„Ihre Tochter hat einen tödlichen Unfall verursacht“

Schockanrufe

Gleich zwei Mal kam es zu betrügerischen Anrufen bei Dortmunder Seniorinnen. Mit einer dreisten Lüge wollten die Telefonbetrüger ans Ersparte – einmal sogar erfolgreich.

Dortmund

14.05.2021, 19:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erneut wurden am Freitag (14. Mai) bei der Polizei Betrugsfälle gemeldet, bei denen Senioren mit sogenannten „Schockanrufen“ um ihr Erspartes gebracht werden sollen. In einem Fall waren die Betrüger erfolgreich.

Der erste Fall habe sich laut Polizei gegen 10.05 Uhr zugetragen: Eine 84-jährige Dortmunderin wurde von einer Frau angerufen, die vorgab, von der Polizei zu sein.

Falsche Polizistin rief an

Sie erzählte der älteren Frau, dass ihre Tochter einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe und deshalb jetzt in Haft müsse. Nur die Zahlung einer Kaution von 45.000 Euro könne die Tochter davor bewahren.

Die 84-Jährige war so verzweifelt, dass sie wenig später zu einer Bankfiliale an der Hansastraße ging, um einen Teil des Geldes abzuholen. Ein Mitarbeiter sei aber auf die aufgelöst wirkende Frau aufmerksam geworden und sprach sie an. Er alarmierte die Polizei, als sie ihm erklärte, was los war. Einen Anruf von der falschen Polizistin bekam sie daraufhin nicht mehr.

Einen ähnlichen Fall gab es gegen 11.35 Uhr: Wieder rief eine Frau eine 93-jährige Dortmunderin an und erzählte von einem tödlichen Unfall, den die Tochter verursacht haben soll. Wieder sei eine Kaution in fünfstelliger Höhe zu zahlen.

Betrügerin bestellte Taxi für ihr Opfer

Die 93-Jährige nahm einen Teil der geforderten Summe, den sie zu Hause hatte, und stieg gegen 12 Uhr in ein Taxi, das vor ihrer Haustür auf sie wartete, wie zuvor mit der Betrügerin abgesprochen.

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In der Lübecker Straße habe die Dortmunderin dann eine Einkaufstüte mit dem Geld an eine Frau übergeben, die dort bereits auf die 93-Jährige wartete. Die Fremde habe die Senioren mit Namen angesprochen. Sie verschwand nach der Übergabe in einem Taxi.

Die Frau wurde von der 93-Jährigen als etwa 1,55 Meter groß und schlank beschrieben. Sie habe kurze, krause, dunkelblonde Haare und akzentfreies Deutsch gesprochen, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.

Die Polizei ermittelt jetzt, ob es eine Verbindung zwischen den beiden Taten gibt. Zeugen sollen sich an die Kriminalwache der Polizei unter Tel. 0231/1327441 wenden.

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Im Zuge der beiden „Schockanrufe“ warnt die Polizei davor, dass man am Telefon keine Auskünfte über seine finanziellen Verhältnisse geben soll – die Polizei würde selbst nie danach fragen. Zudem soll man niemals Geld an unbekannte Personen übergeben. Bei verdächtigen Anrufen sollte man außerdem die Polizei unter 110 kontaktieren – auch wenn nichts passiert ist.

Die Betrüger würden in Telefonbüchern nach potenziellen Opfern suchen, sie halten Ausschau nach Namen, die auf ältere Personen schließen lassen. Die Polizei rät, dass man zumindest seinen Vornamen aus dem Telefonbuch löschen lassen soll.

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