Ikea und Corona: So geht jetzt das Einkaufen im schwedischen Möbelhaus

rnIndu-Park

Es ist nicht allein die Maskenpflicht, die das Einkaufserlebnis für die Ikea-Kunden in Dortmund verändert hat. Das schwedische Möbelhaus hat noch anderweitig auf das Virus reagiert.

Dortmund

, 14.11.2020, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ampel auf dem Bildschirm steht noch auf Grün. Es ist Samstag (14.11.) 12 Uhr mittags bei Ikea im Dortmunder Indupark in Oespel. Durch das schwedische Möbelhaus bummeln genau 1263 Kunden. Der digitale Zähler am Eingang lässt niemanden unbemerkt eintreten. Und der analoge Zähler daneben, ein Mann aus der Security-Branche, übernimmt, wenn die Ampel bei 1500 auf Rot springt. „Dann stoppe ich“, sagt er. Und dann heißt es Anstehen zwischen den Gitterreihen.

Die Zahlen auf dem Ampel-Display am Eingang spielen Ping-Pong mit dem Zähler am Ausgang. Es ist ein Kommen und Gehen; doch obwohl die Parkplätze draußen und die Tiefgarage unten drunter gut gefüllt sind, bleibt die Anzahl der Besucher unter dem kritischen Wert von 1500.

Die Ampel zeigt auf Grün. Noch dürfen 213 Personen rein. Sinkt die Zahl auf Null, heißt es anstehen und warten.

Die Ampel zeigt auf Grün. Noch dürfen 213 Personen rein. Sinkt die Zahl auf Null, heißt es anstehen und warten. © RN

Hinter der Türschwelle steht reichlich Desinfektionsmittel bereit. Die meisten gehen achtlos daran vorbei, aber alle tragen Mund-Nasen-Schutz. Sonst hätte auch der Sicherheitsmann eingegriffen. Denn Ikea kennt bei der Maskenpflicht kein Pardon. Wer glaubt, sich mit einem ärztlichen Attest maskenlos durch die Möbel-Galerie von Billy, Pax und Klippan bewegen zu können, wird eines Besseren belehrt. Auch Menschen mit Attest müssen zumindest einen durchsichtigen Schutzschild tragen, den Ikea für die Dauer des Einkaufs zur Verfügung stellt.

Alle tragen Maske

Doch an diesem Samstagmittag zückt niemand ein Attest. Und auch drinnen lassen alle brav die Maske auf, zupfen sie allenthalben einmal kurz unter die Nase, um tief Luft zu holen. Wo sonst Lichter von der Decke die Laufrichtung auf dem Boden anzeigen, kleben jetzt gelbe Pfeile, alle paar Meter unterbrochen von runden gelben Aufklebern mit der Mahnung: „1,5 Meter Abstand“.

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Während es bei den Betten und Matratzen nicht so voll ist – auch hier stehen wieder Desinfektionsmittel und Tücher bereit –, drubbelt es sich bei den Schränken und Schreibtischen, „Das ist ja schlimmer als in der Straßenbahn“, sagt eine Kundin und weicht einer anderen aus: „Sagen Sie doch was.“ Andere gehen sich schon von weiter weg aus dem Weg.

Doch das klappt nicht immer. Vor dem Podest des Beraters zur „Traumküche“, der mit Rundum-Plastikscheiben von der Ansteckungsgefahr abgeschirmt wird, hat sich eine kleine Schlange gebildet. Schwarze Fußstapfen auf dem Boden und die gelben Flecken geben hier das Wo beim Warten vor.

Restaurant geschlossen

Auch sonst müssen Ikea-Fans hier und da von ihrer liebgewonnenen Routine beim Besuch des Möbelhauses abweichen. Kein Pfannkuchen, Rührei und Schinken zum Frühstück, kein Lachsfilet mit Buchweizen zu Mittag. Corona hat das Restaurant vorübergehend geschlossen.

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Das Areal der Speise-Ausgaben ist mit weißen Planen abgehängt, dahinter stapeln sich Tische und Stühle. Wo sonst Köttbullar und Co verputzt wurden, stehen jetzt Paletten mit Weihnachtsartikeln wie Adventskalender, Haferflockenkekse mit Zimt, Glühwein Vintersaga und die Zutaten für ein Pfefferkuchenhaus. Daneben die faltbare Gymnastikmatte Plufsig. Irgendwie traurig.

Auch wenn es den Hotdog nur zum Mitnehmen und ohne Beilagen gibt, stehen die Kunden am Schwedenshop an - mit Abstand natürlich.

Auch wenn es den Hotdog nur zum Mitnehmen und ohne Beilagen gibt, stehen die Kunden am Schwedenshop an - mit Abstand natürlich. © RN

Bei den Expresskassen, an denen man seinen Einkauf selbst eingibt, sind jeweils nur drei von vier in einer Wabe freigegeben. „Damit man ausweichen kann“, erläutert die Aufsicht.

Hotdog ohne Beilage und nur zum Mitnehmen

Alles bezahlt und ab in den Schwedenshop. Doch den Hotdog mit Gurken und Röstzwiebeln gibt es nicht. „Der Hotdog ist zurzeit ohne Beilage“, prangt es in schwarzer Schrift von einer Leuchttafel. Nur das Brötchen und die nackte Wurst. Und nur zum Mitnehmen. „Es ist leider nicht erlaubt, hier zu essen“, warnt ein Plakat. Das gilt für einen Umkreis von 50 Metern um das Einrichtungshaus.

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Trotzdem stehen die Kunden an für ihren geliebten Ikea-Hotdog. Dann gibt‘s den eben im Auto. Die Menschen wissen sich zu helfen. Wie heißt es auf den Plakaten, die bei Ikea zurzeit immer wieder den Weg kreuzen: „Gemeinsam schaffen wir das“.

Immer wieder stößt man bei Ikea auf den ermunternden Satz: "Gemeinsam schaffen wir das".

Immer wieder stößt man bei Ikea auf den ermunternden Satz: "Gemeinsam schaffen wir das". © RN

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