Hennes Bender rockt das Gymnaisum an der Schweizer Allee

rnHennes Bender

Das Gymnasium an der Schweizer Allee feiert sein 50-Jähriges mit 50 Veranstaltungen. Und auch bei Hennes Bender spielt die 50 eine nicht unerhebliche Rolle bei seiner Tour durch NRW.

Aplerbeck

, 08.04.2019, 11:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hennes Bender wird oftmals unterschätzt, als ausschließlich blödelnder Comedian abgetan. Doch der Bochumer bietet weit mehr als flotte Sprüche und Klamauk. Er verbindet leichte Komik mit anspruchsvollem Kabarett - das stets spielerisch.

Davon konnten sich am Samstag die auch aus Recklinghausen und Senden angereisten Gäste im nicht ganz ausverkauften Gymnasium an der Schweizer Allee überzeugen. Unter dem Motto „50 Jahre, 50 Veranstaltungen“ haben Mittelstufenkoordinator Justus Pinker und das Team um den regen Förderverein Hennes Bender mit seinem Programm „Alle Jubeljahre“ eingeladen.

Aufmunterung nach der BVB-Klatsche

Im Untertitel verspricht der Comedian „Das Beste aus 50 Jahren - von Shakespeare bis Spongebob“ und bittet: „Ihr könnt Euch wünschen, was Ihr wollt“, lädt der im letzten Jahr 50 gewordene Hörspielsprecher, der die BVB-Fans nach der Klatsche in München aufmuntert, zum Mitmachen ein. „In Bochum isses fußballerisch viel schlimmer“, meint der VfL-Fan. „Dafür spielen wir nächstes Jahr wieder gegen Schalke – in Liga zwei.“

Bei dem von ihm geforderten Wunschkonzert gerät Bender jedoch in Verlegenheit. Die nach dem früheren Comic-Magazin benannte „Yps“-Nummer wird gefordert. „Das ist aus meinem ersten Programm“, schluckt Bender, gibt zumindest Dönekes mit den der Zeitschrift beigefügten Spielzeug-Gimmicks zum Besten. Ob Heißluftballon oder Urzeitkrebse, in seiner sehr plastischen Darstellung gerät dies zu großen Lacherfolgen.

Die besten Scherze aus 25 Bühnenjahren

Wie die satirische Einlage, dass er sich zu den besten Scherzen aus seinen 50 Lebens- und 25 Bühnenjahren ein aufwendigeres Bühnenbild gewünscht hätte. Analog zu jenen Künstlern, die ihren Namen groß an die Wand projizieren, damit jeder wisse, wer da spiele. „Ich halte mein Publikum für intelligent genug.“ Das wirkt. So auch die deutliche Kritik an Trump („Was der twittert ist nicht zu toppen.“) und den permanenten A40-Staus („Ist wohl gesetzlich so festgelegt.“).

Mit einer Mär räumt Hennes Bender, der nach der Pause im weißen Einteiler á la Elvis Presley auf die Bühne kommt und den sozialkritischen Inhalt von „In The Ghetto“ seines Idols hervorhebt, indes auf: „Ich bin nicht Spongebob“, stellt der auch als Synchronsprecher tätige Westfale klar. „Ich kann den deutschen Sprecher nur recht passabel nachmachen“, untertreibt der exzellente Stimmenimitator. Neben dem gelben Schwamm, den er szenisch gekonnt darstellt, überragt Bender mit seinen Klaus Kinski-, Herbert-Grönemeyer-, Rammstein- und Bee-Gees-Einlagen. Das ist erste Klasse, wird mit starkem Beifall begleitet.

Lesen Sie jetzt