„Horrorhaus“ soll 2021 fallen - Abriss-Kosten steigen um das Dreifache

rnVerlassenes Hochhaus

Seit 18 Jahren steht das Horrorhaus in der Nordstadt leer - jetzt gibt es endlich einen Termin für den Abriss des Hochhauses. Die geschätzten Kosten dafür haben sich derweil verdreifacht.

Dortmund

, 13.05.2020, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Oberbürgermeister Ullrich Sierau zeigte sich nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands am Dienstag (12.6.) optimistisch. „Das Horrorhaus ist uns hoffentlich nur noch ein Jahr ein Dorn im Auge“, stellte er fest. Denn inzwischen gibt es einen Zeit- und Kostenplan für den Abriss des Hochhauses an der Kielstraße 26 in der Nordstadt.

Leerstand seit 2002

Das steht seit 2002 leer - gewissermaßen als Mahnmal für eine missglückte Wohnungsprivatisierung. Weil viele Eigentümer der 1994 privatisierten Wohnungen ihre Nebenkosten nicht mehr zahlen konnten, gab es immer mehr Leerstände.

Das 18-geschossige Hochhaus, das 1969 bezogen worden war, verkam zusehends. 2002 ließ die Stadt das Gebäude aus Sicherheitsgründen räumen und die untersten Etagen zumauern.

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Der Zustand hält bis heute an, der Bau wurde bundesweit als Horrorhaus bekannt. Aber es gab in den letzten Jahren zumindest Fortschritte.

In zähem Ringen gelang es der Stadt mit finanzieller Förderung des Landes, innerhalb von drei Jahren alle 102 Wohnungen in ihr Eigentum zu übernehmen. 700.000 Euro hat sie dafür ausgegeben.

Schon seit 2002 steht das Hochhaus an der Kielstraße leer. Das hat sichtbare Spuren hinterlassen.

Schon seit 2002 steht das Hochhaus an der Kielstraße leer. Das hat sichtbare Spuren hinterlassen. © Oliver Schaper

Vor gut einem Jahr konnte das Haus schließlich entrümpelt werden. Zugleich wurde die Planung für den Abriss vorangetrieben. Die wichtigste Erkenntnis dabei: Für den Abbruch des Hauses muss nun mit Kosten von 4,5 Millionen Euro gerechnet werden - das ist das Dreifache der bislang kalkulierten Summe von 1,5 Millionen Euro aus einer Kostenschätzung im Jahr 2013.

Gründe dafür sind neben der allgemeinen Kostensteigerung neue Erkenntnisse über Schadstoffbelastungen im Gebäude und die nötige Verlegung von Fernwärme- und Stromleitungen.

Hoffen auf Fördermittel von Bund und Land

Immerhin hofft die Stadt, dass auch die Fördermittel entsprechend angepasst werden. Sie will nun weitere Zuschüsse von Bund und Land im Rahmen des Stadterneuerungsprogramms „Stadtumbau West“ beantragen, kündigte Planungsdezernent Ludger Wilde jetzt an. Bei einer 80-Prozent-Förderung wären das dann rund 3,6 Millionen Euro. Der städtische Eigenanteil würde 903.000 Euro betragen.

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Wenn der Rat jetzt im Juni den Abriss-Beschluss trifft, sollen die Arbeiten für Schadstoffsanierung und Abbruch des Gebäudes ausgeschrieben werden. Mit dem Abriss könnte dann im Januar 2021 begonnen werden. Spätestens bis Ende 2021 sollen dann die letzten Reste des Horrorhauses an der Kielstraße verschwunden sein.

Pläne für Kita-Neubau

Vorgesehen ist der freiwerdende Platz dann für eine Kita und einen kleinen Park. An dieses Konzept waren auch die schon geflossenen Zuschüsse gebunden, betont Ludger Wilde.

Deshalb stellt er noch einmal klar, dass es zum Abriss keine Alternative gibt. Wilde: „Stehenlassen und modernisieren ist keine Option.“

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