Neue Corona-Hilfen retten viele Dortmunder Unternehmen

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IHK und Handwerkskammer begrüßen die Neuregelung der Überbrückungshilfen für die von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen. Sie nennen die wichtigsten Punkte für Dortmund.

Dortmund

, 21.09.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Überbrückungshilfen des Bundes werden nicht nur bis zum Jahresende verlängert – wie bereits Ende August von der Koalition beschlossen – sondern zugleich an entscheidenden Stellen verbessert. Stefan Schreiber, den Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund, und auch seinen Kollegen, Carsten Harder von der Handwerkskammer Dortmund, freut das sehr.

Schreiber erläutert: „Die konjunkturelle Lage in unserer Region hellt sich derzeit wieder leicht auf, dennoch gibt es in einigen Branchen noch viele Unternehmen, die in ihrer Existenz bedroht sind. Insofern war es eminent wichtig, dass die Regelungen bei den Überbrückungshilfen verlängert, ausgeweitet und auch vereinfacht wurden.“ So können jetzt auch Unternehmen auf diese Zuschusszahlung zurückgreifen, ergänzt Carsten Harder als Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, „die vorher nicht anspruchsberechtigt waren.“

Umsatzeinbruch von 50 Prozent reicht aus

Den Änderungen vorausgegangen waren, so Stefan Schreiber, Gespräche der bundesweit organisierten Industrie- und Handelskammern, vor allem mit dem federführenden Bundeswirtschaftsministerium, aber auch mit der NRW-Landesregierung. „Viele unserer Anregungen und Vorschläge wurden aufgegriffen und auch umgesetzt. Wir werten die Neuregelungen deshalb auch als Erfolg für unsere intensive wirtschaftspolitische Interessenvertretung für unsere Mitgliedsunternehmen“, betont Stefan Schreiber.

Freut sich sehr über die Neuregelung der Überbrückungshilfe: IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber.

Freut sich sehr über die Neuregelung der Überbrückungshilfe: IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber. © Ekkehart Bussenius/Tania Reinick

Im Einzelnen gelten für die Monate September bis Dezember folgende Regelungen:

  • Zur Antragstellung berechtigt sind künftig Antragsteller, die entweder einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 % in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten oder
  • einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 % im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet haben.

Bislang muss ein Umsatzeinbruch von 60 Prozent im Zweimonatszeitraum April/Mai zum entsprechenden Vorjahreszeitraum nachgewiesen werden. Dieser enge Zuschnitt hat sich, so die IHK, als nicht praxisgerecht erwiesen.

„Im Sinne der Kleinst- und Kleinbetriebe wurde nachgebessert“, so Carsten Harder. Bisherige Deckelungen der Zuschussbeträge für Betriebe mit bis zu 5 Beschäftigten (9.000 €) bzw. mit bis zu 10 Beschäftigen (15.000 €) würden künftig entfallen. Erstattet werden:

  • 90 % der Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzeinbruch (bisher 80 % der Fixkosten),
  • 60 % der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 % und 70 % (bisher 50 % der Fixkosten) und
  • 40 % der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30 % (bisher erst bei mehr als 40 % Umsatzeinbruch).

Nachzahlungen und Rückforderungen sind möglich

Die Personalkostenpauschale von 10 % der förderfähigen Kosten wird auf 20 % erhöht. Und: Bei der Schlussabrechnung sollen künftig Nachzahlungen ebenso möglich sein wie Rückforderungen.

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Zuschüsse, darauf weist die IHK hin, sind wie bisher möglich bis zu einer Höhe von 50.000 Euro pro Monat. Die weiteren Ausführungsregelungen werden derzeit noch erarbeitet, auch das entsprechende Softwareprogramm für die Beantragung wird aktuell überarbeitet.

Wir haben diesen Bericht am 22.9. um einige Stellungnahmen und Infos der Handwerkskammer Dortmund ergänzt.

Überbrückungshilfen

Beratungen über die Corona-Hotline

  • Alle Informationen rund um Finanzierungshilfen gibt es bei der IHK unter www.dortmund.ihk24.de/coronavirus und unter der Corona-Hotline 0231 5417-444.
  • Die Handwerkskammer hat mehrere Corona-Hotlines eingerichtet, unter anderem für eine Rechtsberatung: Tel. 0231 5493-396. Weitere Infos: www.hwk-do.de
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