Historischer Liveticker zum Kriegsende wird zur Freiluft-Ausstellung

Tag der Befreiung

Eine Serie von historischen Artikeln der Ruhr Nachrichten hat zu einer Ausstellung zum Tag der Befreiung beigetragen. Die Eröffnung war nicht die einzige Gedenkveranstaltung am 8. Mai.

Dortmund

, 08.05.2020, 14:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bilderschau "75 Jahre Kriegsende: 8. Mai – unsere Verpflichtung" erinnert noch bis einschließlich Samstag auf dem Friedensplatz an das Kriegsende in Dortmund.

Die Bilderschau "75 Jahre Kriegsende: 8. Mai – unsere Verpflichtung" erinnert noch bis einschließlich Samstag auf dem Friedensplatz an das Kriegsende in Dortmund. © Marie Ahlers

Den historischen Liveticker, in dem die letzten Tage und Stunden des Kriegs aufgezeigt werden, können Dortmunder für kurze Zeit auch analog erleben: in einer Freiluft-Ausstellung auf dem Friedensplatz.

Bilderschau

„75 Jahre Kriegsende: 8. Mai – unsere Verpflichtung“

Die Bilderschau des Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus ist am Freitag, 8. Mai, von 13 bis 19 Uhr, am Samstag, 9. Mai, von 11 bis 15 Uhr unter freiem Himmel auf dem Friedensplatz zu sehen. Besucher werden aufgefordert, die Abstandsregeln einzuhalten.

Anlässlich des Tages der Befreiung am 8. Mai hat der Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus einen pandemietauglichen Weg gefunden, öffentlich an das Ende des Zweiten Weltkriegs zu erinnern.

Auf Tafeln, die an den Bäumen auf der Südseite des Friedensplatzes angebracht sind, wird in der Bilderschau „75 Jahre Kriegsende: 8. Mai – unsere Verpflichtung“ an die grausamen Taten der Nazis in Dortmund erinnert, aber auch an den Zustand, in dem sich Dortmund nach zwölf Jahren Nationalsozialismus befand.

Die Bilderschau auf dem Friedensplatz zeigt erschreckende Bilder aus den letzten Kriegstagen in Dortmund.

Die Bilderschau auf dem Friedensplatz zeigt erschreckende Bilder aus den letzten Kriegstagen in Dortmund. © Marie Ahlers

Zur Verfügung gestellt wurden viele der Bilder und Texte auf diesen Tafeln von RN-Redakteur Oliver Volmerich, der die historischen Fotos und Fakten ursprünglich für den historischen Liveticker recherchiert hatte.

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Erster jüdischer Gottesdienst nach Corona am Tag der Befreiung

Die Tafeln zeigten die Zerstörung Dortmunds, aber auch die Neuausrichtung der Stadt nach dem Krieg, sagte Pastor Friedrich Stiller in einer Ansprache auf dem Friedensplatz. Gemeinsam mit Rabbiner Baruch Babaev und Jutta Reiter vom DGB legte er am Freitag an der Friedenssäule einen Kranz nieder.

Zusammen mit unter anderem Rabbiner Baruch Babaev gedachte der Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus am Tag der Befreiung der Opfer des Nationalsozialismus.

Zusammen mit unter anderem Rabbiner Baruch Babaev gedachte der Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus am Tag der Befreiung der Opfer des Nationalsozialismus. © Stephan Schütze

In einem ausgeklügelten System aus Zollstöcken, die den zu haltenden Abstand markierten, hatten sich rund 30 Dortmunder zum Gedenken auf dem Friedensplatz versammelt. Rabbiner Babaev berichtete in seiner Ansprache unter anderem, dass ausgerechnet am Freitag wieder der erste Gottesdienst in der jüdischen Gemeinde stattfinden werde.

So habe er auch die Möglichkeit, den Veteranen der Roten Armee und den damaligen Ghetto-Insassen in der Jüdischen Gemeinde persönlich zum Tag der Befreiung zu gratulieren.

Mehrere Gedenkveranstaltungen

Auch an anderen Stellen wurde am Freitag des Kriegsendes vor 75 Jahren gedacht. Die Vorsitzenden des Fördervereins der Steinwache legten einen Kranz an der Steinwache nieder und brachten dort ein großes Plakat mit dem berühmten Schwur von Buchenwald an.

Die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN-BdA) hielt zusammen mit der DKP Dortmund dem Friedensforum eine Mahnwache ab - wenn auch an unterschiedlichen Orten. Am Phoenix-See, wo gerade das Mahnmal für die Zwangsarbeiter gebaut wird, am Gedenkstein im Rombergpark und am Erinnerungsstein an das Zwangsarbeiterlager in den Westfalenhallen.

Für alle Veranstaltungen und Versammlung galten Sicherheits- und Hygieneauflagen.

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