Himmelsgucker und Sinnespfad: Bildhauer Bernd Moenikes hat viel Neues

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Wem in diesen Zeiten der Sinn nach etwas Kultur steht, der kann an den kommenden beiden Wochenenden die Ausstellung des Bildhauers Bernd Moenikes besuchen.

Neuasseln

, 28.05.2020, 15:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Corona zum Trotz: Der Bildhauer Bernd Moenikes bittet am Pfingstwochenende zu seiner Jahresausstellung in und an der Werkstatt im Kulturhaus Neuasseln. „Etwa 200 Werke sind momentan zu sehen“, sagt der Künstler, „und auch wer im vorigen Jahr schon dabei war, sollte viel Neues entdecken können.“

Zum Beispiel einen 100 Meter langen Pfad, den Moenikes im Garten hinter dem Haus angelegt hat. „Ich bin mit sowas Ähnlichem wie einer Machete losgezogen“, sagt er, „habe Sägespäne ausgelegt und meine Skulpturen dort hingekarrt.“

Herausgekommen ist eine Art Sinnespfad, der die Werke noch ganz anders zur Geltung kommen lasse, als würden sie einfach nur vor einer weißen Wand stehen. Den (vielen) Pflanzen und der Sonne sei Dank. Und weil wir in Corona-Zeiten leben, ist der Pfad eine Einbahnstraße.

Der Künstler hat im Garten hinter seinem Atelier einen Pfad angelegt, an dessen Rand er seine Skulpturen gestellt hat

Der Künstler hat im Garten hinter seinem Atelier einen Pfad angelegt, an dessen Rand er seine Skulpturen gestellt hat. © Andreas Schröter

Etwas Besonderes sind auch die Himmelsgucker, die eigentlich für eine Ballettproduktion des Theaters in diesem Frühjahr konzipiert waren. Fünf zwei Meter große Skulpturen sollten auf der Bühne stehen, eine weitere vier Meter große Figur auf dem Theatervorplatz.

  • Die Jahresausstellung von Bernd Moenikes im und am Kulturhaus Neuasseln ist am Samstag (30.5.) von 14 bis 18 Uhr sowie am Sonntag (31.5.) von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
  • Die gleichen Zeiten gelten für das folgende Wochenende (6./7.6.).
  • Wer lieber außerhalb dieser Zeiten kommen möchte, wird gebeten, Bernd Moenikes unter Tel. 0170/3836298 anzurufen.

Daraus wird nichts, auch wenn die Macher noch hoffen, die Produktion in kleinerem Rahmen im November im Ballett-Zentrum im Westfalenpark realisieren zu können.

Die vier Meter große Figur hat die ehemalige Theaterpädagogin Heike Buderus gekauft und in ihren Garten gestellt. Auch eine von den kleineren Figuren ist verkauft – aber eine weitere ist am Samstag und Sonntag im Kulturhaus zu sehen.

Moenikes hofft, dass er für diese und andere Arbeiten Käufer findet. Denn Corona hat nicht nur die Galerien schließen lassen, über die er verkauft, sondern habe auch die Kauflaune der Interessenten gedämpft, sodass er in diesem Jahr bisher zwar viele Materialkosten, aber so gut wie keinen Erlös gehabt habe.

Auch ein winzigkleines Werk - einen drei Zentimeter großen Hasen - hat Moenikes mit Hilfe von Zahnarztinstrumenten geschaffen

Auch ein winzigkleines Werk – einen drei Zentimeter großen Hasen – hat Moenikes mithilfe von Zahnarzt-Instrumenten geschaffen. © Andreas Schröter

Bernd Moenikes freut sich auf den Auftritt – „szenisches Spiel“ nennen sie ihn – der beiden Schauspieler Markus von Hagen und Jutta Seifert am Sonntag um 11, 12 und 13 Uhr. „Aber ich fürchte, die wollen mich irgendwie verarschen“, sagt er.

Sämtliche Corona-Regeln müssen eingehalten werden

Natürlich müssen bei dieser Ausstellung sämtliche Corona-Regeln eingehalten werden: Maskenpflicht sowie begrenzte Besucherzahl in den Innenräumen, Abstand halten und Hände desinfizieren. Leider könne es aus diesem Grund nicht das übliche Catering mit Kaffee und Kuchen geben.

Am neuen Sinnespfad im Garten hinter dem Atelier wirken Moenikes Skulturen durch Pflanten und Sonnenlicht noch einmal ganz anders

Am neuen Sinnespfad im Garten hinter dem Atelier wirken Moenikes Skulpturen durch Pflanzen und Sonnenlicht noch einmal ganz anders. © Andreas Schröter

Dennoch hofft der Künstler auf gute Besucherzahlen. „Viele Interessenten kommen schon seit Jahren. Sie wollen keine gelackte Ausstellungshalle, sondern unsere Atmosphäre hier, wo Staub und Materialreste herumliegen und man sieht, wie ein Werk entstanden ist.“

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