Clubs und Diskotheken dürfen künftig die ganze Nacht hindurch geöffnet bleiben. © picture alliance / dpa
Änderung für Clubs

Hilfe fürs Nachtleben: Dortmund streicht Sperrstunde

Die Stadt Dortmund streicht die Sperrstunde, als Unterstützung für das Nachtleben. Die Änderung soll in wenigen Wochen in Kraft treten. Allerdings steht auch ein Enddatum bereits fest.

In anderen Städten in NRW gibt es keine Sperrstunde, in Dortmund aktuell schon. Das ändert sich aber am 1. Oktober (Freitag).

Ab dann soll die Sperrstunde für Clubs von 5 bis 6 Uhr morgens entfallen. Das kündigte der Rechtsdezernent der Stadt, Norbert Dahmen, am Dienstagmittag in einer Pressekonferenz an.

Die neue Regelung soll zunächst Bestand haben bis zum 30. Juni 2022, so Dahmen weiter.

Für viele beginnt die Party erst tief in der Nacht

Bisher mussten die Inhaber von Clubs, Diskotheken, Bars oder Kneipen um 5 Uhr alle Gäste nach Hause schicken. Dies steht nach Einschätzung vieler Akteure aus der Nachtkultur dem Feier-Rhythmus vieler Menschen und den Gepflogenheiten in nahezu allen mit Dortmund vergleichbaren Großstädten entgegen.

Bereits im März 2021 hatte das Ordnungsamt im Austausch mit Lokalpolitik, Nightlife-Szene und Wirtschaftsförderung die Aufhebung der Sperrstunde angekündigt.

Dies fiel allerdings in die Phase des Lockdowns. Erst seit wenigen Wochen erlaubt die Corona-Schutzverordnung in NRW auch wieder Tanzveranstaltungen in der Nacht unter Einhaltung der 3G-Regel.

Nachtbeauftragter wird das Pilotprojekt eng begleiten

Der Betrieb läuft an vielen Orten erst langsam an. „Die Szene ist noch nicht insgesamt gestartet“, sagte Norbert Dahmen am Dienstag.

Einzelne Clubs wie der Weinkeller oder das Silent Sinners hatten bereits an den vergangenen Wochenenden erste Veranstaltungen gewagt. Diese seien durch das Ordnungsamt begleitet worden, so Dahmen.

Er sagte: „Die Nightlife-Szene, der neue Nachtbeauftragte und die Verwaltung haben an einem Strang gezogen, um Nachtleben in Dortmund möglich zu machen.“

In dem Pilotprojekt soll herausgearbeitet werden, wie sich eine unbegrenzte Öffnungszeit für Clubs und Bars auswirkt. Die „Evaluation“, so Dahmen, falle in den Aufgabenbereich von Chris Stemann, der im August den Posten als Nachtbeauftragter angetreten hat.

Bild „über zwei Jahreszeiten“ – endgültige Aufhebung dann 2022?

Laut Dahmen ist der Zeitraum von neun Monaten bewusst gewählt, damit ein Bild „über zwei Jahreszeiten“ entstehen könne. „Wir wollen im Nachtbereich wie andere Großstädte auch an Attraktivität gewinnen. In Städten ohne Sperrstunde ist es möglich, am Wochenende theoretisch 24 Stunden durchfeiern zu können. Es gibt in der Nightlife-Szene Betriebe, die nachts erst aufmachen.“

Die landesrechtlich vorgeschriebene Sperrstunde diene dem Schutz der Nachtruhe und der Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs. In die Bewertung sollen auch „polizeiliche Erkenntnisse“ einfließen

Endet der Pilotversuch mit einem positiven Ergebnis, könnte der Rat der Stadt Dortmund 2022 die endgültige Aufhebung der Sperrstunde beschließen.

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Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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