HSP-Mitarbeiter kämpfen weiter für Erhalt des Werkes

In Dortmund und Düsseldorf

Die Mitarbeiter von Hoesch Spundwand und Profil (HSP) in Dortmund kämpfen weiter für den Erhalt des Werkes, das die Salzgitter AG schließen will. Am Dienstag fand bei HSP eine außerordentliche Betriebsversammlung statt - am Mittwoch soll es eine Protestaktion vor dem Landtag in Düsseldorf geben.

DORTMUND

, 20.10.2015, 01:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
HSP-Mitarbeiter kämpfen weiter für Erhalt des Werkes

Am Dienstag gab es eine Betriebsversammlung bei HSP.

Aktualisierung, Dienstag, 13.35 Uhr:

Das ging schnell. Der öffentliche Teil der Betriebsversammlung war nach einer halben Stunde beendet. "Die Redner haben ihren Forderungen noch einmal deutlich genannt", berichtet unser Reporter Michael Schnitzler. Im Werk findet jetzt eine interne Besprechung statt.

Am Mittwoch reist die Belegschaft mit vier Bussen nach Düsseldorf. Dort wollen die Mitarbeiter mit dem neuen nordrhein-westfälischen Arbeitsminister Rainer Schmeltzer sprechen. Schmeltzer soll, so das Ansinnen der Mitarbeiter, die Botschaft auch an die Bundesregierung weitertragen.

Worum es geht: Der HSP-Betriebsrat rechnet bis 2018 mit kräftigen Investitionen des Bundes in Kanäle und Häfen - für solche Baumaßnahmen werden Spundwände benötigt. Wenn HSP allerdings vom Markt verschwindet, gibt es es Deutschland keinen Spundwand-Hersteller mehr. Dieses Szenario wollen die Beschäftigten der Politik noch einmal vor Augen führen.

Aktualisierung, Dienstag, 13.10 Uhr: 

Inzwischen hat bei Hoesch Spundwand und Profil (HSP) in Dortmund die außerordentliche Betriebsversammlung begonnen. Wenn es Neuigkeiten gibt, werden wir es an dieser Stelle vermelden.

Betriebsversammlung vor dem Werkstor von Hoesch Spundwand und Profil (HSP) in #Dortmund. cc @RN_DORTMUNDpic.twitter.com/w8hKAvD3NI

— Michael Schnitzler (@SchnitzlerM)

Erster Bericht:

Vor dem Werkstor an der Alten Radstraße soll am Dienstag (20. Oktober) um 13 Uhr eine außerordentliche Betriebsversammlung der Mitarbeiter stattfinden. Eingeladen, so teilt der Betriebsrat mit, sind auch Kommunalpolitiker sowie Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Am Mittwoch (21. Oktober) wollen die HSP-Mitarbeiter gegen 11 Uhr eine Protestaktion vor dem Landtag in Düsseldorf abhalten. 

343 Mitarbeiter machen auf die Situation aufmerksam

Der Mutterkonzern Salzgitter AG hat im Juni beschlossen, HSP bis spätestens Jahresende zu schließen' tag='. Die verbliebenen 343 Mitarbeiter wollen nun noch einmal darauf aufmerksam machen, welche Situation sich dann einstellen würde.

Es gäbe mit dem luxemburgischen Unternehmen Arcelor dann weltweit nur noch ein Unternehmen, das sogenannte Z-Bohlen (Spundwände) herstellt. Wenn in Deutschland - wie von Bund und Ländern angekündigt - der Hochwasserschutz ausgebaut wird, müssten die dafür nötigen Spundwände in Luxemburg eingekauft werden, heißt es seitens HSP: "Das wäre traurig", sagt HSP-Betriebsrats-Chef Klaus Frerichs. 

Bundesregierung will in Verkehrswege investieren

Den Zeitpunkt für die Aktionen in dieser Woche hat der Betriebsrat bewusst gewählt. Anfang dieser Woche läuft in Bremerhaven die 9. Nationale Maritime Konferenz; am Montag war Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gast. Bei der Konferenz geht auch darum, wie viel Geld in die Verkehrswege fließt. Die Bundesregierung will Milliarden investieren (siehe Bericht, Seite 14).

Spundwände, wie HSP sie produziert, werden nicht nur für den Hochwasserschutz, sondern für Kanäle und in Hafenbecken benötigt. 

"Wir finden es super, dass in die Infrastruktur investiert wird", sagt daher Frerichs. "Nur schade, dass es kein deutsches Unternehmen mehr gibt, dass Spundwände produziert, wenn HSP geschlossen wird."

In Düsseldorf werden die HSP-Mitarbeiter Gelegenheit haben, mit dem neuen nordrhein-westfälischen Arbeitsminister Rainer Schmeltzer zu sprechen. Den Termin bestätigte auf Anfrage am Montag ein Sprecher des Ministeriums. 

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