Im Weihnachtsmärchen bekommt der verhexte Jakob Unterstützung von sprechenden Tieren

rnKinder- und Jugendtheater

Mit viel Applaus feierten am Donnerstag die Premieren-Zuschauer, darunter nicht allzu viele Kinder, das diesjährige Weihnachtsstück „Zwerg Nase“ im nicht ausverkauften Schauspielhaus.

von Britta Helmbold

Dortmund

, 14.11.2019, 23:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine böse Fee, sprechende Tiere und verhexte Kinder: Wilhelm Hauffs Märchen „Zwerg Nase“ hat der Direktor des Kinder- und Jugendtheaters, Andreas Gruhn, für Kinder ab sechs Jahren als diesjähriges Weihnachtsmärchen aufwendig im Schauspielhaus am Hiltropwall inszeniert.

In einem orientalischen Setting beginnt das Märchen. Per Videoprojektion verwandeln sich die Holzlatten-Elemente auf der Bühne in einen Marktplatz, auf dem ein Erzähler beginnt, eine Geschichte zu erzählen. Die deutsche Übersetzung flimmert über die seitlichen Wände und dürfte für Sechsjährige etwas schwierig zu entziffern sein. Nicht schlimm, denn um der Handlung zu folgen, ist der Erzähler, der immer mal wieder auftaucht, überflüssig.

Tolle Videoprojektionen zaubern viele Spielorte auf die Bühne

Das tolle Bühnenbild von Oliver Kostecka, der auch die historisierten Kostüme entwarf, und die prächtigen Videoprojektionen von Peter Kirschke verwandeln die Bühne in eine deutsche Altstadt, in eine verwunschene Ruinenlandschaft und einen schönen Palast. Die Schusterwerkstatt, mit einer Schuhcreme-Reklame versehen, von Jakobs Vater lässt sich an der Seite herausfahren, und auch der Marktstand seiner Mutter ist mobil. Wenn sich die Bühne dreht, öffnet sie den Blick in die Küche der Hexe Kräuterweis und später in die Schlossküche, wo Jakob wegen seines Aussehens als Zwerg Nase verspottet wird.

Thorsten Schmidt spielt das brave Söhnchen Jakob, hilft Mutter auf dem Markt. Obwohl es sich fürchtet, gehorcht er seiner Mama, und trägt der fiesen Alten die Einkäufe in ihr Heim. Dort trifft er auf sprechende Tiere, Eichhörnchen arbeiten in der Hexen-Küche und Meerschweinchen in Uniformen fungieren als Hausdiener der bösen Fee, die Bianka Lammert überzeugend gibt.

Immer wieder muss Jakob um sein Leben kochen

Übrigens wie Johanna Weißert, die den verwandelten Jakob nach dem Genuss des verhexten Kräutersüppchens als Zwerg mit Buckel und langer Nase gekonnt spielt, tritt Bianka Lammert nur in einer Rolle auf. Alle anderen Ensemblemitglieder und sechs Statisten sind gleich in mehreren Rollen zu sehen. Jan Westphal erntet als affektierter Oberküchenmeister und extrem dusseliger Wächter Lacher. Ebenso Andreas Ksienzyk als verfressener Herzog.

Jakob muss immer wieder um sein Leben kochen, zunächst bei der Hexe, wo er Unterstützung von einem Eichhörnchen bekommt, und später beim Herzog, wo eine Gans ihm hilft. Immer sind es Kräuter, die für die Verwandlungen sorgen. Das Grünzeug lässt nicht nur den Zwerg wieder zum Teenager-Schwarm Jakob werden, sondern auch die Gans zum hübschen Mädchen Mimi (Ann-Kathrin Hinz). Mit einem Happy-End-Kuss der beiden endet dann auch das fantasievoll in Szene gesetzte Weihnachtsmärchen.

Termine: 1. - 5., 8. - 12., 15. - 20., 22., 25./ 26. 12., Schauspielhaus; Karten: Tel. (0231) 502 72 22, Gruppenvorbestellungen: Tel. (0231) 502 24 42. www.theaterdo.de
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