In acht Minuten zum Notfall

Mit rot-grüner Mehrheit und den Stimmen von FDP/Bürgerliste hat der Ausschuss für Bürgerdienste gestern den Rettungsbedarfsplan beschlossen. Damit reagiert die Stadt unter der Federführung der Feuerwehr erneut auf die gestiegenen Anforderungen im Rettungsdienst.

03.02.2009, 18:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Konzentration auf Klinikzentren, weniger Notärzte, immer mehr Großveranstaltungen sowie die sich ständig wandelnde Bedrohungslage durch Unwetter, Umweltgefahren und Seuchen haben die Änderung der Rettungsdienststruktur erforderlich gemacht, die eigentlich alle vier Jahre erfolgen sollte. Oberstes Ziel bleibt der Standard, in 90 Prozent der Notfälle innerhalb von acht Minuten am Einsatzort zu sein - und die Kosten für die Stadt zu 96 Prozent zu refinanzieren.

Ein weiteres Mal prallten gestern die unterschiedlichen Auffassungen von SPD und CDU aufeinander. Christiane Krause, CDU-Sprecherin im Ausschuss, kritisierte, der Rettungsbedarfsplan sei nicht nur mit großer Verspätung eingebracht, sondern auch mit heißer Nadel gestrickt. Die Verwaltungsvorlage nannte sie "schludrig und fehlerhaft" - ein Vorwurf den die zuständige Dezernentin Dr. Christiane Uthemann zurückwies.

Grundsätzlich bezweifeln die Christdemokraten, dass die Stadt, unterstützt von vier anerkannten Hilfsorganisationen (Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter, Arbeitersamariterbund und Malteser Hilfsdienst) künftig mit nur 17 Rettungswagen auskommen will, obwohl schon jetzt ein zusätzliches privat betriebenes Fahrzeug bei Bedarf dazu gebucht werde. Mit einer generellen Aufstockung auf 18 Rettungswagen könne dann auf die geplante Verlegung und den Neubau von zwei Rettungswachen im Dortmunder Westen verzichtet werden, hieß es im CDU-Antrag, der abgelehnt wurde.

Mit der Verlegung von Standorten, hielt Uthemann dagegen, könne man mit 17 Rettungsfahrzeugen auskommen und spare volkswirtschaftlich 320 000 im Jahr. Sollten die Simulationen, auf die sich die von der CDU angezweifelten Berechnungen stützen, in der Realität nicht eintreffen, so Uthemann, "dann können wir nachsteuern." ko

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