HG Butzko übersetzt im Cabaret Queue die Digitalisierung für alle Analogen brillant

rnPolitisches Kabarett

Kabarettist HG Butzko befindet sich im „Hier und Jetzt“ und nicht im „Zewa“. Warum, das erklärt er im Cabaret Queue anschaulich. Er nennt das „Echt jetzt“. Das Publikum findet es „echt gut“.

Hörde

, 09.09.2019, 09:48 Uhr / Lesedauer: 1 min

HG Butzko begibt sich „echt jetzt“ im gleichnamigen Programm auf eine Zeitreise in die Anfänge seiner Kabarettkarriere 1997. Im Cabaret Queue erklärt er analog Aufgewachsenen die moderne, nicht unbedingt besser gewordene Welt.

Am Stehtisch lehnend, erzählt er mit grüner Kord-Cap ruhig und phonetisch brillant von rasanten technischen Entwicklungen, Bildungsmisere und vernachlässigten Kindern. Ein 56K-Modem hatte eine Geschwindigkeit, „als würde Sebastian Vettel auf einem Sitzrasenmäher an der Formel-1 teilnehmen“.

Über diesen Vergleich wird laut gelacht, wie über „Chris die Motten“. In Anlehnung an den Ausruf des Entsetzens („Du kriegst die Motten“) steigert er sich unter zerzauster Perücke sogar in Rage.

Leben im "Wisch und Wech"

Die Digitalisierung habe die Sprache derart verändert, dass man „Begriffe nicht mehr begreift“. Cloud / „Klaut“, so sein alter Ego, „war früher eine Aufforderung zum Diebstahl.“ Damals, so seien sich alle Experten einig, lebte der Mensch nur im ´Hier und Jetzt`. Glotzt man heute aufs Smartphone, sei man im Zewa: Im "Wisch und Wech.“

Hin und weg ist das Publikum, das konzentriert zuhört, nach geschickt aufgebauten Pointen loslacht und bei Diskriminierungs- und Rassismus-Kritik nachdenklich innehält. Nach zwei Stunden feiert es HG Butzko mit langem Applaus. „Echt gut“, urteilt Besucher Herbert Neitzel.

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