Dortmunder haben neuen Vermieter: Das sind ihre Rechte

Wohnungsmarkt in Dortmund

Mehrere Hundert Dortmunder haben einen neuen Vermieter. Der Mieterverein erklärt, was sich für Mieter ändert und worauf sie achten sollen.

Huckarde

, 16.01.2021, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mehrere Hundert Dortmunder haben einen neuen Vermieter. Der Mieterschutzbund Dortmund erklärt, was ihre Rechte sind.

Mehrere Hundert Dortmunder haben einen neuen Vermieter. Der Mieterschutzbund Dortmund erklärt, was ihre Rechte sind. © dpa (Symbolbild)

Die Mieter von rund 160 Wohnungen in der Huckarder Erpinghofsiedlung haben seit 1. Januar einen neuen Vermieter - und zwar die Peach Property Group mit Sitz in Köln.

Das Unternehmen Peach Property war bisher nur mit knapp 100 Wohnungen in Westerfilde auf dem Dortmunder Wohnungsmarkt vertreten und eher als zwischenzeitlicher Eigentümer der ehemaligen Konzernzentrale der Hoesch-Union an der Rheinischen Straße bekannt.

Das Unternehmen hat NRW-weit ein Paket von 4500 Wohnungen übernommen. Peach Property ist künftig mit eigenem Büro an der Rheinischen Straße vertreten, das auch für die Verwaltung in Nachbarstädten zuständig sein soll.

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„Welche Pläne Peach Property mit den Beständen verfolgt ist uns noch nicht bekannt. Wir haben hierzu mit dem neuen Eigentümer Kontakt aufgenommen“, sagt Markus Roeser, Wohnungspolitischer Sprecher des Mietervereins Dortmund.

Auch wenn sich ein neuer Eigentümer vorstellt und sich die Ansprechpartner ändern, formell handelt es sich bei einem solchen Unternehmensverkauf nicht um einen Eigentümerwechsel, sondern lediglich um einen Wechsel in der Hausverwaltung.

Wie sich Mieter schützen können

In Dortmund-Huckarde sind 163 Wohnungen betroffen:
  • Erpinghofstraße 1,2,9,11,89,91,93; Degenerstraße 1,3,14; Welkener Straße 2-18; Vieffhaus-straße Dietziusstraße 3,9,10; Schüttestraße 5,7,24,28, Varziner Str. 85
Der Mieterverein Dortmund bietet einen kostenlosen Ratgeber zum Eigentümerwechsel an. Er ist auf der Internetseite des Vereins www.mvdo.de/ratgeber.html verfügbar.

Der bisherige Eigentümer wird auch weiter im Grundbuch bleiben. „Faktisch entscheidet aber ein neues Unternehmen ‚im Hintergrund‘ über die Bewirtschaftung und die Zukunft der Wohnungen. Generell haben Unternehmen bei sogenannten ‚Share-Deals‘ die Möglichkeit die Grunderwerbssteuer zu umgehen, so dass Share-Deals bei großen Immobilientransaktionen häufig zu beobachten sind“, erläutert Markus Roeser.

Nicht vorschnell neue Vereinbarungen unterschreiben

Der Mieterverein hat einen Ratgeber herausgebracht, der Mieter über ihre Rechte informiert. Das sind die wichtigsten Tipps in der Übersicht:

  • Im Grundbuch beim Amtsgericht steht, wer der neue Hausbesitzer und damit der Vermieter ist. Alte Verträge gelten weiter, ohne, dass etwas daran geändert werden muss. Es gilt darum im Huckarder Fall der Grundsatz: „Kauf bricht nicht Miete.“
  • Ein neuer Mietvertrag ist nicht erforderlich. Da neue Verträge oft Verschlechterung bedeuten, warnt der Mieterverein vor Unterschriften. Werden Verträge oder Vereinbarungen vorgelegt, sollte deshalb nichts unterschrieben werden. Es ist immer genug Zeit, um sich vor einer Unterschrift beraten zu lassen. Wer auf eine Unterschrift drängt, scheint unseriös zu sein.
  • An einen Hauskäufer sollte erst dann die Miete gezahlt werden, wenn dieser seine Berechtigung nachgewiesen hat. Unproblematisch ist dies, wenn der alte Eigentümer schriftlich mitteilt, dass ab einem bestimmten Monat die Miete an einen Käufer gezahlt werden soll. Liegt eine solche Mitteilung nicht vor und beansprucht der angeblich „Neue“ die Miete, in keinem Fall sofort bezahlen. Denn falls er die Miete noch gar nicht kassieren darf, muss man im Zweifelsfall doppelt zahlen.
    Im Zweifel können Mieter ihre Miete beim Dortmunder Amtsgericht hinterlegen.

    Im Zweifel können Mieter ihre Miete beim Dortmunder Amtsgericht hinterlegen. © Dieter Menne (Archivbild)

  • Wenn sich der „Alte“ und „Neue“ darum streiten, wer wann die Miete einziehen darf, kann die Miete beim Amtsgericht hinterlegt werden.
  • Erst ab dem Tag der Grundbucheintragung ist der Käufer
    der (neue) Vermieter. Erst dann kann er im eigenen
    Namen Mieterhöhungen, Kündigungen usw. aussprechen.
  • Vorsicht bei Hausbesuchen: Wenn ein Haus verkauft wird, sollte der Mieter niemanden unangemeldet in die Wohnung lassen. Ein Besichtigungsrecht hat nur der Vermieter und zwar nur nach Anmeldung. Kommt es zu einem Besichtigungstermin, sollten (falls notwendig) Zeugen für den Verlauf des Gesprächs da sein.
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