Hooligan-Randale: Ermittlungen gegen zwei Dortmunder

Krawalle in Köln

Sie sorgten für Chaos, verletzten 44 Polizisten: Hooligans und Rechtsradikale demonstrierten im Oktober 2014 in Köln - mittendrin waren auch Neonazis aus Dortmund. Nun ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft gegen zwei Dortmunder. Einer von ihnen war bei dem wohl symbolträchtigsten Vorfall der Ausschreitungen dabei.

DORTMUND

, 17.03.2015, 14:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei den Krawallen in Köln wurde auch ein Einsatzwagen der Polizei umgeworfen. Mit dabei: ein Dortmunder. Dewegen wird nun gegen ihn ermittelt.

Bei den Krawallen in Köln wurde auch ein Einsatzwagen der Polizei umgeworfen. Mit dabei: ein Dortmunder. Dewegen wird nun gegen ihn ermittelt.

Es ist eine Mammut-Aufgabe, mit der der Kölner Staatsanwalt Ulf Willuhn beschäftigt ist: Mehr als 300 Ermittlungsverfahren laufen nach den schweren Ausschreitungen im Oktober. Damals war eine Hogesa-Demo (=Hooligans gegen Salafisten) eskaliert. Rund 4000 gewaltbereite Hooligans und Neonazis randalierten mitten in der Kölner Innenstadt und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. In 134 Fällen konnten die Beschuldigten bisher identifiziert werden. 

Zwei der mutmaßlichen Randalierer stammen aus Dortmund. Gegen sie wird laut Willuhn wegen Sachbeschädigung, schweren Landfriedensbruchs und des Versuchs der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Der eine habe eine Bierflasche auf einen Polizisten geworfen, der andere machte bei einer der aufsehenerregendsten Aktionen der Krawalle mit: Er gehört laut Staatsanwaltschaft zu den Randalierern, die einen Einsatzwagen der Polizei umwarfen. Das Bild zeigte die teilweise Überforderung der Staatsmacht bei den Krawallen.

Führende Dortmunder Neonazis waren in Köln dabei

Die beiden Dortmunder gehörten wahrscheinlich zu einer ganzen Abordnung der rechtsradikalen Szene der Stadt. Dass führende Dortmunder Neonazis bei der Randale-Veranstaltung in Köln mit von der Partie waren, zeigt ein bei Twitter verbreitetes Bild. Es zeigt Siegfried Borchardt, der für die Neonazi-Partei "Die Rechte" kurzzeitig im Stadtrat saß und weiterhin Mitglied der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord ist.

ss-siggi ist auch da. aber nein die demo hat ja mit rechten nichts zu tun!11! #nohogesapic.twitter.com/hD8tqZ2Y5v

— M.X. (@M000X)

Neben den beiden Dortmundern wird auch gegen zahlreiche Personen aus der Umgebung ermittelt - unter anderem gegen mutmaßliche Randalierer aus Lünen, Marl, Hamm, Bochum und Selm. Einer der Beschuldigten wohnt in Ahaus.

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