Hunderte Jugendliche bei Demo in der City: Bei RWE gab es Ärger mit der Polizei

rnFridays-for-Future

Plötzlich lagen sie wie tot auf dem Westenhellweg: Mehrere Hundert Jugendliche haben bei Fridays-for-future demonstriert - und am Ende gab es auch Ärger mit der Polizei.

von Ines Maria Eckermann

Dortmund

, 02.08.2019, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie stellten sich tot, lagen auf dem Pflaster herum, rannten und tanzten um Grünstreifen herum und trugen Fahrräder aus Pappe durch die Innenstadt: Für die Fridays-for-Future-Demonstration wurden die Demonstranten kreativ, um ihre Forderungen publik zu machen.

Kreative Aktionen

Mit sogenannten Swarming-Aktionen machten die Demonstranten an 20 verschiedenen Stellen die Bürger auf sich aufmerksam. Schon im Vorfeld konnten sie sich eine der Aktionen aussuchen, um sich in der Fußgängerzone totzustellen, um als Alien verkleidet in einen Elektronikmarkt zu spazieren oder einen Flashmob auf einer Verkehrsinsel zu starten.

Von überall aus Deutschland kamen die Jugendlichen in Dortmund zum Sommerkongress zusammen. Viele kampierten bereits seit Mittwoch im Revierpark Wischlingen. „Das Ziel ist es auch, sich mit anderen Ortsgruppen zu vernetzen. Bei uns sind wir zum Beispiel nur zu fünft“, sagt Ronja, die aus einer Kleinstadt nahe München nach Dortmund gekommen ist. Zusammen mit ihren Mitstreitern aus Leipzig, Hamburg und Dortmund will sie ein Zeichen setzen.

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So war die Fridays-for-Future-Demonstration in Dortmund

Bei der Kundgebung der Fridays-for-Future-Aktivisten gab es kreative Aktionen und bunte Transparente.
02.08.2019
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Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
So sah der Sommerkongress von Fridays for Future aus.© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Die Demonstration der Aktivisten von Fridays for Future beim Sommerkongress in Dortmund verlief größtenteils friedlich. © Ines Maria Eckermann
Sommerkongress von Fridays for Future© Ines Eckermann
Die Demonstration der Aktivisten von Fridays for Future beim Sommerkongress in Dortmund verlief größtenteils friedlich. © Ines Maria Eckermann
Die Demonstration der Aktivisten von Fridays for Future beim Sommerkongress in Dortmund verlief größtenteils friedlich. © Ines Maria Eckermann
Die Demonstration der Aktivisten von Fridays for Future beim Sommerkongress in Dortmund verlief größtenteils friedlich. © Ines Maria Eckermann
Die Demonstration der Aktivisten von Fridays for Future beim Sommerkongress in Dortmund verlief größtenteils friedlich. © Ines Maria Eckermann
Die Demonstration der Aktivisten von Fridays for Future beim Sommerkongress in Dortmund verlief größtenteils friedlich. © Ines Maria Eckermann

„Ich bin hier, weil sich seit sechs Monaten nichts an der Klimapolitik ändert“, sagt die 19-Jährige Dortmunderin Therese. Sie ruf die Forderungen der Bewegung in ihr buntbeklebtes Megafon. Auf Transparenten und bemalten Pappkartons fordern sie höhere Steuern auf Flüge und fossile Brennstoffe, fahrradfreundlichere Städte und einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Dazu gehört es für die Demonstranten auch, den Autoverkehr warten zu lassen. Die Kampstraße und der Südwall waren vorübergehend gesperrt. „Da wurde kurz gehupt, aber dann waren die Straßen bald wieder frei“, sagte der Leiter der Pressestelle der Polizei Oliver Peiler.

Mahnung an die Poltik

Es gehe um nicht weniger als die Zukunft des Planeten, betonten die Demonstranten in ihren Sprechchören. „Wenn man liest, was auf unsere Kinder zukommen wird, krampft einem als Vater der Magen“, erklärt Felix Mangen. Fast jede Woche geht er in seiner Heimatstadt Bochum mit seien Kindern zur Fridays-for-Future-Demo. „Ich mache mir Sorgen, dass die Kleinen später einmal Kriege um Ressourcen erleben müssen.“ Sein dreijähriger Sohn Justus fährt auf deinem Laufrad neben dem mehrere hundert Meter langen Demonstrationszug her. Wie sie gehen viele vor allem junge Menschen seit Monaten jeden Freitag auf die Straße. „Doch die Politik lacht immer noch über uns“, sagte einer der Redner bei der Abschlusskundgebung auf dem Platz der Alten Synagoge.

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Auch Wissenschaftler haben sich der Demonstration angeschlossen. So auch die Politologin Laura Herzog von der Universität Osnabrück, die mit den Scientists-for-Future die Forderungen der Demonstranten mit wissenschaftlichen Untersuchungen stützen. „Wir sägen den Ast ab, auf dem wir selber sitzen“, erklärte Herzog die möglichen Folgen des Klimawandels. „Deshalb ist es dringend an der Zeit, dass gehandelt wird.“ Darin herrscht unter den Demonstranten Einigkeit.

Strafanzeige gegen Demonstranten

Doch nicht überall verlief die Demonstration, ohne anzuecken: „Eine Splittergruppe blockierte den RWE-Tower“, erklärte Peiler. In enger Abstimmung mit den Einsatzkräften meldeten die Demonstranten eine Spontan-Demonstration an. Doch als sie den Eingang des Gebäudes versperrten, löste die Polizei die Versammlung auf. Gegen den Leiter der Gruppe wird nun wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetzes ermittelt. Außerdem ziehe RWE eine Klagen wegen Hausfriedensbruch in Erwägung, teilte Peiler mit. Sonst sei die Demonstration aber ohne Zwischenfälle ruhig verlaufen.

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