Hukita meldet Insolvenz an - 160.000 Euro verschwunden

Fördergelder zweckentfremdet

Der Neubau für die Hukita und den Kindergarten Muku(h) in Huckarde ist ziemlich weit fortgeschritten, aber ob die beiden Kinderbetreuungseinrichtungen der Elterninitiative Hukita e.V. dort jemals einziehen werden, ist fraglich. Die Elterninitiative hat Ende Januar das Insolvenzeröffnungsverfahren beantragt.

HUCKARDE

, 22.02.2017, 09:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dieser Neubau an der Hedwig-Bieber-Straße in Huckarde sollte das neue Domizil der Hukita und des Kindergartens Muku(h) werden. Ob es doch noch dazu kommt, ist fraglich.

Dieser Neubau an der Hedwig-Bieber-Straße in Huckarde sollte das neue Domizil der Hukita und des Kindergartens Muku(h) werden. Ob es doch noch dazu kommt, ist fraglich.

Der alte Vorstand hatte öffentliches Geld zweckentfremdet. Es fehlen knapp 160.000 Euro. Ein Strafverfahren ist eingeleitet, und auch zivilrechtliche Klagen sind anhängig. Die Elterninitiative betreibt die Hukita mit 20 Plätzen und den Kindergarten Muku(h) mit 25 Plätzen an zwei getrennten Standorten. Die beiden Einrichtungen sollten in dem von einem Investor angemieteten Neubau zusammengeführt und um 23 zusätzliche Betreuungsplätze – vor allem für unter Dreijährige – erweitert werden.

Bereits im Dezember 2012 hatte die Elterninitiative über das städtische Jugendamt erstmals rund 45.000 Euro aus dem Förderprogramm des Landes zur Kinderbetreuungsfinanzierung abgerufen, den Rest ein knappes Jahr später, insgesamt 159.146 Euro, inklusive des städtischen Eigenanteils für die Fördermaßnahme.

Keine Belege für den Verbleib des Geldes

Das Fördergeld wurde zum einen zu früh abgerufen und vom Jugendamt an die Elterninitiative weitergeleitet, und zum anderen wurde es vom Konto der Initiative unerlaubterweise als Darlehen an deren Förderverein weitergereicht – und ist wohl so im Neubau versickert, statt als zweckgebundene Förderung in die Inneneinrichtung und die Außenanlagen zu fließen. Auch gibt es keine Belege für den Verbleib des Geldes.

Die Sache flog auf, als das städtische Jugendamt auf Drängen des Landesjugendamtes Verwendungsnachweise vom neuen Vorstand der Elterninitiative forderte. Diese Belege müssen eigentlich nach einem halben Jahr vorgelegt werden, das städtische Jugendamt hatte sich aber mehr als zwei Jahre dafür Zeit gelassen.

"Wir sind auf der Suche nach einer Lösung"

Der Ende 2014 gewählte neue Vorstand forschte nach und musste feststellen, dass das Fördergeld vom Konto der Elterninitiative verschwunden war – und erstattete Anzeige. Weil das Jugendamt schließlich die Fördergelder zurückforderte, musste die Elterninitiative nach erfolglosem Widerspruch das Insolvenzeröffnungsverfahren beantragen. Wie jetzt aus einem Schreiben von Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger für die nächste nichtöffentliche Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses hervorgeht, ist das Ziel, die Betreuungsplätze in Hukita und Kindergarten zumindest bis zum Ende des Kindergartenjahres zum 31. Juli zu sichern.

Gunther Niermann, Geschäftsführer des Paritätischen, der Dachorganisation von Hukita, erklärte: „Wir sind auf der Suche nach einer Lösung, die über den Sommer hinaus geht.“ Ein Gespräch dazu steht heute an.

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