In der Dortmunder Nordstadt eröffnet die weltweit erste Halle für „Augmented Climbing“

rnInteraktives Bouldern

An der Eberstraße eröffnet am 6. Oktober etwas, das es so nicht noch einmal auf der Welt gibt: die Augmented Climbing Hall – eine Verbindung aus Bouldern und Gaming.

Dortmund

, 06.10.2018, 04:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am Freitagvormittag knallt es ab und zu in der Halle. Mitarbeiter der Augmented Climbing Hall, die Luftballons für die Eröffnungsfeier am Abend aufblasen, pusten einmal zu viel. Zwei, drei Ballons platzen. Macht aber nichts. Der Rest für den Start an der Eberstraße ist fertig. Die Theke steht. Am wichtigsten: die sechs interaktiven Boulderwände auch. Und mit ihnen eine Weltneuheit mit Zuhause in der Nordstadt.

Was ist Augmented Climbing? Alexander Röstel (29), Filialleiter der Halle, fasst das Prinzip zusammen: „Es ist die erste Kreuzung zwischen Gaming und Sport.“ Der Begriff aus dem Englischen bedeutet etwa „erweitertes Klettern“. In den vergangenen Jahren ist durch Spiele wie Pokemon Go der Begriff „Augmented Reality“ bekannt geworden. Hierbei vermischen sich virtuelle und reale Welt.

In der Dortmunder Nordstadt eröffnet die weltweit erste Halle für „Augmented Climbing“

© Michael Nickel

Wie funktioniert das nun tatsächlich? In der Halle an der Eberstraße 18 stehen links drei Kletterwände und rechts drei Kletterwände, davor liegen dicke Matten. Die Wände sind jeweils vier Meter breit und drei Meter hoch. Das hat bei einigen zunächst für Verwunderung gesorgt, erzählt Röstel: „Als Passanten hier zwischendurch mal beim Aufbau reingeschaut haben, sagten viele: ‚Warum sind die Kletterwände so klein? Da kann ich vom Boden ja bis ganz nach oben springen.‘“

Dann erklärten Röstel und seine Kollegen das Prinzip, zeigten Demos. Vor jeder Boulderwand hängt ein spezieller Beamer. Der projiziert zum einen eine interaktive Spieloberfläche auf die Wand und erkennt zum anderen die Bewegungen der Menschen an der Wand. So können zwei Kletterer gleichzeitig und gegeneinander unter anderem „Climb Ball“ spielen – eine Art Ping Pong. Den Ball spielt man sich dabei über Berührungen an den Griffen hin und her. Die Griffe sind an jeder Wand an denselben Positionen angebracht.

In der Dortmunder Nordstadt eröffnet die weltweit erste Halle für „Augmented Climbing“

Ein Blick in die Halle. Auf beiden Seiten stehen jeweils drei Wände, dazwischen Sofas und am hinteren Ende ein Tresen. © Michael Nickel

Was ist das Besondere an der ganzen Geschichte? Laut Alexander Röstel ist die Augmented Climbing Hall an der Eberstraße die weltweit erste Kletterhalle, die ausschließlich mit den interaktiven Wänden arbeitet. „Es gibt einen Anbieter, der die Wand vermietet. So können Kletterhallen zwischendurch auch Augmented Climbing anbieten“, sagt Röstel. Aber eine Halle, die so aufgebaut ist wie die in der Nordstadt, gebe es so weder in New York noch in Tokio oder anderen Metropolen.

Wo ist die Idee entstanden? Entwickelt wurde die interaktive Kletterwand vor rund drei Jahren in Finnland. Alexander Röstel, der zuvor auch schon im Lasertag-Bereich gearbeitet hat, ist vor etwas mehr als einem Jahr im Internet auf Augmented Climbing aufmerksam geworden. Sein erster Gedanke: „Das ist es!“ Der gebürtige Dortmunder startete die Planungen für die Halle. Und am Freitag (5. 10.) feierten Mitarbeiter mit Freunden und Bekannten die Eröffnung. Ab Samstagmorgen darf dann jeder bouldern, der will.

Was kann man alles spielen? Neben „Climb Ball“ gibt es unter anderem „Whack a Bat“, bei dem man Fledermäuse zu fassen kriegen muss. In einem anderen Spiel muss man Kometen abwehren, die auf die Erde zusteuern. In einem wiederum anderen Spiel bewegt man sich um einen heißen Draht herum und muss währenddessen bestimmte Ziele auf der Wand erreichen. Alle, denen das nicht ausreicht, können eigene Routen erstellen und dann alleine oder gegeneinander spielen.

In der Dortmunder Nordstadt eröffnet die weltweit erste Halle für „Augmented Climbing“

So sieht „Climb Ball“ aus. Gegeneinander spielt man eine Art Ping Pong. Die weißen Linien zeigen den Verlauf des projizierten Balles. Im blauen Shirt ist Alexander Röstel selbst an der Wand. Kleiner Tipp: Seine Haltung, nur mit einer Hand und einem Fuß an den Griffen, ist bei dem Spiel hilfreich. © Augmented Climbing Hall

Wer mit einer großen Gruppe kommt, kann an einem Bildschirm eine Route erstellen und die auf zwei nebeneinander liegende Wände projizieren lassen. Am Ende gibt es eine Rangliste mit den meisten Punkten oder der besten Zeit. Außerdem wird jede Kletteraktion aufgezeichnet. Wer will, soll sich laut Röstel einen Link zum Youtube-Video per Mail zuschicken lassen können. Das Video ist nicht öffentlich zu sehen, sondern nur über den Link zu erreichen.

Was kostet der Spaß? Wer alleine klettert, zahlt für 60 Minuten an der Wand 29 Euro. Bei einer Gruppe von vier Menschen zahlt jeder 15 Euro pro Stunde. In der Gruppe zu klettern erhöhe ohnehin den Spaßfaktor, alleine schon wegen des Anfeuerns, sagt Alexander Röstel: „Mehr als sechs sollten aber nicht an einer Wand spielen, sonst wird die Zeit für jeden einzelnen zu kurz.“

Wie sind die Öffnungszeiten? Die Halle hat sieben Tage die Woche geöffnet. Montags bis donnerstags kann von 10 bis 22 Uhr geklettert werden, freitags, samstags und sonntags von 10 bis 24 Uhr. Weitere Infos gibt es direkt bei der Augmented Climbing Hall unter Tel. 56 78 72 72 und auf www.augmentedclimbinghall.de

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