Hombruchsfeld: Ingenieur warnt vor Konzept für künftige Radwege

rnSchulzentrum Brünninghausen

Wenn die Bauarbeiten am Hombruchsfeld im Sommer 2022 beendet sind, soll auch die Straße komplett erneuert sein. Doch es gibt auch Kritik.

Hombruch, Brünninghausen

, 16.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der Straße „Am Hombruchsfeld“ finden seit Februar umfangreiche Leitungsarbeiten statt. Sie sind aber nur die erste Phase einer Großbaustelle, bei der der Abschnitt zwischen Stockumer- und Lütgenholthauser Straße bis zum Sommer 2022 neu gestaltet werden sein soll.

Im Rahmen der Umgestaltung sollen neben einer neuen Fahrbahn auch breitere Wege für Fußgänger und Radfahrer entlang der wichtigen Verbindungsstraße entstehen. Doch genau dort gibt es Kritik.

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„Die künftigen Radwege werden vor allem für die vielen Kinder, die das Schulzentrum Brünninghausen besuchen, zu einer Gefahrenquelle“, sagt der Diplom-Ingenieur Burkhard Gschwind und warnt.

Lkw weichen auf Radwege aus

Bereits im März kritisierte der 67-Jährige, dass durch die geplante Verengung der Fahrbahn auf künftig 4,50 Meter gefährliche Situationen entstehen könnten.

„Wenn sich dort Lkw und Busse begegnen, kommen sie bei dieser Breite nicht mehr aneinander vorbei, ohne dabei auf die Radwege auszuweichen, die direkt neben der Fahrbahn verlaufen“, sagt Gschwind, der sein Anliegen schon im März der Hombrucher Bezirksvertretung vorgestellt hat.

Er forderte daraufhin, die Planung für die künftige Fahrbahn- und Radwegegestaltung am Hombruchsfeld zu überarbeiten.

Ingenieur warnt vor gefährlichen Radwegen am Hombruchsfeld

Seit dem 11. Mai ist die Straße „Am Hombruchsfeld“ im Abschnitt zwischen Zille- und Lütgenholthauser Straße auf einer Spur gesperrt. Wie bereits zuvor zwischen Zille- und Stockumer Straße werden hier neue Leitungen installiert. © Marc D. Wernicke

Anfang Mai kam nun erneut Bewegung in den Vorgang: „Aufgrund einer Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist die in meinen Augen ohnehin schon unsichere Planung jetzt auch offiziell nicht mehr haltbar“, sagt Burkhard Gschwind.

Er bezieht sich dabei auf eine Neuerung der StVO, die am 28. April in Kraft trat. Demnach dürfen Radfahrer innerorts nur noch mit einem Abstand von mindestens 1,50m von Autos überholt werden. In der alten Fassung war lediglich von einem „ausreichenden Seitenabstand“ die Rede.

„Wie soll dieser Abstand für Radfahrer gewährleistet werden, wenn durch die geplante Verengung der Fahrbahn Lkw, die sich begegnen, auf den Radweg ausweichen sollen?“, fragt Gschwind.

Das sagt das Tiefbauamt

Auf eine Nachfrage der Redaktion widerspricht das Tiefbauamt der Kritik. „Die Planung am Hombruchsfeld ist absolut regelkonform. Ein Abstand von 1,50 m beim Überholen von Radfahrenden galt auch bereits vor dem Inkrafttreten der neuen StVO als Richtwert“, erklärt der Stadtpressesprecher Maximilian Löchter.

Zudem seien die dort geplanten Radwege im wörtlichen Sinne keine „Radfahrstreifen“ sondern „Schutzstreifen für den Radverkehr“. „Als solche sind sie Bestandteil der Fahrbahn und bekommen deshalb auch kein blaues Radverkehrsschild“, sagt Löchter.

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Kraftfahrzeuge sollten derartige Schutzstreifen zwar üblicherweise nicht befahren, jedoch sei ihnen dies „ausnahmsweise“, wie etwa zum Ausweichen, gestattet.

„Sollte jedoch zu dem Zeitpunkt ein Radfahrer auf dem Schutzstreifen fahren, muss das jeweilige Fahrzeug hinter dem Radfahrer bleiben. Ein Überholen ist dann unzulässig“, hebt der Stadtsprecher hervor.

Ingenieur warnt vor gefährlichen Radwegen am Hombruchsfeld

Burkhard Gschwind spricht sich für eine Änderung der Pläne für die künftige Fahrbahn- und Radwegegestaltung am Hombruchsfeld aus. © Marc D. Wernicke

Burkhard Gschwind äußert sich unzufrieden über die Reaktion der Stadt: „Das Tiefbauamt verschiebt die Sicherheitsproblematik zu den Autofahrern. Es vertritt die Meinung, dass die Autofahrer gegenüber den Radfahrern Rücksicht nehmen müssten. Ich halte das aber für Wunschdenken zu Lasten von Radfahrern, Kindern und Erwachsenen.“

Noch ist Zeit bis zum Straßenneubau

Angesichts der hohen Verkehrsdichte und der vielen Schüler am Hombruchsfeld bestehe dort ein „alltägliches Risiko“. An seiner Kritik wolle Gschwind daher festhalten.

Eine Änderung der Pläne für die künftigen Fahrbahn- und Radwegbreiten sei noch lange möglich, da die derzeitigen Arbeiten unter der alten Fahrbahn voraussichtlich noch bis ins nächste Jahr andauern werden.

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