Fußballmuseum ist Schauplatz für digitalen Flashmob mit Musik

Knabenchor Dortmund

Auch die Chöre leiden unter dem Kultur-Lockdown. Es fehlt nicht nur an Proben und Auftritten, sondern auch an Nachwuchs. Bekannte Knabenchöre starten deshalb eine ungewöhnliche Aktion.

Dortmund

, 14.11.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Fußballmuseum kamen die Sänger des Knabenchores der Chorakademie zum Flashmob zusammen.

Im Fußballmuseum kamen die Sänger des Knabenchores der Chorakademie zum Flashmob zusammen. © Elke Berg/genausowars.de

„Viva la Musica“ (Es lebe die Musik) klang es vor zwei Wochen durch das Atrium des Deutschen Fußballmuseums. Der Knabenchor der Chorakademie Dortmund nutzte das Museum als Kulisse für eine Aktion mit ernstem Hintergrund: Die Knabenchöre in Deutschland fürchten durch die Folgen der Corona-Krise um ihre Zukunft.

Proben sind oft nur im Solounterricht oder per Video möglich. Vor allem aber fehlt den Knabenchören die Nachwuchswerbung. Und das bundesweit und darüber hinaus. Erstmals in ihrer Geschichte haben sich deshalb 45 Knabenchöre aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer grenzübergreifenden Kooperation zusammengeschlossen, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen.

Am heutigen Samstag (14.11.) um 11.55 Uhr veranstalten die Chöre einen Flashmob. Sie versammeln sich an verschiedenen Plätzen digital auf den gängigen sozialen Netzwerken, denn die Aktion kann wegen des kulturellen Corona-Lockdowns in diesem Monat nur digital stattfinden.

Uhrzeit hat Symbolwert

Unter dem Hashtag #KulturGutKnabenchor ist er deshalb mit der Botschaft „Viva la musica“ online und in den sozialen Netzwerken zu erleben. Die Uhrzeit für den Start hat dabei Symbolwert. „Für die Nachwuchs-Suche ist es fünf vor zwölf“, stellt auch Jost Salm als Leiter des Knabenchores der Chorakademie Dortmund fest.

Initiiert wurde die Aktion ursprünglich von den Augsburger Domsingknaben, den Regensburger Domspatzen, dem Tölzer Knabenchor und dem Windsbacher Knabenchor. Weitere 41 Chöre schlossen sich der Aktion an – darunter auch der Knabenchor der Chorakademie Dortmund. Vor allem der Kammerchor und die Solisten des Dortmunder Knabenchores gehören bundesweit zur Spitze und singen auf vielen Opern- und Konzerthaus-Bühnen.

Zwei Flashmob-Orte

Das Video für den Flashmob wurde kurz vor dem Lockdown eingespielt – vor dem Tonwerk, dem Probenzentrum des Chores, in Dortmund-Hombruch und im Atrium des Fußballmuseums in der Dortmunder Innenstadt.

Auch das "Tonwerk" als Probenzentrum des Knabenchores war Drehort für den digitalen Flashmob.

Auch das "Tonwerk" als Probenzentrum des Knabenchores war Drehort für den digitalen Flashmob. © Elke Berg/genausowars.de

„Viva la musica“ ist das medial verbindende musikalische Werk, entweder in der vierstimmigen Version von Iván Eröd für Sopran, Alt, Tenor und Bass oder als gleichnamiger Kanon von Michael Praetorius. Das Ende passten die Dortmunder Knaben leicht an.

„Komm zu uns in den Knabenchor“, lautete die gesungene Botschaft, die sich nun über das Internet verbreiten soll - etwa unter www.kulturgutknabenchor.de und www.knabenstimmen.de.

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