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Indisches Essen ist zu scharf? Bei Dixon‘s Kitchen kann jeder Gast selbst aussuchen, wie scharf er es haben möchte. Wir haben dem Inder an der Möllerbrücke einen Besuch abgestattet.

Dortmund

, 04.07.2018 / Lesedauer: 5 min

Das indische Restaurant „Dixon’s Kitchen“ liegt etwas versteckt in der Kleinen Beurhausstraße im Klinikviertel. Es ist nach dem Besitzer Dixon Pathrose benannt und noch recht neu: „Dixon’s Kitchen“ eröffnete im September letzten Jahres.

Die Fassade ist eher schlicht, wer das Restaurant nicht gezielt sucht, verirrt sich vermutlich nicht so schnell hierher. Auch ich wäre vermutlich vorbei gelaufen. Denn bei mir stand indisches Essen nie ganz oben auf der Liste der Lieblingsspeisen. Meistens wurde es beim obligatorischen Geburtstagsessen dann der Italiener, denn Pizza und Pasta mögen ja doch irgendwie alle. Und dann kommt noch hinzu, dass ich bei indischem Essen automatisch an brennende Augen, Chilischoten und löschende Milch denke – nicht gerade meine Lieblingsvorstellung bei leckerem Essen. Vorab schon mal die Entwarnung: Milch brauchte ich nicht.

360-Grad-Bild: Schauen Sie sich im Dixon’s um!

Das Essen

Beim ersten Blick in die Speisekarte bin ich zunächst etwas überfordert. Es stehen lauter Gerichte drin, deren Namen ich noch nie oder selten gehört habe. Neben dem typisch-indischen Hühnchen stehen auch Lamm, Fisch und viele vegetarische und vegane Alternativen zur Auswahl. Die Beilagen sind typisch indisch oder haben einen Einfluss aus dem Nachbarland Sri Lanka. Wie zum Beispiel das Gericht Idiyappami. „Das ist in Nudelform gepresster Reis“, erklärt unsere Kellnerin. Auf jede Frage hat sie charmant eine Antwort parat, gibt auch Empfehlungen für typisch indische Getränke.

Ich gehe erst zum zweiten Mal indisch essen - das erste Mal war ein Desaster, mein Mund brannte wie Feuer. Ich muss allerdings dazu sagen, dass mir als Kind selbst Gewürzketchup zu scharf war.

Nach langem Überlegen entscheide ich mich für eine kleine Vorspeise, eine Samosa (1,20 Euro), und für ein süßes Chicken Masala (8,90 Euro). Die Servicekraft erklärt noch die fünf Schärfegrade bei Dixon’s Kitchen: Eins bedeutet mild, zwei steht für Europäer mittelscharf, drei für Europäer scharf, vier für indisch-normal und fünf für indisch-scharf. Ich bin vorsichtig und wähle Schärfegrad eins aus, meine Begleitung traut sich an Schärfegrad drei heran.

Die Vorspeise stellt sich als eine mit Gemüse gefüllte Teigtasche heraus, verfeinert mit einer Sweet-Chili-Soße. Meine Augen brennen ein wenig, dafür ist die dreieckige Hülle der Samosa aber schön knusprig.

Wenig später kommt auch schon meine Chicken Masala. Die Befürchtungen, dass das Essen vielleicht doch zu scharf sein könnte, verschwinden beim ersten Bissen: Die Gemüsepfanne mit Zucchini, Paprika, Kartoffeln und Hähnchen ist sehr mild, aber trotzdem gut gewürzt. Granatapfelkerne geben einen willkommenen Kontrast zu der süß-sauren Soße. Dazu kommt als Beilage Pittu, eine Kombination aus Mehl und frisch geriebenen Kokosraspeln, die so ähnlich wie Reis schmeckt. Schon jetzt weiß ich: Mein nächster Geburtstag wird definitiv bei keinem Italiener gefeiert.

Leider kommt die Lamm-Thandoori (9,80 Euro) meines Begleiters etwas später, schmeckt aber nicht weniger gut: Das zarte Fleisch schwimmt in einer Chili-Soße mit Kartoffeln und Aubergine, der Reis ist genau richtig, nicht zu matschig und nicht zu hart. Während mein früheres Gewürzketchup-hassendes-Ich die Chili- Soße viel zu scharf gefunden hätte, findet mein Begleiter sie beim Probieren angenehm gewürzt.

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Das ist Dixon's Kitchen im Klinikviertel

Indisches Essen ist zu scharf? Bei Dixon‘s Kitchen kann jeder Gast selbst aussuchen, wie scharf er es haben möchte.
12.07.2018
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Traditionelle Dekoration unter der Restaurant-Decke.© Schaper
Von außen wirkt Dixon's Kitchen eher spartanisch.© Schaper
Dixon Pathrose setzt ganz auf sein leckeres Essen, weniger auf Schnick Schnack.© Schaper
Dixon Pathrose setzt ganz auf sein leckeres Essen, weniger auf Schnick Schnack.© Schaper

Neben den obligatorischen Getränken stehen viele indische Alternativen auf der Speisekarte. Ich bin neugierig und probiere einen Salz-Lassi (2,50 Euro), ein Joghurt-Saft, dessen Konsistenz stark an Smoothies erinnert. Er soll scharfes Essen abmildern – was bei meinem Essen gar nicht nötig ist – und schmeckt einfach nur göttlich. Kleine Minzblätter und Ingwer sorgen für den besonderen Geschmack. Sofort nehme ich mir vor, zu Hause ein Rezept zum Nachmachen rauszusuchen. Definitiv ein Höhepunkt des Abends.

Um dem ganzen noch eine Krone aufzusetzen, bestelle ich als Nachtisch „Orange meets Mint“, ein Stracciatella-Eis mit verschiedenen Früchten, frischer Minze und pürierter Orange. Die vermeintliche Krönung hätte jedoch nicht sein müssen. Schon nach der Hälfte kriege ich keinen Löffel mehr runter, so pappsatt bin ich. Meine Begleitung hat schon vorher kapituliert und sich erst gar nichts mehr bestellt.

Die Preise im Dixon’s

Als ich zum Bezahlen an die Kasse komme, bin ich überrascht: Insgesamt zahlen wir zu zweit für Vorspeise, Hauptspeise, Nachtisch und jeweils zwei Getränken 48 Euro. Da hatte ich mehr erwartet.

Die Hauptspeisen fangen bei 5,50 Euro an, die teuerste kostet 11,90 Euro. Wir zahlen für unsere Chicken Masala und das Lamm-Thandoori jeweils neun bzw. zehn Euro – für das zarte Fleisch mit frischen Gewürzen ein, wie ich finde, fairer Preis. Für kleinere Hauptspeisen zahlt man bei Dixon’s Kitchen nur 1,20 Euro, die Suppen und Nachtische kosten um die fünf Euro.

Die Atmosphäre

Das Restaurant fällt verglichen mit den anderen Läden und Cafés im Klinikviertel etwas aus der Reihe. Hier baumeln keine Lichterketten von der Decke, Holzpaletten wurden nicht als Sofa oder Tisch umfunktioniert.

Dixon Pathrose setzt ganz auf sein leckeres Essen, weniger auf Schnick Schnack: Die Deko ist spartanisch, fast schon ein wenig ungemütlich. Schön sind ein paar indische Details: An der Decke hängt eine Leinwand in Fußabdruckform mit Früchten, gegenüber der Tür schaut ein Elefant aus dem Bilderrahmen. Draußen sind bei gutem Wetter ein paar Bänke und Tische aufgestellt, aber auch dieser Bereich könnte etwas kreativer gestalten werden.

Der Service im Dixon’s

Die Kellnerin erklärt alle Gerichte, ist aufmerksam und locker im Umgang. Mehrmals gibt sie Empfehlungen und kann jede Frage zum Essen beantworten. Ich habe bisher selten erlebt, dass jemand die Karte so gut kennt – noch dazu bei 25 Hauptgerichten. Insgesamt fühle ich mich so gut aufgehoben, dass ich die spartanische Einrichtung um mich herum vergesse.

Auf das Essen müssen wir nie lange warten. Eine ganz schöne Leistung, denn der Inhaber Dixon Pathrose macht so gut wie alles alleine: Er ist der einzige Koch, erledigt den Einkauf, macht die Buchhaltung und bedient die Gäste. Ein richtiges Multitalent. Er ist in Indien aufgewachsen und hat sich viele traditionell-indische Gerichte von seiner Mutter abgeguckt. Bei vielen Reisen durch Indien inspirierten ihn außerdem nord- und westindische Einflüsse, zum Beispiel aus Neu-Delhi und Mumbai.

Die Kinderfreundlichkeit

In der Karte stehen noch keine Kindergerichte, das soll sich aber ab Herbst ändern. Bis dahin bereitet Dixon Pathrose auf Anfrage kindergerechte Portionen zu. Die Schärfe dürfte aufgrund der verschiedenen Grade von eins bis fünf kein Problem sein, da Schärfegrad eins schon fast süß-mild ist.

Die Barrierefreiheit

Eine behindertengerechte Toilette ist nicht vorhanden, ansonsten ist der Raum geräumig und bietet viel Platz für Rollstuhlfahrer. Allerdings führen zwei kleine Treppenstufen in das Restaurant, die ein Hindernis darstellen könnten.

Anfahrt/ Parken

Wie im ganzen Klinikviertel ist auch hier die Parkplatznot groß. Im Klinikviertel hat man oftmals aber noch mehr Glück als im benachbarten Kreuzviertel, so dass sich meistens recht schnell ein Parkplatz finden lässt. Dafür sind die Anbindungen an öffentliche Verkehrsmittel gut: Die S-Bahn-Station Möllerbrücke ist nur zwei Minuten Fußweg entfernt.

Das sagt das Netz über das Dixon’s

4,6 von 5 Sternen – das ist der Durchschnitt von insgesamt 44 Bewertungen bei Google-Maps. „Das Einzige, was noch besser ist, als das Essen, ist der Service“, schreibt ein Gast. Hervorgehoben wird auch das gute Preis-Leistungsverhältnis. Vier Bewertungen haben drei oder weniger Sterne. Bemängelt wurde hierbei vor allem die Atmosphäre. Nach einer wirklich unzufriedenen Bewertung muss ich aber lange suchen: „Der Service war gut, aber die Fleischqualität miserabel. Zäh und sehnig, Lammfleisch geht besser! Mit 9,20 Euro definitiv überbezahlt“, findet der Gast.

Restaurant-Infos

Dixon’s Kitchen, Kleine Beurhausstraße 8, 44137 Dortmund, Tel. 01514 5418500, Öffnungszeiten Montag – Samstag von 12 bis 22 Uhr, Sonntag 12.30 bis 22 Uhr. Tischreservierungen sind telefonisch möglich.

Wie funktioniert der Restaurant-Check? Wir gehen ohne Vorankündigung in die jeweiligen Restaurants - als ganz normale Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne an schönen Orten essen. Wir beschreiben die Läden so, wie wir über sie auch mit Freuden und Bekannten sprechen würden. Mit ihren Schwächen, mit ihren Stärken. Ehrlich.
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