Im Ex-BVB-Jugendhaus wohnen jetzt Flüchtlinge

Einrichtung der AWO

Als Jugendhaus des BVB wurde die Villa am Rande des Südwestfriedhofs bekannt. Nachwuchskicker wie Marcel Schmelzer fanden dort in familiärer Atmosphäre vorübergehend ein neues Zuhause. 2014 wurde das Jugendhaus nach Brackel verlegt, die Villa verkauft. Jetzt ist sie ein Domizil für junge Flüchtlinge.

KREUZVIERTEL

, 27.05.2016, 17:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
14 junge Flüchtlinge leben, betreut von Awo-Mitarbeitern, im früheren BVB-Jugendhaus im Kreuzviertel.

14 junge Flüchtlinge leben, betreut von Awo-Mitarbeitern, im früheren BVB-Jugendhaus im Kreuzviertel.

„Wir wohnen hier sehr schön und komfortabel“, sagt der 16-jährige Mustafa Mozaffan. Seit Anfang Februar lebt er in dem Wohnheim für jugendliche Flüchtlinge der AWO im Kreuzviertel. Am Freitag veranstaltete die Einrichtung einen Tag der offenen Tür.

Nach dem Verkauf hat die AWO das Haus angemietet und es für die neue Nutzung angepasst. So wurde zum Beispiel aus einem Pool im Keller weiterer Wohnraum, sodass jeder der 14 Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren sein eigenes Zimmer hat. Mustafa kam vor acht Monaten aus Afghanistan nach Deutschland. Auch er mag Fußball und spielt mit der AWO-Mannschaft in der Nordstadt-Liga. Sie sind Erster.

Eine Perspektive vermitteln

Neben der Betreuung bietet die AWO den Jugendlichen Sport-, Musik- und Kunstkurse, kümmert sich um die Vermittlung an Schulen und die Teilnahme an Sprachkursen. „Wir wollen Akzeptanz, Toleranz, und das Gefühl einer Perspektive vermitteln“, sagt Jörg Loose, Leiter des Bereichs Kinder, Jugend und Familie bei der AWO.

Am wichtigsten sei es Vertrauen aufzubauen. Viele der Jugendlichen hätten wirklich schlimme Erlebnisse hinter sich und bräuchten jemanden, mit dem sie reden könnten – gerade nachts. Dafür wurde eigens eine Nachtwache installiert.

Mustafa fühlt sich an der Kreuzstraße wohl. „Das Team ist sehr nett“, sagt er. Er besucht ein Berufskolleg und spricht nach seinen acht Monaten Aufenthalt schon ein hervorragendes Deutsch. Für die AWO ist das Haus an der Kreuzstraße ein Aushängeschild für ihre Flüchtlingsarbeit. Für die 14 Bewohner ist es bis zu ihrem 18. Geburtstag ein schönes Zuhause.

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