Im Rahmen des Projektes Rampe II leistet ein junges Team in Hörde Präventionsarbeit

rnRampe II in Hörde

Sie sind keine Ordnungshüter mit erhobenen Zeigefinger. Sie bewegen sich auf Augenhöhe mit den Hörder Jugendlichen und sind immer ansprechbar. Drei junge Menschen leisten Präventionsarbeit.

Hörde

, 26.04.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Offizielle kommt zuerst. Das ist halt so, wenn es um ein Projekt geht, das mehrere Unterstützer hat. Es geht um die Rampe II, die seit dem November 2018 in Hörde am Start ist. Präventionsarbeit vor Ort ermöglichen: Das wollen der DJK‐Sportverband Diözesanverband Paderborn, die AWO und das Jugendamt der Stadt Dortmund in einer Kooperation. Die Projektleitung liegt in den Händen des Jugendamtes der Stadt Dortmund - in diesem Fall in den Händen des Fachreferenten für Jugendarbeit im Stadtbezirk, Cornelius Boensmann.

Aufsuchende Jugendarbeit ist das, was Lena Terstegge (29), Ljuba Ljachowa (29) und Johann Zenses (29) auf den Straßen im Hörder Ortskern leisten. Hier liegt der Schwerpunkt der Arbeit. Noch sind die drei jungen Menschen nur unter freiem Himmel unterwegs. In Planung ist aber ein fester Standort im Ortskern. Ein Ort, an dem sich Jugendliche treffen können und ein Ort, an dem auch diverse Angebote laufen können.

Nachhaltigkeit, Prävention und viel Vertrauen

Jetzt darf man aber nicht den Fehler machen, die drei Sozialarbeiter mit Ordnungshütern gleichzustellen. Die schlimmen Vorfälle, die immer wieder rund um den Hörder Bahnhof passieren, sind daher auch nicht der Auslöser für die Installation der Rampe II. Es geht eher um Nachhaltigkeit, Prävention und Vertrauen schaffen.

Schon vor mehreren Jahren hat es so etwas in Hörde einmal gegeben: Eine sozialflankierte Maßnahme, die den Namen Rampe I trug. Dann liefen die Fördergelder aus. Jetzt gibt es eine Neuauflage. „Man hat eben die Notwendigkeit für ein neues Projekt gesehen“, sagt Cornelius Boensmann. Bis zum 31. Oktober 2021 läuft jetzt zunächst die aufsuchende Jugendarbeit der Rampe II. Das steht zumindest fest. Ob es dann weitergeht, wird sich zeigen.

Bis dahin sind Lena, Ljuba und Johann unterwegs. Alle drei waren zuvor in Jugendfreizeitstätten tätig, haben also schon Erfahrung in der Arbeit mit jungen Menschen. Obwohl: Aufsuchende Jugendarbeit ist da schon eine andere Nummer. An drei Tagen sind die drei auf der Straße unterwegs. Hauptsächlich im Nachmittagsbereich und am Abend. Dort, wo sich in Hörde eben junge Menschen aufhalten. Die Orte werden nicht genannt, das ist auch ein Teil der Arbeit. Vertrauen nennt man das, ohne das so eine Tätigkeit nicht möglich ist.

Es wird gesprochen, es gibt Tipps zum Thema Lehrstellen und es gibt auch Angebote. Sport zum Beispiel. Niederschwellige Angebote nennt man so etwas.„Wir sprechen die Jugendlichen an“, sagt Johann Zenses. Berührungsängste gibt es da nicht. Darf es nicht geben. Und, ist Hörde denn so ein heißes Pflaster, wie man so meint? „Nein“, meinen alle drei. Natürlich gäbe es Problemfälle. „Aber wir stellen uns vor, bauen bei den Jugendlichen Hemmschwellen ab und kommen so ins Gespräch und helfen“, sagt Lena Terstegge. Dazu gehört beispielsweise auch die Begleitung von Jugendlichen zur Agentur für Arbeit oder Hilfen während der Bewerbungsphase.

Nicht für die Jugendlichen auf der Durchreise, sondern die vor Ort

„Es geht für uns darum gezielt Menschen zu helfen, die aber auch Hilfe annehmen wollen“, sagt Johann Zenses. Da gehe es nicht so sehr um „Durchreisende“. Also Jugendliche, die aus dem Dortmunder Süden über den Hörder Bahnhof weiter in die City ziehen. „Die reagieren auch eher ablehnend, wenn sie von uns angesprochen werden“, sagt Johann Zenses.

Die meisten, die eben öfters auf den Hörder Straße zu finden sind, „reagieren positiv“, sagt Lena Terstegge. Wichtig sei, dass man keine Vorurteile habe und dass der Jugendliche immer im Vordergrund steht. Drei Jahre haben Lena Terstegge, Ljuba Ljachowa und Johann Zenses jetzt erst einmal Zeit, das Vertrauen der Hörder Jugendlichen zu gewinnen und zu helfen. Ob dabei am Ende etwas Messbares herauskommt? Vielleicht nicht. Aber, dass es viele Jugendliche gibt, die einen verlässlichen Ansprechpartner brauchen, ist Fakt - und in Hörde haben sie jetzt gleich drei.

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