Holger Jannusch hat „Dortmunds schönsten Vorgarten“

rnGartenserie „Querbeet“

Der Vorgarten von Holger Jannusch wurde einst zu „Dortmunds schönstem Vorgarten“ gekürt. Im Garten hinter dem Haus beweist der Kurler Rentner seine Handwerker- und „Upcycling“-Qualitäten.

Kurl

, 30.07.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vorgärten sind nicht immer besonders spektakulär. Der von Holger Jannusch dagegen ist sogar ausgezeichnet worden. „Meine Frau hat mich damals ohne mein Wissen bei einem Wettbewerb angemeldet“, sagt der Kurler. „Das war vor 20 oder 30 Jahren.“ Wann genau, wisse er nicht mehr.

Für ihn völlig überraschend hätte das Grünflächenamt eines Tages vor der Tür in Kurl gestanden. Das Team um den ehemaligen Dortmunder Bundestagsabgeordneten Hans-Eberhard Urbaniak war so beeindruckt vom Vorgarten des Ehepaares, dass er die Auszeichnung „Dortmunds schönster Vorgarten“ erhielt.

Der Vorgarten von Holger Jannusch wurde vor mehreren Jahrzehnten als schönster Dortmunds ausgezeichnet.

Der Vorgarten von Holger Jannusch wurde vor mehreren Jahrzehnten als schönster Dortmunds ausgezeichnet. © Tobias Larisch

Als Gewinn gab es damals einen Gärtnerei-Gutschein im Wert von 500 DM. Leider findet Jannusch nicht mehr die Urkunde für den 1. Platz.

Der Vorgarten hat sich in den vergangenen Jahren etwas verändert – genauso wie der Garten hinter dem Haus.

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„Vor 30 bis 35 Jahren war das noch ein reiner Nutzgarten mit Kartoffeln, Bohnen und vielem anderen Gemüse“, sagt Jannusch. „Das hat sich aber für uns irgendwann nicht mehr gelohnt.“

Heute bildet eine Rasenfläche den Mittelpunkt des genau 999 Quadratmeter großen Gartens. Umrandet wird das Grün von Blumenbeeten, einem Teich und Gewächshaus sowie mehreren Sitzecken.

Ganz rechts das Gewächshaus von Holger Jannusch. In der Mitte des Gartens steht der Brunnen. Daneben ist die Hütte für den Rasenmähroboter.

Ganz rechts das Gewächshaus von Holger Jannusch. In der Mitte des Gartens steht der Brunnen. Daneben ist die Hütte für den Rasenmähroboter. © Tobias Larisch

Früher gab es neben den noch existierenden Obstpflanzen auch mehrere Obstbäume im Garten. Die sind mittlerweile aber alle gefällt worden. Einen Teil der Baumstämme hat Jannusch behalten und zum Beispiel zu einem Tischfuß umfunktioniert.„Upcycling“ wird die Wiederverwertung von vorhandenem Material genannt.

Generell hat der 81-Jährige viel im Garten selbst gebaut und macht auch heute noch den Großteil der Gartenarbeit – außer den Rasen mähen. Das übernimmt ein Rasenmäh-Roboter, der auch seine eigene Hütte neben dem Brunnen hat.

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Holger Jannusch hat einen ausgezeichneten Vorgarten und viel Kreativität

Der Vorgarten von Holger Jannusch wurde einst zu „Dortmunds schönstem Vorgarten“ gekürt. Im Garten hinter dem Haus beweist der Kurler Rentner seine Handwerker- und „Upcycling“-Qualitäten.
29.07.2020
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Ganz rechts das Gewächshaus von Holger Jannusch. In der Mitte des Gartens steht der Brunnen. Daneben ist die Hütte für den Rasenmähroboter.© Tobias Larisch
Rechts der zwölf Meter tiefe, selbstgebaute Brunnen. Links ist die Hütte, in der der Rasenmähroboter steht.© Tobias Larisch
Hinter den beiden Teichen ist die überdachte Sitzecke mit den 50 Jahre alten Holzstühlen.© Tobias Larisch
In der Sitzecke kann Holger Jannusch auch bei starkem Sonnenschein entspannen. Die blauen und grünen Weintraubenpflanzen am Dach spenden ihm Schatten.© Tobias Larisch
In den Beeten gibt es verschiedene Blumen wie Margeriten.© Tobias Larisch
Die „Blaue Ecke“: Die Sitzecke auf dem Weg vor dem Gewächshaus ist komplett in Blau gehalten.© Tobias Larisch
Aus einem Baumstamm hat Holger Jannusch einen Ständer für einen Kaktus gebaut.© Tobias Larisch
Das Gewächshaus von Holger Jannusch. Auf dem Stuhl hinten wärmt er sich im Winter gerne auf.© Tobias Larisch
Mehrere Goldfische und zeitweise auch Frösche leben in den beiden Teichen.© Tobias Larisch
Auch die Figur am See hat Holger Jannusch mit einem Mundschutz ausgestattet.© Tobias Larisch
In der Ecke stehen die Stühle aus dem Westfalenpark und der zu einem Tischfuß umfunktionierte Baumstamm.© Tobias Larisch
18 Buchsbäume hat Holger Jannusch in seinem Garten verteilt, die er einmal im Jahr schneidet.© Tobias Larisch
In Holger Jannuschs Garten gibt es eine große Brombeerhecke.© Tobias Larisch
Der Vorgarten von Holger Jannusch wurde vor mehreren Jahrzehnten als "schönster Vorgarten Dortmunds" ausgezeichnet.© Tobias Larisch

Für den zwölf Meter tiefen Brunnen hat Jannusch zwei Kanalrohre aufeinandergesetzt und ummauert. Es gibt auch noch eine stilechte Schwengelpumpe, die aber bei der Nutzung laut dem Rentner meist den Kürzeren gegen die elektrische Wasserpumpe ziehe.

Das hochgepumpte Wasser wird zum Gießen oder für die beiden Teiche genutzt. In dem Größeren gibt es Goldfische und immer mal wieder auch Frösche. Bis zu acht Tiere will Jannusch auf einmal gesehen haben. „Als die gequakt haben, war das wie ein Konzert. Ich höre das gerne“, sagt er.

Hinter den beiden Teichen ist die überdachte Sitzecke mit den 50 Jahre alten Holzstühlen.

Hinter den beiden Teichen ist die überdachte Sitzecke mit den 50 Jahre alten Holzstühlen. © Tobias Larisch

Andere Tiere, über die sich der gebürtige Derner freut, sind die Bienen und Vögel im Garten. Zu schaffen machen ihm – oder viel mehr den Holzstühlen in einer Sitzecke – aber Mehlwürmer. „Die Stühle stehen trotz der Würmer schon seit 1970 im Garten“, sagt Jannusch. „Die kommen in meinem Leben auch nicht mehr weg.“

In einer anderen Sitzecke stehen der als Tisch getarnte alte Baumstamm und mehrere Stühle, die der langjährige Schlosser aus dem Westfalenpark hat – legal natürlich.

Und es gibt noch eine dritte Sitzecke im Garten: Die „Blaue Ecke“ mit Stühlen und Tischen in der Farbe des benachbarten Fußballvereins. Ja, auch das gibt es in Dortmund.

In der Ecke stehen die Stühle aus dem Westfalenpark und der zu einem Tischfuß umfunktionierte Baumstamm.

In der Ecke stehen die Stühle aus dem Westfalenpark und der zu einem Tischfuß umfunktionierte Baumstamm. © Tobias Larisch

Als Kontrast bevölkern dagegen viele schwarz-gelbe Bienen die verschiedenen blühenden Pflanzen wie Hibiskus oder Blutweiderich im Garten.

Jannuschs Tipp zum Düngen: Dünger mit Schafwolle. „Der ist echt super“, sagt Jannusch. „Ich benutze den alle fünf Monate und damit wächst wirklich alles sehr schnell.“

So können Sie an unserer Gartenserie teilnehmen

Auch Sie möchten Ihren Garten oder Balkon vorstellen? Dann schicken Sie einfach eine E-Mail an do-nordost@lensingmedia.de oder melden Sie sich unter Tel. (0231) 9059-4821.

Neben den Blumen düngt der Schalke-Fan damit auch die Gemüse in seinem Gewächshaus: Tomaten, Kohlrabi, Salat, Radieschen, Gurken und Paprika gehören dazu.

Aber nicht nur für den Gemüseanbau nutzt Jannusch das Gewächshaus. „Wenn es im Winter kühl wird, setze ich mich gerne da rein und wärme mich auf“, sagt er.

Das Ehepaar wohnt seit mehr als 50 Jahren in dem Haus

Sein Gartenwissen habe sich Jannusch selbst angeeignet. „Ich hatte als Kind schon immer einen Garten“, sagt der Kurler, der seit 1969 in dem aktuellen Haus wohnt. „Deswegen war das Interesse bei mir schon immer da.“

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