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Gyros suchen Gäste auf der Karte des Elea vergeblich. Gibt’s hier nicht. Dafür eine feine Auswahl an Mezedes, den griechischen Tapas. Wir haben sie bei unserem Restaurant-Check probiert.

Dortmund

, 18.07.2018 / Lesedauer: 5 min

Gegessen wurde an der Saarlandstraße 122 lange Zeit eher weniger. Dafür gut getrunken. Das Eckhaus zur Staufenstraße war viele Jahre lang Kneipe. Zuletzt hieß sie Pinte. Von Kneipen-Atmosphäre ist wenig, eigentlich nichts geblieben. Heute wird hier in lockerem Ambiente mediterran gegessen. Nico Arvanitis und seine Frau Jolanta haben vor zweieinhalb Jahren das Lokal komplett umgestaltet und dort ihr Restaurant Elea – griechisch für Olive – eröffnet.

Sehen Sie sich im Elea um!

Nico Arvanitis führte viele Jahre das Mediterranos in Oespel. Nun ist er mit seiner Küche im Saarlandstraßenviertel zu Hause.

Das Essen im Elea

Ich besuche das Elea an einem Dienstagabend Ende Juni mit einer Freundin. Das Restaurant ist gut besucht, aber nicht brechend voll. Wir suchen uns einen Tisch im Wintergarten des Lokals aus. Noch bevor wir irgendetwas bestellt haben, bekommen wir Brot mit obligatorischem Tsatsiki und einen kleinen Gruß aus der Küche: frittierte Garnelen mit Mangosoße. Wir haben richtig Hunger und legen direkt los. Lecker. Das Brot ist saftig, das Tsatsiki sehr cremig. Garnelen mag ich lieber frisch und nicht frittiert – aber auch so schmeckt es gut.

Auf der übersichtlichen Karte gibt es kalte und warme Mezedes, Salate, Pasta, Fisch- und Fleischgerichte (die Speisekarte gibt es hier). Das Elea interpretiert die Gerichte eher mediterran, nicht alle sind klassisch griechisch. So gibt es zum Beispiel auch Penne mit Rinderfiletstreifen und Rumpsteak, aber eben auch Bifteki und Lamm-Karré. Mich sprechen vor allem die Kalbsleber und der Wolfbarsch an. Zusätzlich gibt es noch eine Karte mit Tagesempfehlungen. Als Dessert ist griechischen Joghurt mit Honig und Walnuss im Angebot oder (weniger griechisch) Tiramisu, Panna Cotta und Vanilleeis mit heißen Kirschen.

Meine Begleiterin und ich entscheiden uns an diesem Abend gegen ein Hauptgericht und teilen uns verschiedene Mezedes. Die filetierten Sardinen (5,50 Euro), der warme Schafskäse aus dem Backofen (6,90 Eruo) und die dicken weißen Bohnen in Tomatensoße (5,70 Euro) sind sehr lecker. Ins Schwärmen geraten wir beide beim kalten Oktopus-Salat mit Olivenöl, Zitrone und Kräutern (10,90 Euro). Der schmeckt fantastisch, der Pulpo ist saftig und gar nicht zäh.

Außerdem bestellen wir einen Auberginensalat (6,90 Euro). Es ist aber eher eine Creme von pürierten Auberginen, die uns auch sehr gut schmeckt. Als Chef Nico Arvanitis an unserem Tisch vorbeikommt, fragt er uns nach dem Salat. Er habe auf der Karte auch noch warme Aubergine mit geriebenem Schafskäse (7,80 Euro). Die sei, sagt er, noch besser. „Ich schicke sie Ihnen. Geht aufs Haus“, sagt er. Wir sind beide überrascht über diese großzügige Geste. Nico Arvanitis ahnt zu diesem Zeitpunkt noch keineswegs, dass wir für einen Restauranttest da sind.

Tatsächlich schmeckt mir die lauwarme Aubergine noch viel besser. Wer sich unsicher ist, was er bestellen soll, kann auf jeden Fall auf die Empfehlungen des Chefs vertrauen. Er stellt Gästen auf Wunsch auch Menüs zusammen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So sieht es im Elea aus

18.07.2018
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So sieht das Elea von außen aus. Es liegt direkt an der Saarlandstraße. Der Eingang ist mit vielen Blumenkübeln hübsch gestaltet.© Dieter Menne
Nico Arvanitis betreibt das Elea gemeinsam mit seiner Frau Jolanta.© Dieter Menne
Der Wintergarten ist das Herzstück im Elea.© Dieter Menne
Je nachdem wie das Wetter ist, kann das Dach auf- oder zugemacht werden.© Dieter Menne
Die Gäste sitzen hier auf Holzstühlen zwischen einem großen Olivenbaum.© Dieter Menne
Die Einrichtung ist ansonsten recht schlicht gehalten.© Dieter Menne
Der Blick vom Eingang in den Wintergarten.© Dieter Menne
Neben dem Wintergarten gibt‘s noch drinnen einen Gastraum. Der ist hell mit dunkeln Holzmöbeln.© Dieter Menne
Gyros gibt‘s im Elea nicht, dafür eine leckere Auswahl an Mezedes.© Dieter Menne
Der Blick in den Gastraum.© Dieter Menne
Die Theke liegt direkt rechts vom Eingang. © Dieter Menne

Die Auswahl der Mezedes ist nicht riesig, aber völlig ausreichend. Die Gerichte sind alle frisch. Die Kompositionen sind teilweise ungewöhnlich, diese gefallen mir besonders gut. Spannend klingt zum Beispiel auch Panzaria: Rote-Bete-Scheiben mit mediterraner Soße, Knoblauch und Kräutern. Nach unseren fünf Mezedes und dem Tsatsiki mit Brot sind wir allerdings pappsatt.

Die Portionen der Mezedes empfinde ich als genau richtig. Nicht zu groß, nicht zu klein. Man wird satt, kann aber auch viel Verschiedenes probieren. So kann man dann auch einfach nur einen Snack zu einem Glas Wein bestellen, wenn der Hunger nicht so groß ist.

Wer im Elea essen geht, sollte Meeresfrüchte, Auberginen und Knoblauch mögen – dann kommt man voll auf seine Kosten. Wer lieber überbackenes Gyros mit Metaxa-Soße und Pommes isst, ist im Elea nicht an der richtigen Stelle.

Die Preise:

Die Mezedes liegen zwischen 3,50 und 11,90 Euro. Im zweistelligen Bereich liegen aber nur die beiden Oktopus-Gerichte: der Oktopus-Salat (10,90 Euro) und der gegrillte Oktopus-Arm (11,90 Euro), die Spezialität des Hauses.

Salate gibt’s ab 8,90 Euro, Pasta kostet 14,90 Euro, Fischgerichte liegen bei 18,90 bis 26,50 Euro und die Fleischgerichte bei 14,90 bis 25,90 Euro. Die Kalbsleber mit Gemüse und Drillingen kostet zum Beispiel 19,90 Euro. Eine ganze Seezunge mit warmer Tagesbeilage 26,50 Euro. Die Desserts kosten 4,50 Euro.

Wir haben für unsere Mezedes und jeweils zwei gut gefüllte Gläser Wein (für je 5,50 Euro) insgesamt 58 Euro bezahlt – Trinkgeld kam noch obendrauf. Das haben wir als einen fairen Preis empfunden. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Zumal wir das Auberginen-Gericht, das Tsatsiki, den Gruß aus der Küche und jeder noch einen Ouzo aufs Haus bekommen haben.

Der Service:

Uns hat ein junger Kellner bedient, der sehr höflich und aufmerksam war. Wir hatten nichts zu beanstanden und fühlten uns gut umsorgt. Ein gelernter Kellner war er wahrscheinlich nicht, gestört hat uns das aber nicht.

Chef Nico Arvanitis geht während des Abends mehrmals von Tisch zu Tisch und fragt, ob es den Gästen schmeckt. Wir fanden das aufmerksam. Das mag aber womöglich nicht jeder.

Die Atmosphäre im Elea:

Das Elea ist klein und relativ schlicht eingerichtet. Besonders stylisch oder modern ist es nicht, aber gemütlich. Der Wintergarten ist schön – so hat man den Blick nach draußen, ist aber vor den Geräuschen der vielbefahrenen Saarlandstraße geschützt.

Im Sommer können die Fenster und das Dach aufgemacht werden – dann wird der Wintergarten zur Terrasse. In einem Fenster, auf das ich bei unserem Besuch schaue, hängen Glühbirnen-Lichterketten, die den Wintergarten in warmes Licht tauchen. Vor dem Restaurant stehen mit Blümchen bepflanzte Kübel. Das sieht schön und einladend aus.

Kinderfreundlichkeit

Auf der Karte stehen zwei Kindergerichte: Spaghetti mit Tomatensoße und Chicken-Nuggets mit Pommes. Wenn Kinder beides nicht mögen, könne er auf Nachfrage auch andere Kindergerichte zubereiten, sagt Nico Arvanitis.

Barrierefreiheit:

Ins Restaurant kommt man über drei Stufen und eine relativ schmale Eingangstür. Mit Rollator lässt sich diese Barriere mit ein bisschen Hilfe überwinden, mit dem Rollstuhl wird es schwierig, auch wenn Nico Arvanitis versichert, dass das Personal jederzeit seine Hilfe anbiete. Drinnen ist es ebenerdig, aber das Lokal ist klein und die Tische entsprechend eng gestellt.

Anfahrt und Parkplatzsituation

Das Elea hat keine eigenen Parkplätze, in den umliegenden Straßen sind Parkplätze rar. Wer mit dem Auto kommt, nutzt am besten das Parkhaus des Klinikums. Zu Fuß sind es dann noch 350 Meter.

Die Stadtbahnhaltestelle Saarlandstraße (U46) ist noch näher dran. Und direkt vor dem Lokal hält auch ein Bus (Linie 452 und 453).

Was sagt das Netz zum Elea?

Das Elea bekommt im Netz sehr gute Bewertungen. Bei Tripadvisor sind es 19 Rezensionen und 4,5 von 5 Punkten. Bei Google gibt es 61 Rezensionen und ebenfalls 4,5 von 5 Sternen.

Bei Facebook hat das Elea 61 Bewertungen und 4,9 von 5 Sternen (Stand 17. Juli).

„Am besten verlässt man sich bei der Auswahl der Speisen auf die Empfehlungen des Wirtes“, rät ein Gast bei Tripadvisor. Über das Essen verliert kaum jemand ein schlechtes Wort, die meisten loben vor allem den Oktopus und die Kalbsleber. Wenn etwas bemängelt wird, dann der manchmal etwas überforderte Service und der nicht immer freundliche Umgangston des Chefs. Bei unserem Besuch haben wir das aber nicht wahrgenommen. Auch die Preise sind einigen Gästen zu gehoben.

Restaurant-Infos:

Elea, Saarlandstraße 122, 44139 Dortmund, Telefon: (0231) 58982525, Website.

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags ab 17 Uhr, Montag Ruhetag.

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Wie funktioniert der Restaurant-Check? Wir gehen ohne Vorankündigung in die jeweiligen Restaurants – als ganz normale Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne an schönen Orten essen. Wir beschreiben die Läden so, wie wir über sie auch mit Freuden und Bekannten sprechen würden. Mit ihren Schwächen, mit ihren Stärken. Ehrlich.
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