Immer weniger Menschen warten zuhause aufs Paket - dafür wachsen Packstationen immer mehr

rnDHL-Packstationen

DHL unterhält 340.000 Packstationen in Deutschland. Bislang waren sie klein und unauffällig. An mehreren Rewe-Märkten im Dortmunder Westen sind Packstationen einer neuen Art entstanden.

Mengede

, 11.06.2019 / Lesedauer: 3 min

DHL ist der Paketdienst des Postkonzerns. Das Geschäft läuft super. „Wir haben acht Prozent Zuwachs pro Jahr und ein Ende ist noch nicht abzusehen“, berichtet DHL-Sprecher Rainer Ernzer. Der Grund dafür ist der zunehmende Internethandel. Immer mehr Kunden bestellen von Zuhause aus und warten auf das Paket.

Oder eben nicht. Und das ist ein Problem. Der Paket-Bote kommt in der Regel tagsüber, wenn der Empfänger arbeitet. Viele Jahre war es üblich, dass der Empfänger sein Paket dann bei der Post abgeholt hat. Zum einen will DHL dies den Kunden nicht mehr zumuten, zum anderen müssen die kleinen Post-Filalen entlastet werden, sie sind zu klein für den Paketansturm.

Von 50 auf 100: Packstationen werden immer größer

Deshalb tauchten in den vergangenen Jahren immer mehr Packstationen vor allem vor den Post-Filialen auf. Die größten hatten 50 Fächer. Doch die Entwicklung hat diese Stationen bereits überholt. Mit Nachdruck eröffnet DHL immer mehr immer größere Packstationen und sucht dafür Partner, die entsprechenden Platz bieten.

In Dortmund haben in den vergangenen Wochen vor allem Rewe-Kunden die Installation entsprechender Packstationen bemerkt. Beim Rewe in Mengede und in Rahm sind Packstationen mit 100 Fächern entstanden. Supermärkte sind perfekte Kooperationspartner für DHL. Sie haben lange, ungenutzt Außenwände, die meist noch überdacht sind.

„Wir bauen die Packstationen in Modulbauweise, damit wir sie nach Bedarf erweitern können“, so Rainer Ernzer. In Frankfurt hat gerade so eine Packstation die 300-Fächer-Marke durchbrochen und dass ist nur ein Zwischenwert in einer permanenten Entwicklung.

Auch Umtausch möglich

Eine Packstation kann zwei Dinge. Sie kann ein Paket aufbewahren, dessen Empfänger gerade nicht zuhause war, damit er es abholen kann. Man kann sich Pakete aber auch von vornherein an eine Packstationen schicken lassen. Und wenn der Schuh nicht passt oder der Fotoapparat nicht funktioniert kann man das Paket zweitens dort wieder aufgeben, einen entsprechenden Rückschein vorausgesetzt.

Kann das jeder? Ja, man benötigt nur eine kostenlose Online-Anmeldung. Dann erhält man eine Nummer, die man zukünftig bei Bestellungen angeben kann. Dann kommt das Paket direkt ins Fach, und der Empfänger erhält eine Nachricht auf sein Smartphone oder eine Mail. Dann hat er neun Tage Zeit, das Paket abzuholen.

Die Nachfrage nach Packstationen ist riesig, so Rainer Ernzer. Längst nutzen in ganz Deutschland mehr als 10 Millionen Menschen Packstationen. Und Ernzer ist überzeugt, dass es noch viel mehr werden, denn die Packstationen haben noch einen weiteren Vorteil, sie sind 24 Stunden am Tag nutzbar.

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