Im „Hansa 101“-Haus am Theater-Vorplatz entsteht ein Kundencenter des Dortmunder Theaters

rnDortmunder Theater

Das Dortmunder Theater bündelt den Kartenverkauf im benachbarten „Hansa 101“-Haus am Opernhaus. Zugleich soll ein neues Veranstaltungsformat Leben auf den Theater-Vorplatz bringen.

Dortmund

, 31.10.2018, 04:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tobias Ehinger, Geschäftsführender Direktor des Dortmunder Theaters, ist im Begriff, ein Problem aus dem Weg zu räumen, mit dem sich Besucher immer wieder konfrontiert sehen. Es geht um den Kartenvorverkauf: Es gibt kein zentrales Servicebüro, in dem Theatergänger zugleich Tageskarten kaufen als auch Abonnements abschließen könnten. Der Verkauf ist auf zwei Standorte verteilt.

Die Pendelei zwischen Vorverkaufsstellen endet

Die Einzelkarten für die jeweiligen Vorstellungen werden zu bestimmten Zeiten an der Theaterkasse im Foyer des Opernhauses direkt am Theatervorplatz verkauft. Wer aber zu einem Abonnement greifen oder sich über ein Abo zunächst informieren möchte, muss ums Gebäude herum, den Bühneneingang am Theaterkarree 1 bis 3 (vormals Kuhstraße 12) nehmen und von dort ins „Abo-Büro“ marschieren. Was dazu führte, dass Interessierte öfter zwischen Vorverkaufskasse und Abobüro hin- und her pendelten. Damit soll bald Schluss sein.

Ehinger möchte das leerstehende Ladenlokal im benachbarten „Hansa 101“-Haus anmieten und es in ein Kundencenter umfunktionieren, in dem künftig der komplette Kartenverkauf gebündelt wird. Rund 500 Quadratmeter stehen dafür zur Verfügung. Seit Frühjahr werde mit dem Eigentümer der Büro- und Wohnimmobilie verhandelt, sagt Ehinger. „Es sieht gut aus.“ Weil das Ladenlokal seit Monaten für die Anforderungen des Theaters umgebaut wird, ist Ehinger zuversichtlich, bald den Mietvertrag unterschreiben zu können.

In dem Ladenokal soll der gesamte Kartenverkauf angeboten werden – vom Einzelverkauf bis zum Abo-Verkauf. Auch die Mitarbeiter der Ticket-Hotline sollen dort einziehen. Grob geschätzt, kommt Ehinger „auf rund 20 Mitarbeiter“. Zugleich soll es einen abgetrennten Bereich für Mitglieder von Fördervereinen des Theaters und auch ein kleines gastronomisches Angebot geben, kündigt Ehinger an.

Einen genauen Eröffnungstermin mochte der Theater-Chef noch nicht nennen. Allerspätestens zu Beginn der Spielzeit 2019/2020 soll es soweit sein, sagt Ehinger. Tatsächlich hoffe er aber, „dass wir deutlich früher starten können".

Künstlermarkt soll keine Eintagsfliege sein

Zugleich soll das neue Kundencenter für Frequenz auf dem Theatervorplatz sorgen und somit zur künftigen Belebung der Fläche beitragen. Ehinger hat sich zum Ziel gesetzt, „das Umfeld des Theaters attraktiver zu gestalten“. Da fällt der Blick zuerst auf den Vorplatz. Er hat eine niedrige Besucherfrequenz und wird in aller Regel in größerer Zahl nur bei Veranstaltungen genutzt.

Auch diesen Zustand will der Theater-Chef ändern: Voraussichtlich im Frühsommer 2019 soll es auf dem Vorplatz einen „Künstlermarkt“ geben, auf dem Kunstschaffende dem Publikum an Ständen ihre Arbeiten anbieten und verkaufen. „Wir werden keine Standgebühren erheben“, sagt Ehinger, der bereits zahlreiche Gespräche mit Interessierten geführt hat – und noch führen will.

Ein Bewerberverfahren soll den Ausschlag geben, wer bei dem „Künstlermarkt“ mitmachen darf. Es soll keine Eintagsfliege werden, Ehinger will die Veranstaltung als festes Format auf dem Theatervorplatz, dem Platz der Alten Synagoge, etablieren.

Mobile Bühne und Foodtruck sind Ideen

Wie häufig es den Künstlermarkt geben wird, macht Ehinger davon abhängig, wie er angenommen wird. „Das können pro Jahr auch zwei oder drei sein.“

Darüber hinaus schwebt ihm vor, den Platz „mit einfachen Mitteln neu zu gestalten.“ Ehinger dankt dabei an Sitzgelegenheiten und an eine „kleine, mobile Bühne“ für Veranstaltungen.

Alles begleitet von einem „ebenfalls mobilen, gastronomischen Angebot“, wie Dortmunds Theaterleiter sagt. Infrage komme beispielsweise ein „Foodtruck“, der aus seiner fahrbaren Küche heraus mit hochwertigen Gerichten überzeuge. „Wir sind mitten in den Überlegungen“, bittet Ehinger um etwas Zeit für ein Gesamtkonzept. Er hat eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die Vorschläge ausarbeiten, koordinieren und umsetzen soll.

Rund 220.000 Besucher sind in der Spielzeit 2016/2017 ins Dortmunder Theater geströmt. Aktuelle Zahlen aus der abgelaufenen Spielzeit 2017/2018 sind noch nicht zu bekommen. Karten im Vorverkauf sind an der Theaterkasse im Opernfoyer erhältlich. Sie öffnet dienstags bis freitags von 11 Uhr bis 18. 30 Uhr sowie samstags von 10 bis 15 Uhr. Das Abobüro am Theaterkarree 1 bis 3 ist dienstags bis freitags von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Die Ticket-Hotline (02 31/50 27 22 2) ist montags bis samstags 10 bis 18.30 Uhr erreichbar.
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