Der erste Spatenstich für den Breitbandausbau in Dortmund wurde von OB Thomas Westphal (Mitte) und Projektpartnern vorgenommen. Fast 100 Millionen Euro stehen für die Glasfaser-Offensive zur Verfügung. © Stadt Dortmund/Schaper
Breitbandausbau

Highspeed-Internet für Dortmund: ein Stadtteil profitiert als erstes

Der Startschuss für den Breitbandausbau in Dortmund ist gefallen. Wohn- und Gewerbegebiete, in denen das Internet langsam ist, werden ans Glasfasernetz angeschlossen.

Am äußersten Stadtrand wird jetzt damit begonnen, rund 8000 Haushalte, 131 Schulen und viele Gewerbebetriebe in ganz Dortmund mit schnellem Internet zu versorgen. In vier Jahren sollen 3200 Adresspunkte ans Glasfasernetz angeschlossen sein und damit über Highspeed-Internet ohne ruckelnde Streamings und lange Ladezeiten verfügen.

Mit diesem vom Bund geförderten Breitbandausbau sollen dann die „weißen Flecken“ in der Stadt, die bisher nur über eine sehr langsame Internetverbindung verfügen, beseitigt sein. Eine kostenlose Glasfaseranbindung für diese Bereiche soll flächendeckend im Stadtgebiet erfolgen.

Auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände Knepper an der Oestricher Straße erfolgte am Donnerstag (5.8.) durch Oberbürgermeister Thomas Westphal und die Projektpartner der erste Spatenstich für das große Vorhaben. Fast 50 Millionen Euro kommen aus einem Bundesförderprogramm. Dazu kommen die Landesförderung von 40 Prozent und der kommunale Eigenanteil. Insgesamt stehen rund 97 Millionen Euro zur Verfügung.

Dokom21 verlegt Kabel auf 430 Kilometern

Dokom21 ist von der Stadt mit der Umsetzung beauftragt worden. „Ich freue mich, dass wir nach der Vertragsunterzeichnung vom Juni nun praktisch starten können“, sagt Oberbürgermeister Thomas Westphal. „Die Stadt Dortmund wird als Lebens-, Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort einen enormen Schub durch den geförderten Breitbandausbau erhalten. Es ist ein weiterer Schritt für unsere Entwicklung zur Smart City.“

Etliche Bürger in der Nähe des früheren Kraftwerksgeländes in Oestrich, die in Bereichen wohnen, die ohne Subventionierung nicht erschlossen werden könnten, dürfen sich schon bald über einen Glasfaseranschluss freuen. „Bis zum Jahresende wird dieses große Cluster fertig sein“, sagt Dokom21-Geschäftsführer Jörg Figura.

Die Glasfaser-Offensive für Dortmund ist gestartet. In den nächsten vier Jahren sollen die „weißen Flecken
Die Glasfaser-Offensive für Dortmund ist gestartet. In den nächsten vier Jahren sollen die „weißen Flecken“ im Stadtgebiet, also die Bereiche, die bei der Internetanbindung unterversorgt sind, beseitigt werden. © Peter Wulle © Peter Wulle

Dokom21 hat den geförderten Ausbau im Stadtgebiet in über 90 Cluster unterteilt. Ganz Dortmund soll am Ende vom schnellen Internet profitieren. „Mit dem Breitbandausbau hier auf dem alten Kraftwerksgelände möchten wir vor allem die Gewerbeansiedlung fördern. Es geht aber auch an deren Stellen in der Stadt – vor allem dort, wo mehrere Schulen nah beieinander liegen – jetzt los. In diesem Jahr werden wir bereits 50 Kilometer Glasfaserkabel verlegen“, so Jörg Figura. Bis 2025 werden es rund 430 Kilometer sein.

Regierungspräsident: „Müssen bei der Digitalisierung aufholen.“

Dortmund gehört damit zu den größten kreisfreien Projekten in der Bundesrepublik. „Und das nicht, weil wir so viele weiße Flecken haben“, erklärt OB Westphal, „sondern weil wir viele ländliche Bereiche haben und viel Trasse verlegen müssen. Die Unterversorgung ist sehr verstreut in der Stadt.“ Zweieinhalb Jahre wurde der Breitbandausbau vorbereitet, damit es jetzt relativ zügig gelingt, Glasfaser auch in die entlegenen Ecken der Stadt zu bringen.

Zum feierlichen Spatenstich kam unter anderem Regierungspräsident Hans-Josef Vogel. „Mit Dortmund konnten wir insgesamt 740 Millionen Euro aus dem Bundes- und Landesförderprogramm in den Regierungsbezirk Arnsberg holen. Es ist gut, dass es dieses Ausbauprojekt gibt, denn wir müssen ja als Deutschland bei der Digitalisierung aufholen“, so der Regierungspräsident.

430 Kilometer Tiefbau, das macht Dokom21-Chef Jörg Figura deutlich, werden nicht ohne Beeinträchtigungen vorgenommen werden können. „Wir müssen zwar nicht in die Straßen, aber wir werden in sehr vielen Bürgersteigen Kabel verlegen. Das wird zu Behinderungen führen, etwa dazu, dass der Autoverkehr mal einspurig geführt werden muss oder dass Garagenzufahrten dicht sind“, sagt er und bittet schon jetzt um Verständnis.

Breitbandausbau

Datenübertragung in Lichtgeschwindigkeit

  • Glasfaser ist aktuell die technisch leistungsfähigste Telekommunikationsanbindung. Sie bietet im Gegensatz zu Kupfer unbegrenzte Bandbreiten bis zu n mal 10 Gbit/s und zeichnet sich durch hohe und stabile Übertragungsraten aus.
  • Dokom21 wird im Rahmen des Ausbauprojektes, so sagt Geschäftsführer Jörg Figura, Privathaushalte, Unternehmen und Schulen gezielt über ihre Anschlussmöglichkeiten an das Glasfasernetz informieren.
  • Für Fragen zum geplanten Breitbandausbau in Dortmund und zu einem möglichen Anschluss stehen zudem ab sofort Kundenberaterinnen und Kundenberater von Dokom21 von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 930 10 50 oder per E-Mail an info@dokom21.de zur Verfügung.
  • Weitere Informationen, die laufend aktualisiert werden, finden sich im Glasfaser Blog auf der Dokom21-Website www.dokom21.de/b1
Über den Autor
Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle

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