„Il Golfo“-Chef beeindruckt Restaurant-Tester Rach und erhält einen Orden

rnKult-Italiener

Vor fast 50 Jahren brachte Giuseppe Gargiulo die Pizza nach Dortmund. Im „Il Golfo“ steht er noch heute am Ofen. Für seine Verdienste um die italienische Kultur erhält er nun einen Orden.

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, 16.08.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dortmund hat einen neuen „Sternekoch“: Giuseppe Gargiulo vom „Il Golfo Cantinetta“ erhielt jetzt den Ritterorden des Sterns von Italien. Der „Ordine della Stella d‘Italia“ wurde dem Restaurantchef vom Präsidenten der Italienischen Republik, Sergio Mattarella, verliehen. Übergeben hat die Auszeichnung am 14. August der italienischen Konsul in Dortmund, Dr. Franco Giordani. Familie und Freunde feierten das mit dem 74-Jährigen Chef de Cuisine im alt eingesessenen Restaurant im Rosental.

„Il Golfo“-Chef beeindruckt Restaurant-Tester Rach und erhält einen Orden

Das „Il Golfo - La Cantienetta" im Rosental. © Susanne Riese

Die Auszeichnung wird für besondere Verdienste um die Beziehungen Italiens zu anderen Staaten an italienische Staatsbürger und Ausländer verliehen. Die Bezeichnung bezieht sich auf Stella d’Italia, eines der ältesten National- und Staatssymbole Italiens.

Zu den Preisträgern in Deutschland gehören Horst Seehofer, Steffen Seibert und Stephan Weil. Die Ehre wird vom Präsidenten der Republik auf Vorschlag des Außenministers nach Anhörung eines Ordensrats gewährt.

Verbundenheit zum Heimatland wird gewürdigt

Der neue Dortmunder „Cavaliere“ repräsentiert seit fast einem halben Jahrhundert in Dortmund die italienische Kultur wie kaum jemand sonst. Sein Restaurant werde von Deutschen und auch von italienischen Staatsangehörigen sehr geschätzt, betonte das Konsulat in seiner Würdigung. „Giuseppe Gargiulo ist ein bedeutendes Beispiel für persönlichen Aufstieg und eine Person, die es aus eigener Kraft durch große Opferbereitschaft und Entschlossenheit zum Erfolg geschafft hat“, sagte Konsul Dr. Franco Giordani. Er lobte auch Gargiulos soziales Engagement und seine Liebe zum Heimatland. „Herr Gargiulo blieb immer in Kontakt mit Italien und zeigte im Laufe der Jahre eine tiefe Verbundenheit zu unserem Land.“

„Il Golfo“ eröffnete 1972

Am 20. Oktober 1972 eröffnete Gargiulo gemeinsam mit seiner Frau Monika im Rosental 12 sein Restaurant - der erste Italiener Dortmund und sicher einer der ältesten in NRW. In die Westfalenmetropole kam er als 18-Jähriger über München, wohin ihn sein Onkel als Verstärkung für sein Restaurant geholt hatte. Die Liebe zu einer Schwerterin brachte den jungen Mann schließlich ins Ruhrgebiet.

Am Rosental 12 steht er noch heute, 47 Jahre später, in der Küche. „Er kann nicht stillsitzen. Morgens geht schon in seinen großen Gemüsegarten, sechs bis sieben Tage in der Woche arbeitet er. Krank gefeiert hat er nie. Das Restaurant ist sein viertes Kind“, sagt Massimo Gargiulo, einer seiner drei Söhne, der viele Jahre mit ihm die Küche geteilt hat. Heute führt sein Bruder Mario die Geschäfte.

Prominente Gäste schätzen die Ruhe

Kochtalent und Herzblut bescherten dem Il Golfo viele Stammgäste. Auch zahlreiche Prominente kommen immer wieder ins Rosental, wenn sie in Dortmund sind, darunter Cecilia Bartoli und Mario Adorf. Auch die Klitschko-Brüder, Anne Sophie Mutter, Herbert Grönemeier, José Carreras und René Kollo kehrten im „Il Golfo“ ein. Eros Ramazotti kam nach dem Essen in die Küche, um zu schauen, wer dort so gut kocht. „Mein Vater hat ihn gar nicht erkannt.“

„Il Golfo“-Chef beeindruckt Restaurant-Tester Rach und erhält einen Orden

Giuseppe Gargiulo (2.v.l.) und sein Team beim 40-jährigen Jubiläum 2012. © Dieter Menne (A)

Vielleicht macht gerade das den Charme des Familienunternehmens aus, zu dem maßgeblich auch Mutter Monika Gargiulo beitrug, die im Frühjahr verstorben ist. „Mein Vater hat die Leute immer in Ruhe essen lassen, auch die Prominenten, und keinen großen Trubel veranstaltet.“

So hat der Kult-Italiener auch den Besuch von Restaurant-Tester Christian Rach, der während eines Drehs in Bochum eine privaten Abstecher nach Dortmund machte, mit Bravour überstanden. „Hier kann ich nichts bewirken, ihr wisst, was ihr macht“, soll der Restaurantsanierer gesagt haben. Auch so etwas wie ein Ritterschlag.

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