Hej Organic will den Kosmetikmarkt aufmischen

Neue Firma im Kreuzviertel

Hej Organic will den Kosmetikmarkt in Deutschland, am liebsten auf der ganzen Welt, verändern - und das zu Teilen aus einem Büro im Kreuzviertel. Die Naturkosmetikmarke ist seit Januar auf dem Markt. Gegründet wurde sie in Dortmund und Hamburg. Und ist schon jetzt so erfolgreich, wie es sich viele Start-Ups nur erträumen können.

DORTMUND

, 12.07.2017, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mitten im Kreuzviertel liegt das Büro der Naturkosmetikmarke Hej Organic. Zur Einrichtung gehören ? symbolisch ? eine ganze Menge Kakteen. Denn Kakteen aus Marokko liefern die wichtigsten Inhaltsstoffe für die Produkte der Marke. Zum Team gehören (v.l.): Social-Media-Managerin Jil Wernicke, Geschäftsführer Said Aissaoui, Mit-Gründerin Laura Rath und Brandmanagerin Nina Steinberg

Mitten im Kreuzviertel liegt das Büro der Naturkosmetikmarke Hej Organic. Zur Einrichtung gehören ? symbolisch ? eine ganze Menge Kakteen. Denn Kakteen aus Marokko liefern die wichtigsten Inhaltsstoffe für die Produkte der Marke. Zum Team gehören (v.l.): Social-Media-Managerin Jil Wernicke, Geschäftsführer Said Aissaoui, Mit-Gründerin Laura Rath und Brandmanagerin Nina Steinberg

Laura Rath ist 28 Jahre, sie hat Wirtschaftspsychologie und Wirtschaftswissenschaften studiert, das Karrierenetzwerk Careerloft von Bertelsmann geleitet und ist jetzt, auch wenn sie sich nicht gerne in den Vordergrund stellt, der Kopf des Unternehmens Hej Organic. Und mit dem hat sie ziemlich klare Ziele: „Wir möchten“, sagt sie, „die Welt beschleunigen, sich nachhaltiger zu pflegen.“

Dass sie sich entschieden hat, eine Kosmetikmarke zu gründen, hat auch ein bisschen etwas mit ihrer Familie zu tun. Ihr Schwiegervater – und Geschäftspartner – Norbert Rath hat vor vier Jahren gemeinsam mit Said Aissaoui das Unternehmen Brandpur in Hamburg und Dortmund gegründet, ein Produzent für Naturkosmetik, zum Beispiel für den Douglas-Konzern.

Naturkosmetik? "Alles so Wollsocken-mäßig"

Vor zwei Jahren dann begann Laura Rath gemeinsam mit Freunden, ihre eigene Kosmetikmarke zu entwickeln. Sie habe, vor allem auch auf Reisen, festgestellt, dass immer mehr Menschen das Bedürfnis haben, sich nachhaltig und bewusst zur ernähren – mit Bio-Lebensmitteln, immer öfter auch vegan. Und dass es für dieses Denken, für diese Lebensweise, tolle Angebote gibt fernab vom Öko-Klischee.

Die Naturkosmetik dagegen, sagt sie, sei genau dort steckengeblieben. „Es ist alles so Wollsocken-mäßig.“ Der Markt biete zwar Produkte mit nachhaltigen, natürlichen Inhaltsstoffen, aber die Aufmachung, die Verpackung, sei alles anderes als schön, sondern langweilig und bieder. Und genau dort will Hej Organic ansetzen. „Wir möchten die Naturkosmetik aus der verstaubten Ecke herausholen und ihr ein neues Image geben“, sagt sie.

Vorbild: Gin-Flasche

Freitag für Freitag haben sie und ihre Freunde von da an beim Feierabendbier ihre eigene Marke, Hej Organic, entwickelt. Bevor sie sich den Inhaltsstoffen gewidmet haben, haben sie zunächst ein schönes, ein modernes Design entwickeln wollen. Vorbild für das Design der Verpackung etwa war eine Gin-Flasche.

Und weil die aktuell elf Produkte in der Basis aus Kaktusfeigenkernöl und Kaktusfeigenblütenextrakt bestehen, ist die Grundfarbe Grün. Und Grün wiederum ist eine der Trendfarben des Jahres 2017.

Kaktusfeige aus dem Süden Marokkos

Aber natürlich, das weiß auch Laura Rath, ist bei Naturkosmetik eben nicht nur die Optik entscheidend, sondern auch der Inhalt. Alle Produkte – Duschgel, Gesichtsreinigung und -pflege, Handcreme und Lippenstift – sind aus natürlichen Zutaten zusammengesetzt, ohne chemisch gewonnene Stoffe. Die Kaktusfeige komme aus dem Süden Marokkos. Ihr Öl enthält Taurin. Ein Stoff, der auch in Red Bull enthalten ist. „Wir machen also das Red Bull der Kosmetik“, sagt Laura Rath. Sie lächelt.

Gegründet hat sie das Unternehmen gemeinsam mit Schwiegervater Norbert Rath und Said Aissaoui nach all der Planung im vergangenen Jahr. Die 28-Jährige leitet die Bereiche Marketing, Vertrieb und Produktmanagement. Im Januar ist Hej Organic an den Markt gegangen. Laura Rath hat es sogleich geschafft, ihre Produkte einem der größten deutschen Komsetikkonzerne schmackhaft zu machen: Als bislang einziges Unternehmen darf Douglas die Produkte von Hej Organic verkaufen.

Dortmund ist ein guter Logistikstandort

Die Produkte werden in der Nähe von Hannover produziert. Lager und Logistik des Unternehmens sind in Bodelschwingh. Sie seien seit Januar sogar schon in ein größeres Lager umgezogen. Aktuell sind es 500 Quadratmeter, auch ein Teil der Abfüllung wird hier gemacht.

Seit Anfang Juli hat Hej Organic im Kreuzviertel, an der Redtenbacherstraße, in den Räumen eines ehemaligen Bäckers, ein Büro für Vertrieb und Marketing. Dortmund, sagt Laura Rath, sei ein guter Logistikstandort. Geplant sei, dass das Unternehmen auch langfristig hier bleibe. Schon jetzt, nach sieben Monaten, haben Hej Organic und die Muttergesellschaft Brandpur zwölf feste Mitarbeiter. Der Anspruch ist groß, wenn man die Welt verändern möchte.

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