Persönlichkeitsschutzes äußern wir uns nicht zu einem Zwischenstand des Disziplinarverfahrens“, heißt es offiziell von der Polizei Hannover.

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