Hier wollen Nazi-Gegner und Rechtsextreme am Montag in Dortmund demonstrieren

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Der Montag hat sich in den vergangenen Wochen zum Demo-Tag in Dortmund entwickelt. Auch am 28. Oktober protestieren Nazi-Gegner und Rechtsextreme an mehreren Orten. Ein Demo-Überblick.

Dortmund

, 28.10.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die rechtsextreme Splitterpartei „Die Rechte“ hat erneut angekündigt, am Montagabend ab 19 Uhr zu demonstrieren. Die Nazis treffen sich vor dem Nordausgang des Hauptbahnhofs. Anschließend führt die Route über die Mallinckrodtstraße ins Hafenviertel, teilte die Polizei am Montagvormittag mit.

Wie zuvor auch soll verhindert werden, so die Polizei, dass der „Aufzugsweg der Rechtsextremisten an Orten vorbeiführt, an denen Mahnmale und Gedenkstätten an die Opfer nationalsozialistischer und rechtsextremer Gewalt erinnern.“ Erwartet werden erfahrungsgemäß rund 60 Teilnehmer, es sind meist „Stammgäste“ bei Dortmunder Nazi-Demos.

Nur rund hundert Meter entfernt werden Nazi-Gegner am NSU-Mahnmal an der Steinwache gegen die Rechtsextremen protestieren. Der Organisator der Demo, der SPD-Landtagsabgeordnete Volkan Baran, hat 200 Teilnehmer angemeldet, geht aber davon aus, dass bedeutend mehr Menschen kommen, um den Nazis die Meinung zu sagen.

Gegenprotest am NSU-Mahnmal

Die Stand-Kundgebung steht unter dem Motto „Gemeinsam gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit“ und ist ausdrücklich überparteilich angelegt. Baran hofft, dass möglichst viele Menschen, Gruppen, Parteien und Bündnisse ein Zeichen gegen Rechts setzen werden. „Es geht darum, den Nazis nicht die Straße zu überlassen“, sagt Baran. So haben sich laut Baran bereits die Alevitische Gemeinde und der Integrationsrat angekündigt.

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Etwas weiter nördlich wird auch gegen Nazis demonstriert. In der Nordstadt kursiert ein anonymer Flyer, der auf mehreren Sprachen die „lieben Nachbarn“ für 15 Uhr zu einem antifaschistischen Familienfest auf dem Nordmarkt einlädt. Um 18 Uhr soll es eine Demonstration auf dem Kirchplatz an der Münsterstraße geben, „von da“ wolle man dann in Richtung der Nazis ziehen. Eine digitale Version der Flyer wird von Antifa-Accounts auf Twitter verbreitet.

Erneute Demo gegen „Thor Steinar“-Laden

Das Blockadebündnis Blockado hat derweil ebenfalls für 18 Uhr wieder eine Demonstration vor dem „Thor Steinar“-Laden „Tønsberg“ am Brüderweg angekündigt. Der bei Rechtsextremen beliebte Mode-Laden ist seit Montag geschlossen, nachdem Unbekannte mit einem Feuerlöscher eine „übelriechende Flüssigkeit“ im Geschäft verteilt und für einen Sachschaden in fünfstelliger Höhe gesorgt hatten. Seit Ende August gibt es regelmäßig montags Protest-Aktionen gegen das Geschäft.

Die Rechtsextremen wiederum demonstrieren seit Ende September jeden Montag in der Innenstadt, was jedes Mal Gegenprotest ausgelöst hat. Vor knapp zwei Wochen, am 14. Oktober, gingen fast 2000 Menschen gegen die Nazis auf die Straße, vergangenen Montag waren es noch mehrere hundert Menschen. Während die Polizei nach dem letzten Demo-Montag von einem „weitgehend störungsfreien“ Verlauf sprach, gab es aus dem Lager der Gegendemonstranten Kritik am Verhalten der Polizei. Es gab Berichte von Schlagstock-Einsätzen gegen Nazi-Gegner.

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