Corona in Dortmund

Hohe Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen: Doch Luftfilter für Schulen?

Der Wunsch nach Luftfiltern für Schulen ist bei Dortmunder Eltern unverändert groß - bisher gab es dazu von der Stadt ein klares Nein. Hat die sehr hohe Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen daran etwas geändert?

Seit mehreren Monaten beschäftigt Eltern in Dortmund die Frage, wie man den Schulalltag während der Corona-Pandemie möglichst sicher gestalten kann. Angesichts der aktuellen Infektionslage eine Frage, die immer drängender wird.

In der vergangenen Woche lag die Sieben-Tage-Inzidenz (Stand 26.8.) bei den 5- bis 14-Jährigen bei 519,19. 268 neue Fälle gab es innerhalb einer Woche. Zum Vergleich: Die allgemeine Inzidenz liegt bei 157,4 (Stand 30.8.).

Elternwunsch: Luftfilter für alle Klassenräume

Nicht erst seit diese Zahlen bekannt sind, fordern Eltern vehement die Anschaffung von mobilen Luftfiltern für alle Klassenräume – auch im Hinblick auf die noch kommenden Wintermonate, in denen Lüften automatisch Unterricht in kalten Räumen bedeuten wird.

Bisher werden diese mobilen Geräte an den Schulen in Dortmund nur dort eingesetzt, wo regelmäßiges und ausreichendes Lüften nicht möglich ist. Angeschafft wurden diese Geräte bereits im Frühjahr, finanziert über Landesmittel. Dies betrifft nach Erkenntnissen der Stadt nur unter 5 Prozent aller Räume.

Doch was ist mit den anderen Räumen? Wird auch hier angesichts der zuletzt deutlich gestiegenen Inzidenz noch reagiert?

Stadt: Sachstand ist unverändert

„Der Sachstand ist noch der gleiche – es gibt keine geänderte Position des RKI in dieser Frage und damit auch keine Änderung für Dortmund“, teilt Katrin Pinetzki, Pressesprecherin der Stadt Dortmund, mit.

Seit Monaten betont die Stadt stets: Die mobilen Luftfilter bieten nach Auffassung des Umweltbundesamtes und des Robert-Koch-Instituts keinen ausreichenden Schutz vor einer Virenbelastung – sie filtern Luft nur, notwendig wäre aber ein Luftaustausch.

Und es gebe die Gefahr, dass die Luftfilter dazu führen, sich in trügerischer Sicherheit zu wiegen und auf das so wichtige Lüften zu verzichten, so die Argumentation der Stadt.

Impfung statt Luftfiltern

Pinetzki verweist statt der Luftfilter auf eine andere Strategie: „Die Stadt Dortmund setzt außerdem darauf, die Impfquote unter den Schülerinnen und Schülern zu erhöhen“, so Pinetzki.

Nachdem man zunächst die Berufskollegs in den Blick genommen habe, wollte man das Impfangebot auch auf die Gesamtschulen und Gymnasien ausrollen – für Schüler herunter bis zum Alter von 12 Jahren, sagte Schuldezernentin Daniela Schneckenburger in der vergangenen Woche nach der Sitzung des Verwaltungsrats.

Schneckenburger betonte, ein sicheres Umfeld entstehe in Schulen und Kindertageseinrichtungen auch dadurch, dass sich Eltern selbst impfen lassen – und zudem sorgfältig überlegen, ihre Kinder impfen zu lassen.

Unterschiedliche Luftfilter

Größere Anlagen kurzfristig keine Lösung

Große Luftfilteranlagen mit speziellen Zu- und Abluftkanälen und großen Technikräumen sind als mittel- oder gar kurzfristige Lösung überhaupt nicht denkbar: Die Nachrüstung in einem leergezogenen Gebäude dauere mehrere Monate, hinzu kommen erhebliche Kosten. Und unabhängig von personellen und finanziellen Ressourcen würde es nach Schätzung der Bauverwaltung mindestens zehn Jahre dauern, alle Schulen in Dortmund damit auszurüsten.

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1983 im Münsterland geboren, seit 2010 im Ruhrpott zuhause und für die Ruhr Nachrichten unterwegs. Ich liebe es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und vor allem: zuzuhören.
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Jessica Will

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