Illegal entsorgter Müll kostet Gebührenzahler eine halbe Million Euro

Zwei "Mülldetektive" im Einsatz

Möbel, Elektrogeräte, Farbeimer, Ölkanister, Bauschutt, Reifen und Grünschnitt landen immer wieder an einsamen, verlassenen Straßenecken statt im Sperrmüll, bei Recyclinghöfen oder in Wertstoff- und braunen Tonnen. Die Landschaft wird verschandelt, aber nicht nur das. Wir erklären, was das für den Gebührenzahler bedeutet.

DORTMUND

, 11.06.2016, 03:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Illegal entsorgter Müll kostet Gebührenzahler eine halbe Million Euro

Wie hier in Dortmund-Eichlinghofen an der Ecke Universitätsstraße/Hauert wird auch in anderen Stadtteilen an verlassenen Stellen immer wieder wild Müll abgekippt.

Wer räumt den illegal abgelagerten Müll weg?

Die wilden Müllkippen im öffentlichen Raum sind ein Dauerthema, um das sich die EDG Entsorgung Dortmund GmbH im Rahmen der kommunalen Aufgaben und die Untere Abfallwirtschaftsbehörde mit ihren rechtlichen Möglichkeiten kümmern.

Wie oft muss die EDG ausrücken, um die wilden Müllkippen abzuräumen?

Rund 2000 Mal im Jahr. Dabei fährt die EDG insgesamt 300 Tonnen Abfall ab. Das geht aus der Antwort der Stadt auf eine Anfrage der CDU-Fraktion im Ratsausschuss für öffentliche Ordnung hervor.

Gibt es Stadtteile, die von wilden Müllkippen verschont bleiben?

Das Fehlverhalten stellt die EDG im gesamten Stadtgebiet fest. Wilde Müllkippen gibt es in Mengede, Barop und der Nordstadt genauso wie in Marten, Brackel, Syburg oder sonstwo.

Geht die EDG dagegen vor oder räumt sie den illegal abgelagerten Abfall nur weg?

Nein. Seit 2014 – anfangs in einem Modellversuch – versucht die EDG mit Hilfe eines professionellen Ermittlers den Nacht- und Nebelkippern (Nunkies) auf die Spur zu kommen. Zurzeit sind zwei Privatdetektive im Einsatz, die vor allem die Depotcontainer-Standorte im Visier haben, wo ebenfalls immer wieder illegal Müll abgelagert wird.

Bringt das was?

Das habe zumindest abschreckende Wirkung, meint die EDG. Allein durch die Beweisführung der „Mülldetektive“ konnte die EDG in den Jahren 2014/2015 rund 60 Bußgeldverfahren erfolgreich abschließen. Insgesamt werden jährlich rund 300 Verfahren eingeleitet.

Ist die Zahl der wilden Kippen in den letzten Jahren gestiegen?

Nein, sie ist vom höchsten Stand im Jahr 2002 (2768 Entsorgungs-Einsätze mit 844 Tonnen Abfall im Jahr) zurückgegangen und seit einigen Jahren stabil auf einem relativ gleich bleibenden Stand bei den eingangs genannten rund 2000 Einsätzen.

Worauf ist die seit 2002 gesunkene Zahl zurückzuführen? Allein auf die Mülldetektive?

Nein, die Gründe für den Rückgang der Zahlen sieht die Stadt  auch in den vielen ehrenamtlichen Initiativen von engagierten Bürgern (Abfallpatenschaften)  sowie  in den von der Stadt und der EDG angestoßenen stadtweiten Sauberkeitstagen und Aktionstagen für die kostenlose Abgabe von Grünschnitt im Frühjahr und Herbst. Auch Pfandregelungen für Einwegflaschen haben die Müllmenge in der Landschaft schrumpfen lassen.

Was kostet die Beseitigung der wilden Abfallkippen den Gebührenzahler?

Rund eine halbe Million Euro im Jahr.

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