Anwohner am BVB-Trainingsgelände werfen Behörden Willkür vor

rnHohenbuschei in Brackel

Anwohner eines Neubaugebietes in Dortmund-Brackel sind stocksauer aufs Bauordnungsamt. Grund ist die Genehmigung eines ihrer Ansicht nach viel zu hohen Gebäudes mit Premium-Aussicht.

Brackel

, 13.05.2019, 11:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Katharina Kaltenberg - und mit ihr einige andere Anwohner der Max-Michallek-Straße im Neubaugebiet Hohenbuschei - fragten in der Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretung Brackel: „Wie kann es sein, dass in einem Baugebiet, in dem per Bebauungsplan ganz klar eine maximale Geschosshöhe von dreieinhalb Stockwerken erlaubt ist, jemand plötzlich viereinhalb Geschosse bauen darf?“ So geschieht es derzeit am Neubau Max-Michallek-Straße 1.

Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka (SPD) erklärte die Bezirksvertretung zunächst für nicht zuständig und verwies auf das Bauordnungsamt. Nach Einschreiten von seinem Stellvertreter Ulf Katler (CDU) einigte sich das Gremium darauf, eine offizielle Anfrage an die Stadt zu stellen.

„Dachterrasse ist nun voll einsehbar“

Die Anwohner der Max-Michallek-Straße jedenfalls sind stocksauer aufs Bauordnungsamt, das das zusätzliche Geschoss genehmigt hat. „Wir haben uns extra eine Dachterrasse anlegen lassen, die von außen nicht einsehbar ist und auf der wir unsere Ruhe haben“, sagt Katharina Kaltenberg (30), die mit ihrem Mann Dominic (32) - beide sind Grundschullehrer - seit 2017 an der Max-Michallek-Straße 5 wohnt. Es habe damals auch noch andere freie Grundstücke gegeben, aber sie haben sich bewusst für dieses entschieden - auch wegen der maximalen Geschosshöhe von dreieinhalb Stockwerken in der Nachbarschaft. „Wenn das jetzt nicht mehr gegeben ist, mindert das doch klar den Wert unseres Hauses“ - etwas, das auch Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka so sieht.

Anwohner am BVB-Trainingsgelände werfen Behörden Willkür vor

Man muss kein Rechenkünstler sein, um zu erkennen, dass dieses Haus mehr als dreieinhalb Etagen hat. © Andreas Schröter

Er habe deswegen beim Bauordnungsamt vorgesprochen, sagt ein weiterer Nachbar, der namentlich nicht genannt werden will. Dort habe man lediglich gemeint: „Wir dürfen das ohne Begründung.“ Er könne ja den Klageweg beschreiten. „Doch wer soll eine solche Klage bezahlen?“, fragt er. Eine andere Nachbarin, die ebenfalls namentlich nicht genannt werden will, denkt da anders. Sie hat nun über eine Anwaltskanzlei, die sich auf Baurecht spezialisiert hat, Klage gegen die Stadt Dortmund eingereicht. Ausgang offen.

Stadt: „Ein schwebendes Verfahren“

Christian Schön, Pressesprecher der Stadt Dortmund sagt: „Am 7. Mai 2019 ist ein Eilantrag gestellt worden beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Es gibt also ein schwebendes Verfahren und aus diesem Grund kann die Stadt Dortmund hierzu keine näheren Auskünfte geben - bis die Sache gerichtlich entschieden ist.“

Unfreundliches Gebaren des neuen Bauherrn

Die Anwohner haben noch andere Kritikpunkte an ihrem neuen Nachbarn: Man wisse gar nicht, wer das überhaupt sei, es gebe kein Bauschild. Auch habe der Bauherr nie mit ihnen gesprochen - zum Beispiel habe er nicht um Erlaubnis dafür gebeten, dass Erdhaufen zum Teil auf öffentlichen Wegeflächen liegen oder die Bauarbeiten teils schon morgens um 5 Uhr beginnen.

Und was hat der BVB damit zu tun?

Und auf einen weiteren Aspekt weist einer der Anwohner hin: „Ich bin sicher, dass man auf dem Neubau von ganz oben wunderbar das Training des BVB sehen kann. Und ob das der BVB so gut findet, weiß ich nicht.“

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