Hundekot in Dortmund: Stadt erklärt ein Anti-Häufchen-Projekt für gescheitert

rnÄrgernis Hundehaufen

Hundehaufen auf Gehwegen, Wiesen und Spielplätzen stinken den Dortmundern schon immer. Eine Idee, die ungeliebten Hinterlassenschaften loszuwerden, ist nun offiziell gefloppt.

Marten

, 19.08.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Andreas Klang und sein Hund Ghost wohnen seit drei Jahren in Marten. Gerade haben die beiden einen Spaziergang gemacht – und an Klangs rechter Hand baumelt eine gefüllte Kot-Tüte, die er im Mülleimer entsorgt. Vorbildlich!

Dass an einer Laterne in der Straße „In der Meile“ seit 2014 ein Spender für Hundekot-Beutel hängt, wusste der Martener gar nicht, bis wir ihn darauf aufmerksam machen. Die kleine, grüne Box kann man tatsächlich leicht übersehen, eine Aufschrift hat sie auch nicht mehr.

Der Spender ist seit einiger Zeit leer und deshalb ein viel kommentiertes Thema auf Facebook. „Wahrscheinlich bevorraten sich die Menschen mit den Tüten. Das habe ich zumindest im Urlaub beobachtet“, meint Andreas Klang.

Wie eine Anfrage dieser Redaktion bei der städtischen Pressestelle ergab, wird der Martener Spender auch weiterhin leer bleiben. Denn nach einer mehrjährigen Testphase erklärt das Tiefbauamt das Anti-Häufchen-Projekt stadtweit für gescheitert. Schwerpunkt war das westliche Stadtgebiet.

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Vandalismus war ein großes Problem

„Rückblickend betrachtet kann keiner der Versuche als nachhaltig bezeichnet werden“, berichtet Stadtsprecher Christian Schön. Das Problem mit den ungeliebten Hinterlassenschaften der Vierbeiner sei durch die Tüten-Spender nicht wirksam eingedämmt worden.

Andere Städte hätten ähnliche Erfahrungen gemacht – genauso wie mit wiederkehrendem Vandalismus: „Die Tütenspender wurden innerhalb kurzer Zeit entweder abgerissen oder in der Funktion so beeinträchtigt, dass sie nicht mehr nutzbar waren.“

Möglicherweise nutzen Passanten Tüten für andere Zwecke

Und es gab noch ein Dauer-Problem: Schon kurze Zeit nach dem Befüllen seien die Boxen wieder leer gewesen. „Möglicherweise nehmen sich die Hundebesitzer die Tüten ,auf Vorrat‘ mit oder Passanten nutzen sie für ganz andere Zwecke“, schreibt Christian Schön.

Diese Beobachtungen habe man auch in Marten gemacht, in der Straße „In der Meile“ genauso wie in der Hangeneystraße. Deshalb sehe die Stadt nun von einer weiteren Bestückung durch den Service- und Präsenzdienst ab. „Als die noch befüllt wurden, lagen die Tüten überall in der Meile herum, wurden von unseren Spezis einfach alle rausgezogen und weggeworfen“, schreibt ein Martener auf Facebook.

Tüten-Spender haben wegen EU-Plastikverbot keine Zukunft mehr

Aber auch aus einem anderem Grund haben die Tüten-Spender in Dortmund keine Zukunft: „Wegen des bevorstehenden Plastiktütenverbots der EU“, erklärt Christian Schön.

Aufgrund des unvernünftigen Verhaltens vieler Hundehalter werde das zuständige Tiefbauamt immer wieder nach Tüten-Spendern gefragt. Aus den genannten Gründen könne die Verwaltung das Aufstellen von neuen Automaten aber nicht mehr unterstützen, erklärt Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamts.

Hundekot-Tüten gebe es inzwischen in so gut wie jedem Drogerie-Fachgeschäft, ergänzt Christian Schön. „Kein Hundebesitzer ist also auf eine öffentliche Bereitstellung angewiesen.“ Einige Facebook-Nutzer sehen das anders: Dafür zahle man doch Hundesteuer, schreiben sie. „Jeder Hundebesitzer soll selbst Sorge für die Hinterlassenschaften seines Hundes tragen“, meinen andere.

„An den Baumscheiben sieht es manchmal echt verboten aus“

Gerade an den Baumscheiben in der „Meile“ sehe es manchmal „echt verboten“ aus, heißt es in der Facebook-Diskussion. Ein gefüllter Spender würde daran nichts ändern, das sei wohl eher eine Frage der Einstellung.

Und was passiert mit den leeren Spendern in Marten? Über ihren Abbau soll die Bezirksvertretung entscheiden, weil sie damals auch die Installation der Boxen beschlossen habe, so der Stadtsprecher. „Dies könnte noch in diesem Jahr geschehen.“

Strafen bis zu 75 Euro drohen

  • Laut Stadt ist ein ordnungsbehördliches Vorgehen gegen unvernünftige Hundebesitzer die einzig zielführende Möglichkeit, das stadtweite Problem der Hundekot-Verschmutzung einzudämmen.
  • Wer den Hundekot des eigenen Tieres nicht einsammelt, kann nach § 13 Abs. 2 OBVO (Ordnungsbehördliche Verordnung) mit 50 Euro belangt werden.
  • In besonders geschützten Bereichen, dazu gehören Kinderspielplätze, kann es 75 Euro kosten.
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