Horrorszenario im Schlosscafé: Warten auf Küche dauerte 16 Monate

rnGastronomie in Dortmund

Eine Gastronomie ohne Küche? Das Schlosscafé im Dortmunder Süden musste genau das durchmachen. Gründe für die Verzögerung gibt‘s genug. Jetzt steht eine Wiedereröffnung an.

Aplerbeck

, 20.08.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Wasserschloss Haus Rodenberg ist der Hingucker im Ortskern von Aplerbeck. Das historische Gebäude, das im Besitz der Volkshochschule Dortmund ist, verfügt neben diversen Schulungsräumen auch über eine Gastronomie.

Doch die war in den vergangenen zwei Jahren schwer gehandicapt: Denn die Küche war nicht nutzbar. Aus Gründen des Brandschutzes wurde nämlich die alte stillgelegt, ein Umbau war nötig - und damit begann eine fast endlose Geschichte.

Mitarbeiter der Verwaltung, der VHS und die Pächter Jörg Wiedelmann und Heike Koch sind froh, dass das Küchendebakel nun ein Ende hat.

Mitarbeiter der Verwaltung, der VHS und die Pächter Jörg Wiedelmann und Heike Koch sind froh, dass das Küchendebakel nun ein Ende hat. © Jörg Bauerfeld

Anfang 2018 schloss die Restauration im Haus Rodenberg zunächst seine Türen. Das griechische Restaurant Kouzina Rodenberg überlebte gerade einmal ein paar Monate, dann war Feierabend - Konzept gescheitert.

Im April 2018 die Gaststätte übernommen

Mit Jörg Wiedelmann und Heike Koch, die schon das Allegretto in Aplerbeck betreiben, sollte frischer Wind in die Gastronomie im Wasserschloss kommen. Im April 2018 übernahmen die beiden die historischen Räume als Pächter.

Doch der Verpächter, die VHS, hatte dabei eine Kleinigkeit übersehen. Oder sagen wir mal, falsch eingeschätzt. Die alte Küche, die seit Jahrzehnten ihren Dienst in dem historischen Wasserschloss getan hatte, musste raus.

Der Stromkasten stand zunächst mitten in der alten Küche.

Der Stromkasten stand zunächst mitten in der alten Küche. © Jörg Bauerfeld

Es gab Probleme mit der Abluft und dem Brandschutz. Noch im Dezember 2018 bat der frühere Leiter der VHS Dortmund, Dr. Roderich Grimm, um Verständnis, zeigte sich aber optimistisch, dass alles schnell geklärt werden kann.

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Die meisten Probleme seien aus dem Weg geräumt und man bemühe sich jetzt die Angelegenheit zügig zu klären. Daraus wurden weitere acht Monate, in denen die Küche kalt blieb – beziehungsweise gar nicht mehr existierte.

Denkmalschutz war eines der großen Umbau-Probleme

Denn die alten Gerätschaften waren mittlerweile ausgebaut worden. Neue waren da noch nicht in Sicht. Es hakte an allen Ecken und Enden. Ein großes Problem dabei war und ist der Denkmalschutz des alten Gemäuers.

Jeder Nagel, der in die Wand geschlagen wird, muss praktisch genehmigt werden - eine ganze Küche sorgt dann natürlich für rauchende Köpfe. Nichtsdestotrotz war die Situation für die Gastronomen Wiedelmann und Koch mehr als bescheiden.

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Zwar wurde bis zum Beginn der Corona-Pandemie das neu eröffnete Schlosscafé auf „Sparflamme“ geführt, aber nur der zum Wasserschloss dazugehörige Biergarten sorgte für Geld in den Kassen.

Jetzt kann man der VHS nicht vorwerfen, dass sie die Pächter des Schlosscafés im Regen stehen gelassen hätte. Man hat eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung – was die Höhe der Pacht angeht – gefunden, aber man hatte immer noch keine Küche.

Übergabe durch den kommissarischen Leiter der VHS

Und das bis zum 19. August 2020. Ein für das Schlosscafé bedeutendes Datum. Stephan Straub, kommissarischer Leiter der VHS, hatte die Ehre, die neue Küche im Schlosscafé den Pächtern öffentlich zu übergeben.

Genau 16 Monate nach der Schlüsselübergabe. „Wir werden um den 12. September herum das Schlosscafé wiedereröffnen“, sagt Heike Koch. Dann auch mit einem anderen kulinarischen Angebot. Frühstück, kleinen Speisen oder auch deftiges zu Wein oder Bier.

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All das ist jetzt möglich, durfte bislang doch nur Kuchen in den Räumen serviert werden - wegen der fehlenden Küche.

„Jetzt haben wir auch ganz andere Möglichkeiten, was den Biergarten angeht“, so Jörg Wiedelmann. Es wird praktisch ein Neustart nach der ersten Eröffnung im Januar 2019.

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